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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Einsam sterbend und ergreifend schön, 9. Oktober 2004
Allein wegen Angela Gheorgiu ist diese Aufnahme hörenswert. Ein Vergleich mit anderen Sängerinnen drängt sich allerdings geradezu auf: Maria Callas sang diese Rolle atemberaubend mitleidend, als eine liebende Frau, die wir mitsterbend erleben. Kein Wunder, dass Elisabeth Schwarzkopf, die eine großartige Traviata war, nachdem sie die Callas in dieser Rolle gehört hatte, entschied, dass sie in Zukunft auf diese Rolle verzichten wolle. Es ist also, mit anderen Worten, sehr schwer, dieser Rolle ein eigenes Profil zu geben. Angela Gheorgiu singt, anders als Ileana Cotrubas unter Carlos Kleiber, die eine vom Schicksal und von der Gesellschaft gepeinigte Frau verkörperte, die Rolle einfühlsam, dem eigenen Verzicht ausgeliefert, einsam sterbend, ergreifend schön - wirklich hörenswert. In dieser Live-Aufnahme aus Covent Garden unter Georg Solti ist Angela Gheorgiu so präsent, dass sie im letzten Bild selbst hartnäckige Huster zum Schweigen bringt. Schwachpunkt der Aufnahme ist Frank Lopardo, kein gleichwertiger Partner für Angela Gheorgiu. Störend wirken außerdem die Pausen zwischen den einzelnen Spuren, eine schlechte Aufnahmequalität.Erfreulich ist jedoch, dass diese Aufnahme unter der Collectors Edition in China von der DGG herausgegeben wurde, zusammen mit neun anderen Aufnahmen: mit der legendären ‚Bohème' unter Karajan mit Freni und Pavarotti, der weniger geglückten ‚Butterfly' in gleicher Besetzung, ‚Aida' mit Tebaldi und Bergonzi, ‚Carmen' mit Baltsa und Carreras, ‚Zauberflöte' mit Fritz Wunderlich als Tamino unter Karl Böhm, ‚Figaros Hochzeit', ‚Turandot', ‚Rigoletto', und der ‚Barbier von Sevilla' mit Cecilia Bartoli und Leo Nucci, mit dem die Serie der großen Zehn, ausnahmslos hochkarätig besetzt, abgerundet wird. Diese Reihe wurde vor Jahren bereits in einer taiwanesischen Pressung auf den Markt gebracht. Die neue Reihe klingt besser, irreführend ist jedoch die Bezeichnung, dass es sich allesamt um digitale Einspielungen handelt. Dennoch, die Aufnahmen klingen fantastisch und sind auch wegen der HDCD-Technik von digitalen Einspielungen kaum zu unterscheiden. Jetzt können in China Liebhaber westlicher Opern diese Aufnahmen zu je umgerechnet 80 ct. erwerben. Unglaublich, wenn man bedenkt, wie viel man für diese Aufnahmen in Deutschland abdrücken muss. Falls Sie bei Ihren Reiseplänen noch schwanken - allein um diese Reihe zu erstehen, lohnt sich ein Besuch in den Plattenläden in China, und, falls das nicht ein wenig übertrieben klingt, allein deswegen lohnt es sich schon, mal ins Land der lächelnden CDs zu fahren.
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