Aus der Amazon.de-Redaktion
Die beiden Wiener Chef-Producer und -DJs Peter Kruder und Richard Dorfmeister (K&D) gönnen sich eine kurze Pause voneinander.Während Richard Dorfmeister gemeinsam mit Rupert Huber als Tosca das zweite Album Suzuki veröffentlicht (VÖ: 22.2.2000), lässt Peter Kruder das Peace Orchestra von der Leine. Beide Alben erscheinen auf dem Wiener Label des Duos, G-Stone Recordings. Das
Peace Orchestra hat Peter Kruder komplett alleineeingespielt. Wie bei den Arbeiten mit seinem Kollegen Dorfmeister bilden auch hier Trip-Hop und dieser typische Wiener Ambient-Pop die Basis. Wobei der Wiener Elektronikmeister auf Tracks wie "Meister Petz" dann auch schon mal sehr geschmackvoll Oboenklänge auffährt, ein Stück wie "Double Drums" sehr funky gestaltet oder bei "Shining" die Sängerin Chilli Bukasa singen lässt. Insgesamt eine sehr entspannte Angelegenheit, dieses "Friedensorchester". Wer auf andere Kruder-und-Dorfmeister-Sachen steht, die
DJ-Kicks-Aufnahmen oder die
K&D-Sessions mag, dem wird auch das hier zusagen.
--Thomas Bohnet
INTRO
Die Marotte mit den Orchestra-Namen ist zur Zeit in Produzentenkreisen elektronischer Tanzmusik ja weit verbreitet. Aus Wien nun kommt eine weitere Interpretation der ganzen modernen Orchesterseeligkeit: Peter Kruder, eine Hälfte der Original-Downbeat-Superstars Kruder & Dorfmeister, mit seinem Solo-Gegenstück zu den Tosca-Exkursionen seines Buddies Richard Dorfmeister - dem Peace Orchestra. Leinwandbreit und leiwand, wie man dort für "toll' sagt, eine cinephile und gleichzeitig deutlich finsterere Erweiterung des K&D-Klangkosmos aus bewährten Könnerhänden. Ein Pflaster auf dem Cover zeigt Verletztlichkeit an, oder kaum verheilte Wunden, und dahinter tut sich eine bestrickende, ernsthafte, tiefe Klangwelt auf. Da kommen massenweise Jazz-Bässe, Klarinetten und Live-Schlagzeuge zum Einsatz über trägen Beats und endlosen Dubechos, bis die Zeit stillsteht. "Marakesh' kokettiert mit opiumgebremster Zeitlupenschwülstigkeit des Wiener Geistesbruderortes, "Double Drums' gibt sich mit Doubletime-Beats D'n'B-kompatibel. Besser - weil böser - als K&D-Produktionen, und gleichzeitig meilenweit vorbei an langweiligem TripHop-Epigonentum und unkonzentriertem Downbeat-Rumgedüdel. Das hier läuft jedenfalls winters in keinem Großstadtcafé - ansonsten frieren den schicken Gästen nämlich irgendwann die geweiteten Pupillen ein. Morbide, düster und abgrundtiefgründig - und gleichzeitig eine sinnliche, anschmiegsame und tröstende Winter-Gemütsheizung.
Florian Sievers / ©Intro - Musik & so
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