Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbare Lohengrin-Referenzaufnahme, 22. Februar 2007
Der teilweise Verriss dieser Aufnahme in anderen Bewertungen ist mir unerklärlich. Einig bin ich natürlich mit allen anderen Rezensenten darin, dass Sandor Konya der ideale Lohengrin war. Die großen Maßstäbe setzten in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Franz Völker (bis gegen Ende der dreißiger Jahre) und Lauritz Melchior. Sandor Konya kann als der gleichwertige Dritte im Triumvirat der ewig besten Rolleninterpreten des Lohengrin angesehen werden. Die amerikanische Studioaufnahme unter Leinsdorf ist prächtig gelungen und suggeriert bestes Bayreuth im übertragenen Sinne. Die deutsche Sprache kommt bei allen Solisten und Chören tadellos zur Geltung, obwohl alle Rollen von ausländischen Kräften repräsentiert werden; nicht eine einzige Verfremdung ist zu vernehmen. Zum einem gebührt dies großen Respekt und zum andern ergibt sich daraus eine gründliche und aufmerksame Vorbereitung durch alle Mitwirkenden. Die Aufzeichnung im Studio erfolgte in der Zeit vom 23. bis 28. August 1965 und somit an 5 Tagen, um jeweils das denkbar beste Ergebnis zum Bestandteil der Gesamtaufnahme zu machen.
Der Hinweis in einer Rezension, dass Frau Amara aus Armenien stammt, ist ebenso unwichtig wie der unterschwellige Hinweis auf einen angeblich ungarischen Akzent des Titelinterpreten, den ich allerdings nicht festzustellen vermochte. Vielmehr können die großartigen Leistungen einer internationalen Besetzung in einer der deutschesten aller deutschen Opern überhaupt nicht hoch genug veranschlagt werden. Lucine Amara ist eine ideale Interpretin der Elsa, die mit glaubwürdiger Inbrunst ihre Rolle verkörpert, ohne die gewisse Naivität der dargestellten Opernfigur zu überzeichnen. Soweit an ihr Kritik geübt wurde, ist diese noch nicht einmal ansatzweise nachzuvollziehen. Abgesehen von der Tatsache, dass einem Künstler eine angemessene Interpretationsbreite zugestanden werden muss, ist es noch nicht einmal so, dass die Elsa von Frau Amara wesentlich von anderen würdigen Rollenvertreterrinnen abweicht.
Darüber hinaus ist die Rolle der Elsa als holde Unschuld sicher nicht die aufregendste aller Partien, dies im Gegensatz zur Rolle der Ortrud, die hässliche Todfeindschaft ausstrahlen muss und gerade nicht selbstgefälligen Schöngesang im Sinne einer Konzertarie zelebrieren darf. Zur ähnlichen Interpretation der Ortrud durch Frau Gorr im Jahr 1959 in Bayreuth war in der Zeitung zu lesen, dass Frau Gorr gestalterisch wie gesanglich von unheimlicher, tödlicher Dämonie gewesen wäre. Soweit behauptet wurde, Frau Gorr hätte gekreischt, ist dies schon gesangstechnisch verwunderlich, denn in diesem Falle wäre Frau Gorr sofort heiser geworden, die Kehle hätte die Stimme zugeschnürt. Bei einer zurückhaltenden Interpretation hätte man Frau Gorr die Verbreitung von Desinteresse und Langeweile vorwerfen können. Die packende Interpretation der Ortrud durch Frau Gorr war konkret ein ausgesprochener Glücksfall, der für die künstlerische Bedeutung dieser Aufnahme von enormer Wichtigkeit ist.
Auch die anderen Partien sind bestens und ausdruckstark vertreten. Mir ist weiterhin aufgefallen, dass selbst die Chöre mit Temperament und Hingabe ihre Aufgaben wahrgenommen haben, so dass rundum eine lebendige und wunderbare Aufnahme des Lohengrin entstanden ist, an der sich jede andere Lohengrinaufnahme messen lassen muss. Das Bostoner Symphony Orchester spielt Wagner in Reinkultur und vor allem der Einsatz der Blechbläser ist bewundernswert farbenreich gelungen das haut einen fast aus dem Sessel. Der Raumklang und eine ausgezeichnete Plastizität der Aufnahme sind ebenfalls zu loben. Der Chefdirigent, Herr Leinsdorf, der nach seiner Emigration bereits im Alter von 25 Jahren an der Met dirigierte und in Amerika auch als Wagnerdirigent Karriere machte, hat mit dieser Aufnahme ein einzigartiges Zeugnis abgelegt und alle Mitwirkenden samt Orchester zu einer deutlich spürbaren Begeisterung angeregt, so dass das Anhören dieser Aufnahme ohne Scheuklappen große Freude bereitet.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Lohengrin!, 25. Juli 2003
Um es gleich vorweg zu nehmen: Damit meine ich die Besetzung der Titelpartie. Ich habe schon sehr viele Aufnahmen und Aufführungen des Lohengrin gehört, aber hier treffen Rolle und Interpret 100%ig zusammen. Dieser Umstand allein macht die Aufnahme beispiellos! Erich Leinsdorf und die Bostoner sind ebenfalls ein Glücksfall mit dem schon typischen "amerikanisch-präzisen" (keiner Augenzwinker, das gilt ja nun auch nur so für die "Big Five") Blech! Einfach eine Wucht! Von der Aufnahmequalität her kann ich die Einspielung auch empfehlen, "obwohl" es sich um eine "alte analoge" Aufnahme handelt. Nun genug der Lobhudelei, vielleicht noch soviel: mit Amara, Dooley et al. sind auch die weiteren Hauptrollen gut bis prächtig besetzt. Mit -meines Erachtens- einer Ausnahme: Rita Gorr überzeugt mich in der Mörder-Partie der Ortrud HIER zumindest nicht. Sie scheint total überfordert un der Höhe und singt einfach nicht sehr schön im Vergleich zu den anderen. Erträglich ist das schon noch, aber in dieser Aufnahme fällt es halt leider besonders auf. Man kann fast dem "Gerücht" zustimmen, dass es Ende der 60'er Jahre, als diese Aufnahme entstand, relativ wenig herausragende (hoch-)dramatische Mezzos gegeben hat. Wenigstens die Mittellage entschädigt etwas. Trotzdem bleibt das Fazit: empfehlenswert...allein schon wegen der vollständigen Gralserzählung, die ja schon Wagner selbst so ein wenig "quasi" gestrichen hat. Eigentlich nicht verständlich, dass man sie so selten hört!
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Jahrhundert-Lohengrin Sandor Konya, 9. August 2002
Endlich wieder aufgelegt wurde die Studioaufnahme des Rekord - Lohengrin Sandor Konya. Vielleicht vom Timbre der Stimme der treffendste Interpret des Titelhelden. Eine jugendlich, fast süßliche Stimme ist hier zu hören, obwohl das Debut von Konya in Bayreuth schon einige Zeit zurücklag. Die Aufnahme bietet aber auch die komplette Gralserzählung, sonst immer gestrichen, (Ausnahme bei Barenboim, Staatskapelle Berlin, Seiffert). Die anderen Sänger sind nicht immer völlig rollendeckend besetzt, Leinsdorf leitet aber routiniert das Boston Symphony Orchestra, was Trompeten-exponiert den ersten und dritten Akt blechbläserisch besonders veredelt. Insgesamt eine Rarität und wem die diversen Live-Mitschnitte mit Konya aus Bayreuth oder der Met zu verrauscht sind, der ist hier hervorragend bedient.
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