INTRO
Nach Frederik Schikowskis Mini-LP Mein kleines Pony erblickt im grenzüberspannenden Experimentierfeld von Lux Nigra eine zweite Pop-Überraschung das Licht der Welt. Zorns The Citys Collapsing (but not tonight) ist die Chronologie einer Ausgeh-Nacht, von Schatten und Staub über Rock the boat bis Nachtbus. Schon kurz vor elf steht fest: der Flow stimmt. Holpernd, aber geschmeidig zieht der Sequenzer seine Bahn, schaltet die Dub-Orgel an, bringt kleine Glocken zum Schwingen, stöbert auf Nebenbahnen im Fundus metallischen Gerölls und versetzt so ziemlich alles in Bewegung was Ohren und Beine hat. Digitale Strukturierung von organisch klingenden Patterns, die eine schöne Mischung darstellen aus Kühle und der ernstgemeinten Einladung, in Trance zu verfallen und mitzuschweben. Die Beats als Spitze eines sich jedesmal anders in Bewegung setzenden Rhythmusgefüges sind wie emsige Bienchen, schieben knallend, aber filigran voran und zeigen an ausgewählten Stellen ihre Macht, wenn sie ohne Vorwarnung beginnen, gegen den Strich zu laufen und alle Partikel innerhalb einer Zehntelsekunde in die Gegenrichtung zu magnetisieren, um dann in einer ganz anderen Spur weiterzumachen. Oder sie tun nur so, und in Wirklichkeit bleibt alles wie gehabt. Man würde gerne einen Blick auf Zorns Monitor werfen, um Aufschluss darüber zu erhalten. Aber wer will schon was über Strukturen wissen, wenn doch Soul im Spiel ist, und Melodien, die, selbstgewiss in sich ruhend, ihr Wissen kundtun, dass nichts, aber auch gar nichts schiefgehen kann? Zumindest nicht heute nacht.
Hendrik Kröz / Intro - Musik & so
mehr unter www.intro.de
Produktbeschreibungen