INTRO
Fast vier Jahre ist es mittlerweile her, daß die Massiven mit ihrem auf "MZEE" veröffentlichten Album den Grundstein für die ihnen uneingeschränkt zuteil werdenden Respektsbekundungen innerhalb der deutschen HipHop-Szene legten. Zwischenzeitlich ist man - wohlgemerkt als einziger deutschsprachiger Act - vom vermeintlich babylonischen Major "EastWest" gesignt worden und bringt nun endlich (mit einem dreiviertel Jahr Verspätung) das Nachfolgewerk "Überfall" heraus. Die Erwartungshaltung nach der nicht gerade Style-gehenden Vorab-Doppel-12-Inch vom letzten Herbst ist entsprechend. Trotzdem bleibt die Maxime der Stuttgarter konstant: "Ist HipHop in Gefahr, sind wir der Notdienst." Adäquat liest sich auch das Who's who des Albums: von den BoogieDown-Benztown-Homies Afrob und Max über die gewachsene N.Y.-Connection zu DJ P.F.Cuttin ("Blahzay Blahzay - Afro Latino Wahnsinn") und den Arsonists, Shabazz The Disciple bis hin zu DER europäischen Top Group aus Marseille, IAM, reichen die Kollabos der Produktion. Das Level der Beats ist, wie nicht anders zu erwarten, extrem dick. Lediglich die Lyrics, gemessen am Maßstab des Debüts, sind mir nicht dope genug. Standen früher oft tiefgründige Themen im Vordergrund, herrschen nun zumeist Represent-Attitüden vor. Nichtsdestotrotz hängt tonnenschwer und programmatisch der Chorus-Part des "Blahzay Blahzay"-Tracks über der gesamten Produktion: "We take this Rap Game seriously!" Und eben das merkt man auch.
Mirko Krause / © Intro - Musik & so
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