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Der Hofkompositeur Augusts III. von Polen und Sachsen, Johann David Heinichen, ist der Musikwissenschaft spätestens seit 1913 ein Begriff, als Seibel seine grundlegende Biographie schrieb. Hinichens Instrumentalmusik wiederentdeckt zu haben, dieses Verdienst gebührt Goebel, der die Archive in Dresden und Darmstadt durchstöberte. Die ausgegrabenen 15 Concerti, die Heinichen für den Dresdner Hof schrieb, sind durch ihre farbige Besetzung von Interesse. Neben den kraftvoll-energischen Streicher-Tutti läßt - zumindest in den größer besetzten Stücken - Heinichen Traverso-, Oboen-, Fagott-, Hörner-, Blockflöten-, Violinen- und Cellopaare miteinander konzertieren. Das gibt in wechselnden Kombinationen reizvolle Durchblicke und zeugt außerdem von dem hohen Stand der Dresdner Hofkapelle im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Das ist Musik für hochrangige Virtuosen und deshalb auch das gesuchte Futter für Goebel und seine fabelhafte Mannschaft. Allerdings laufen Ausgräber bekanntlich Gefahr, ihre ge- fundenen Schätze zu überschätzen, eine Gefahr, vor der auch Goebel nicht gefeit war. So bravourös die brillanten Bläser- und Streicher-Extras auch sind, so wenig lassen sich Klischees überhören. Man kann Bachs Brandenburgische Konzerte hintereinander hören, ohne zu ermüden, wenn sie von Goebels Ensemble gespielt werden. Bei Heinichen weiß man nach dem dritten Concerto wie es weitergeht, sind sie, was thematische Plastik und melodische Originalität angehen, doch nicht nur Bach, sondern auch Telemann unterlegen. Eine Feststellung, die Goebles Verdienst um den Dresdner Kompositeur nicht schmälert. ** Repertoire.: 04-08
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