Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Perfekt rekonstruiertes Tondokument einer Legende, 30. Juli 2002
Um die Jahrhundertwende wurden Klaviere entwickelt, die auf mechanische Weise das Klavierspiel auf Papierrollen aufzeichneten. Die aufwendigsten von ihnen konnten mithilfe ausgeklügelter Pneumatik neben Tonhöhe auch die Anschlagstärke sowie die Pedalstellung wiedergeben. So kann man sich auch heute noch eine - wenn auch unvollkommene - Vorstellung der pianistischen Strahlkraft machen, die die Giganten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts besaßen. Gegenüber der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Aufzeichnungstechnik auf Schallplatten besaß diese Methode den Vorzug einer weitaus besseren Reproduzierbarkeit; der Nachteil besteht darin, daß nur unter optimalen Voraussetzungen und mit erheblichem technischen Aufwand eine nicht mechanisch und hölzern klingende Aufzeichnung gelang. Zudem unterliegen Papierrollen einem nicht unerheblichen Verschleiß und sind heutzutage oft an vielen Stellen eingerissen. - Letzteres veranlaßte Wayne Stahnke, die Papierrollen zu analysieren und mittels eines Computerprogramms zu digitalisieren, so daß sie zur Steuerung eines modernen, computergesteuerten Konzertflügels in der Lage sind. Nach dieser immensen Arbeit wurden mit einem solchen Flügel Aufnahmen mit Rollen gemacht, die Rachmaninov Anfang des 20. Jahrhunderts eingespielt hat. Um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis ist beeindruckend. Die Klangqualität entspricht selbstverständlich heutigen Standards, und man hat durchaus den Eindruck, den Komponisten selbst am Flügel zu hören. Die durch das selbstspielende Klavier erzeugte Illusion ist nahezu perfekt. Nur wenn man äußerst genau hinhört, mag man einige Läufe zu gleichmäßig finden; insgesamt ist jedoch die Detailtreue der Aufzeichnung so groß, daß man schon nach kurzer Zeit nicht mehr an ihre Entstehungsweise denkt. Wer schon einmal Plattenaufnahmen von Rachmaninov gehört hat, wird seinen Stil schnell wiedererkennen. Dieser ist vor allem bei seinen eigenen (mitunter vom heute gebräuchlichen Notentext etwas abweichenden) Kompositionen weitaus nüchterner, als ihn der Großteil der heutigen Pianisten spielt - kein tränenseliges Rubato-Schwelgen hört man hier. Dennoch wirkt da nichts trocken oder unpersönlich, sondern vielmehr klar durchstrukturiert, was im Verein mit seiner makellosen Technik die seinen Kompositionen inhärente Polyphonie deutlich werden läßt. Einen Eindruck der Virtuosität Rachmaninovs, der ihn zu einem der bedeutendsten Pianisten seiner Zeit machte, bekommt man etwa bei dem von ihm transkribierten Hummelflug oder der Humoreske. Daneben finden sich auch selten gespielte Werke wie die Kreisler-Transkriptionen oder die amerikanische Nationalhymne, mit der er jedes seiner Konzerte im Exil zu eröffnen pflegte. - Aufgrund der Klangqualität und der einmaligen Möglichkeit, einer Legende in heutiger Klangqualität zuzuhören, ist diese CD uneingeschränkt jedem Klavierliebhaber zu empfehlen. Wer Rachmaninov in identischer Qualität auch mit anderen Stücken hören möchte, der sei auf die zweite „Window-in-Time"-CD verwiesen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mein Klassiker, 21. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Im Vergleich zu sonstigen CDs ein hochinteressantes Experiment, das Spiel eines modernen elektronischen Reproduktionsflügels aufzunehmen, der durch aufwendige Technik und Detailarbeit die Daten der alten Aufnahmerollen nutzt, die Rachmaninoff eingespielt hat. Mit verblüffendem und faszinierendem Resultat: Man könnte beim Hören die Umstände der Entstehung dieser Aufnahme glatt vergessen und sich Rachmaninoff höchstpersönlich am Flügel vorstellen, zumal man seine Interpretation durchaus wiedererkennt beim Vergleich mit konventionellen Original-Aufnahmen, z.B. aus der Reihe „Great Pianists Of The 20th Century", wo sich unter anderem z.B. das cis-moll-Prélude und die „Polka de V.R." wiederfinden. Der Bösendorfer Reproduktionsflügel SE 290 gibt dabei ein äußerst ausgewogenes und gleichmäßiges Klangbild ab, das schon fast synthetisch anmuten könnte, wäre nicht auf der anderen Seite dieser riesige Nuancenreichtum... Positiv hervorzuheben ist noch, dass im Booklet ein Ansatz zur Erklärung der Entstehung des elektronischen Datensatzes gegeben wird, so dass man sich zumindest ein ungefähres Bild davon machen kann. Jedenfalls kann man erahnen, welch großer Aufwand betrieben wurde (z.B. das Auswerten mehrerer Rollen derselben Einspielung) und welche umfangreichen Fähigkeiten auf ganz verschiedenen Gebieten vonnöten waren, bis die Spielanweisungen in dieser Präzision und in digitaler Form vorlagen. Trotz aller Bemühungen um Genauigkeit und Authentizität kann man sich vielleicht einen letzten Rest Vorsicht beim Anhören bewahren, denn ein kleines Problem, das noch bestehen bleibt, ist die Frage, ob Rachmaninoff auf dem abspielenden Flügel wirklich exakt denselben Pedalgebrauch oder dieselben Klangfarben und Nuancen verwandt hätte. Aber ehrlich gesagt, gibt es beim Hören nicht viel Grund daran zu zweifeln, und man kann diese CD auch ohne jeden komplizierten Gedanken einfach so genießen als sehr schöne Aufnahme.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Uneingeschränkt empfehlenswert., 14. Dezember 2000
Rachmaninoff hat sein Klavierspiel auf zahlreichen Papierrollen, die auf den entsprechenden Instrumenten abgespielt werden können, hinterlassen. Dieser Aufnahme liegt eine aufwendige digitale Rekonstruktion solcher alten Papierrollen zugrunde. Hört sich schrecklich an? Keineswegs. Hier wird Rachmaninoff nicht verschleiert und mutmasslich interpretiert, sondern hier spielt der echte Rachmaninoff seine ureigensten Kompositionen und einige seiner Kollegen. Hier erlebt man das Genie Rachmaninoff. Und das in vorzüglicher Tonqualität. Uneingeschränkt empfehlenswert.
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