Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein kleiner Vorgeschmack, 20. Februar 2006
Dies war nicht die erste Scheibe der Beatles, die ich in die Finger bekam, doch für mich die ungewöhnlichste. Als ich sie in süsser Jugendzeit das erste mal hörte, war ich geradezu befremdet. Ich kannte Pepper, Let it be & hard days night, sie waren damals (um 1980 herum, als Lennen erschossen wurde) wieder mal sehr angesagt. Dies ist die erste und einzige Scheibe einer unbekannten Band, die man nur in England und Hamburg kannte. Danach war alles Superlative. Befremdet war ich deshalb, weil mir dieser typische Beatles-Sound fehlte. KLar war ich von den anderen Scheiben verwöhnt. Sie kamen praktisch gerade von der Reeperbahn. Und wenn man die Scheibe richtig einordnen will, muß man den historischen Hintergrund sehen. Den kann man sich am besten klar machen, wenn man sich ihre Musik aus den Hamburger Tagen anhört. Das war Rock'n'Roll, quasi alles gecovert von den damaligen US-Stars. Schnell, heftig und roh. Wenn man sich dann Please Please me anhört, zeigt sich eine viel feinere Seite der Band. Sie haben sich schon hier fortentwickelt. Und dann finde ich die Songauswahl geradezu exotisch. Aufallend wird dabei der Satzgesang, der ein echtes Qualitätsmerkmal der Beatles ist. Sie nehmen sich Songs an, die zuvor von amerikanischen girl-groups gebracht wurden: Chains & Baby, it's you. Finde ich ziemlich ungewöhnlich. Auf dem Hintergrund der Hamburger Rock'n'Roll Sachen haben ihre Rocker dann schon ein wenig mehr Klasse. Nicht einfach nur auf dem Blues-Schema aufgebaut, wie "I saw her standing there", das mit einem Mittelteil versehen ist, was im reinen Blues nicht vorkommt. Auch bei "Please Please me" gibt es diesen Mittelteil (bridge), der songtechnisch eine Neuerung ist, zumindest was die Rockmusik bis dato angeht. Überhaupt kann man sich fragen, woher sie ihre Ideen genommen haben. Und wenn man sich dann Stücke wie "A taste of honey" anhört verraten sie einem auf musikalische Weise, daß sie weit mehr Quellen nutzten als den puren Rock'n'Roll. Dieses Album hat mich auf die Beatles als Menschen neugierig gemacht. Woher sie kamen, in welcher Zeit das alles passiert ist, und wie Jugendliche Anfang der 1960er in England lebten. Wenn man sich die tristen, grauen Arbeitersiedlungen in England ansieht, kann man sich gut vorstellen, wie sehr die Jugend nach etwas gierte, was sie noch nicht in Worte fassen konnte. Mit diesem Album war der Anfang getan. Und wenn man sich dann klar macht, daß nur 3,4 Jährchen später Sachen wie Revolver oder Pepper von diesen jungen Herren gebracht werden, inklusive einer weltumspannenden Jugendbewegung, deren Wegbereiter sie waren, weiß man, was man hier in den Händen hält.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Frisches Debüt, 22. September 2008
Nach dem Erfolg ihrer zweiten Single Please please me lag es auf der Hand, schnell eine gleichnamige LP nachzuliefern. Am 11. Februar '63 spielten die Beatles an einem einzigen Tag (in 585 Minuten Studiozeit) 10 Songs ein (Lennon war stark erkältet), ergänzten sie um die beiden bereits erschienen Singles Love me do/P.S. I love you und Please please me/Ask me why und kamen so auf 14 Songs, was (abgesehen von "A hard Day's Night") bis zum "Sgt. Pepper's"-Album die Standard-Titel-Zahl auf ihren Alben bleiben sollte.
Die ursprüngliche Idee, einen Live-Auftritt der Beatles mitzuschneiden, wurde glücklicherweise verworfen (man denke an die Klangqualität solcher Aufnahmen Anfang der Sechziger!); es stimmt allerdings auch nicht ganz, dass die Beatles stattdessen einfach nur ihr Live-Programm im Studio eingespielt haben, wie ein Vergleich mit dem Album "Live at the Star Club!" zeigt; dieses war in der Songauswahl doch deutlich ungehobelter und rockiger und nicht so Pop-orientiert wie das Album.
