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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die kurzen Haare und das Meer..., 5. März 2004
"Unter dem Druck der amerikanischen Alternative-Press hat nichts besseres herauskommen können." O-Ton in vielen Musikmagazinen, damals 99, als Trent Reznor (wieder mal) nach 5 Jahren sein neues Album vorstellte. Ja, der Druck war da, die Downward Spiral war eingeschlagen, die Tour ein Wahnsinn, und die Soundtrack-Arbeit danach für Stone und Lynch zwar toll, aber : "Es ist halt kein Album...".Alles schnuppe, würde ich sagen, Druck hin oder her, Fragile ist ein episches Gesamtwerk, das gerade durch den Stilbruch zum alten Trent an Kraft gewinnt. Es sollen mal die Leute überlegen, wie schwer es ist über 10 Jahre lang sich kaum zu verändern, bevor sie fordern, dass NIN nicht diesen neuen Weg gehen darf. Reznor hat nicht NIN "verraten", weil er die Downward Spiral nicht fortgesetzt hat. Er hat NIN "verraten", weil er mit einem Lächeln im Gesicht beschlossen hat, NIN weiterzumachen. Keine Frage, dass die alten NIN-Sachen toll sind, absolut. Jedoch ist dieses Album ein anderes NIN-Album, als es die meisten Leute akzeptieren wollten (was es in meinen Augen sympathisch macht). Aber gut, zurück zum wesentlichen... Es gibt nicht genügend Platz in 1000 Wörtern dieses Album zu beschreiben. 80 Samples aus verschwiedensten Musikstilen hat Reznor in zwei Jahre Studioarbeit zusammengeschnipselt und daraus ein Werk geschaffen, dass von Stildichte und Vielschichtigkeit nur so strotzt. Wir hören von Blues über Folk bis hin zu "römischen" Elementen oder D&B alles, und zwar auch dieses alles unter dem Deckmantel "NIN". "Somewhat Damaged" erinnert noch etwas an die Downward Spiral, ist aber dramaturgisch (dieses Wahnsinnsende!) höchstens mit "Eraser" vergleichbar. "The Day The World Went Away" ist ein derartig untypischer NIN-Song, dass wir es fast nicht glauben wollen, dass da am Ende tatsächlich ein Chor eine Kinder-Einschlaf-Melodie "nanana"t. "The Frail" ist ... ach ich hör schon auf. Das würde zu lange dauern, und es wäre bei weitem Unvollständig. Nur die "Highlights" (was für ein Witz!) :"Just Like You Imagined" (wieder so ein Ohrwurmmelodie), "La Mer" (Hommage an Debussy), "The Great Below" (das beschaulichste Stück), "The Way Out Is Through" (besser kann ich mir einen CD-Anfang nicht vorstellen), "Into The Void" (Referenz auf "La Mer"), "Please" (was zum Geier ist da los?) und "Complication" (Shake it, baby! ... wie auch schon vorher auf "No You don't"). Zu erwähnen sind noch die angesprochenen Selbstzitate auch z.B. beim wunderschönen Klavier-Instrumental "The Frail" und dem entsprechenden Gitarren-Solo in "The Fragile". So, und jetzt habe ich trotzdem fast alle Songs irgendwie erwähnt. So, und jetzt fehlt immer noch soviel... Ich habe mal gehört, dass Diplomarbeiten über das Album geschrieben wurde...
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