Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Moses ist wirklich ein harter Brocken. Mit
Raining Rhymes haben ihn seine Plattenfirma und das Management seinerzeit gut abgezockt. Und was ein echter Rödelheimer ist, der läßt sowas auf keinen Fall auf sich sitzen, geschweige denn mit sich machen. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Thomas, rächt sich der Moses jetzt wortgewaltig.
Das Rödelheim Hartreim Projekt macht, wie es der Name schon vermuten läßt, böse Miene zum guten Spiel. Mit dem Spiel ist hier jedoch nicht etwa die Politik der Musikindustrie, sondern die musikalische Qualität des ungleichen Duos gemeint. "Fick Dich" oder "Sieh zu, daß Du Land gewinnst" klingt auf hessisch gerappt zwar teilweise ein wenig merkwürdig, das tut der Platte jedoch keinerlei Abbruch. Die Beats sind fett, die Samples klasse ausgewählt und der Style ist eben individuell. Aber dafür sind die Hessen und ganz besonders die Rödelheimer ja bekannt: Die mache grad, was se wolle. Da gibt es dann auch gar nichts mehr groß zu erzählen, außer vielleicht: Macht euch bereit für das Rödelheim Hartreim Projekt.
Sascha Mennel
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Die weibliche Stimme klingt nach Telekom-Ansagedienst: "Bitte haben Sie ein wenig Geduld, und bewahren Sie Ruhe. Das Rödelheim-Hartreim-Projekt beginnt in wenigen Sekunden." Dazu ertönt Sphärenmusik, eine vielstimmige Kritiker-Crew kommentiert das Werk: "ätzend", "asozial" oder "super". Ungewöhnlich wie der Einstieg ist das ganze Debüt des Rödelheim-Hartreim-Projekts: Das Rap-Duo könnte die deutsche Musiklandschaft verändern. Bisher wüteten germanische Schnellsprecher vorwiegend im Untergrund- abgesehen von den Fantastischen Vier, die nach Die da Mühe haben, vom Hofnarren-Image loszukommen. Anders Moses P. und Thomas H. aus dem tristen Frankfurt-Rödelheim: Selbstbewußt finden sie zu einer neuen Sprachästhetik, betten diese abwechselnd in warme oder wilde Töne. Die Texte sprengen Rap-Grenzen: "Niemand wird den Krieg wollen, wenn er selbst erst am Boden liegt, weil, wie er selbst, seine Hoffnung auf Sieg getötet wird", heißt es in Krieg. Die wütende Anklage umrahmt sakrales Streicher-Lamento der Frankfurter Philharmoniker. Doch die Hessen schlagen sich auch gekonnt mit Alltagsfrust herum (Keine andere ist wie du), zitieren genüßlich, von Michael Jackson bis Genesis. Ein toller Einstand!
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