Auf "Please please me" sind schon etliche Merkmale zu hören, die den Sound der Beatles über Jahre definieren sollten: hervorragender Harmoniegesang, ein tolles Gespür für Melodien und einfach diese den Beatles ganz eigene Präsenz, dieser Gruppengeist, der Millionen Fans wünschen ließ, den Beatles näher zu sein. Bei 6 Coverstücken und für die damalige Zeit unerhörten 8 Eigenkompositionen (die die Zeit besser überstanden haben als die Covers) zeichnete sich bereits Lennons Hang zu melancholischen Balladen über verlorene Liebe ab (Anna) als auch zu rauen, ungeschliffenen Rockern (Twist and Shout) und McCartneys Hang zu eingängigen Rockern (I saw her standing there) und Melodien (P.S. I love you), aber auch zum etwas Schwülstigen (A Taste of Honey). Die Platte hat ihre Durchhänger (z.B. das etwas belanglose Chains), zeigt aber Lennon/McCartney als viel versprechende Komponisten auf ihrem Weg; Do you want to know a Secret erreichte in der Version von Billy J. Kramer and the Dakotas ein paar Wochen später die Spitze der britischen Charts. Ein typisches Merkmal dieser Zeit war der häufige Einsatz von Lennons Mundharmonika, die sich besonders 1963 auf zahlreichen Beatles-Songs findet.
George bekommt mit Chains und Do you want to know a Secret zwei Songs zu singen; er sollte sich als Sänger über die Jahre stetig verbessern. Auch Ringo bekommt mit dem peppigen und erstaunlich gut gesungenen Boys einen Song für seine Fans; wie Paul später einräumte, machten sich die Beatles damals keine Gedanken darüber, das Lied einer Girl-Group (Shirelles) 1:1 zu übernehmen, sondern hatten einfach Spaß am "bop-shoo-wop"-Chorgesang!
Beim Erscheinen des Albums auf CD 1987 entschied George Martin (wie auch für die nächsten drei Beatlesalben), nur den Monomix zu veröffentlichen mit der Begründung, nur für dieses Format seien die originalen Zweispur-Aufnahmen damals konzipiert gewesen. Das mag sein; nur hatten sich in den vielen Jahren danach Millionen Hörer an die Stereo-LPs gewöhnt, und für sie bedeutete der Monomix einen Rückschritt. Bei einer Albumlänge von 33 Minuten wäre es heute eine Selbstverständlichkeit, den Mono- UND den Stereomix auf einer CD unterzubringen und die Hörer selbst entscheiden zu lassen (so wie auf den beiden 4-CD-Boxen "The Capitol Years"), zuzüglich der Single From me to you/Thank you Girl (aufgenommen und erschienen kurz nach der LP), von der es ebenfalls je einen Mono- und einen Stereomix gibt. Außerdem vermisse ich der Vollständigkeit halber noch (gegenüber der Albumversion mit Andy White am Schlagzeug und Ringo am Tamburin) die Singleversion von Love me do mit Ringo am Schlagzeug. Die sich so ergebenden 76 Minuten Spielzeit hätten locker auf einer CD Platz. Es wird Zeit!
Mit I saw her standing there, Please please me, Love me do und der unglaublich energetischen Cover-Version von Twist and Shout sind hier bereits vier unsterbliche Beatles-Klassiker zu finden. "Please please me" bekommt ihre fünf Punkte ohne weiteres, weil sie bereits diese gewisse Frische aufweist, die sich über die letzten 45 Jahre einfach nicht verbraucht hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mono!?, 8. Februar 2008
21 Jahre nach der ersten und bislang einzigen offiziellen Veröffentlichung der ersten vier Beatles Alben "Please Please Me", "With The Beatles", "A Hard Day`s Night" und "Beatles For Sale" auf CD gibt es eben diese Alben nach wie vor offiziell nur in Mono. Die Begründung von Beatles-Produzent George Martin zu den Mono-CD-Versionen war 1987, dass die ersten vier Alben schon damals eigentlich nur in Mono-Versionen konzipiert waren, weil diese die Beatles nach damaligen Verständnis am natürlichsten wiedergegeben haben sollen. Nun, heute, im Raumklangzeitalter (wer hört eigentlich wie ich nach wie vor seine CDs immer noch aus "nur" zwei Stereoboxen?), kann man darüber lang und breit streiten! Ich frage mich nur, weshalb es schon seit einiger Zeit Bootlegs gibt, auf denen sich v.a. die ersten vier Beatles-Alben (aber nicht nur die!) in Mono UND Stereo viel besser anhören, als die offiziell erhältlichen Beatles-CDs. Langsam wird eine Neuveröffentlichung des gesamten Beatles-Kataloges wirklich überfällig, nicht unbedingt mit ganz neuen Remixes wie bei dem "Yellow Submarine"-Songtrack, aber wenigstens mit den bestmöglichen Remasters der Original-Bänder!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|