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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Leider nur gut!, 19. September 2004
I Puritani ist ein wundervolles Werk mit vielen bekannten und schönen Melodien. Das Sängerensemble ist bis auf Giuseppe di Stefano, welcher anscheinend leicht indisponiert gewesen sein muss, sehr gut. Besonders die große Callas überzeugt in ihrer Koloraturpartie. Maria Callas ist als Elvira völlig überzeugend. Ihre Stimme ist in dieser sehr frührn Aufnahme frei von Unsauberkeiten, oder Problemen mit hohen Noten. Sie gestaltet die Pertie der Elvira Valton mit sehr viel Gefühl und durch ihr begnadetes darstellerisches Talent bringt sie den nötigen Feinschliff mit, um den verwirrten Geist der Elvira glaubhaft darzustellen. Alle hohen Spitzentöne und die heiklen Koloraturen sind brilliant und ausdrucksvoll. Bei Maria Callas sind sie nicht nur bloßes Zierwerk, sondern die Virtuosität ihrer Stimme wird zum Ausdrucksmittel. Die erste Arie "Son vergin vezzosa" ist gesanglich, wie auch darstellerisch brilliant. Wundervoll sind die gewagten Läufe und die herabfallenden Skalen. Auch die wundervolle Wahnsinnszene der Elvira ist einmalig. Das "O rendetemi la speme" ist wunderbar elegisch und sanft, die Cabaletta allerdings virtuos und energisch. Alle gesanglichen schwierigkeiten werden mühelos bewältigt und selbst das dreigestrichene es zum Ende der Arie, ist atemberaubend. Auch das Finale der Oper ist herrlich. Callas ist eine wundervolle Interpretin dieser Rolle. Mein Problem in dieser Aufnahme heißt Giuseppe di Stefano. Er ist mit Sicherheit einer der größten und Besten Tenöre, die ich jemals gehört habe. Allerdings hat er mit dieser Aufnahme keinen Glücksgriff getan. Diese Oper ist nun mal ein Werk, in welcher der Tenor die größte Partie zu singen hat. Wenn dann Spitzentöne unsauber sind und die Stimme angeschlagen und verschleiert klingt, dann fragt man sich, weshalb man diese Rolle nicht einem anderen Sänger anvertraut hat. Dies ist für di Stefano eigentlich sehr ungewöhnlich, zumal diese Aufnahme im Jahre 1953 entstanden ist und er sich hier auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere befand. All die Klangschönheit und die Sicherheit in der mittleren und der tiefen Lage, können seine Probleme mit den hohen Noten nicht überschatten. Seine charakterliche Darstellung hingegen ist sehr gut gelungen. Rolando Panerai als Riccardo ist eine Idealbesetzung. Er stellt die Rolle sehr gut dar und bringt auch sonst alle gesanglichen Qualitäten mit, die nötig sind, um diese Rolle glaubhaft zu gestalten. Das selbe gilt auch für Nicola Rossi-Lemeni und den Rest der Darsteller. Tullio Serafin leitet das Orchester des Teatro alla Scala. Er dirigiert wundervoll und dynamisch. Besonders in den großen Koloraturarien zieht er das Tempo an, damit besonders die Callas Gelegenheit hat, die vokale Sicherheit und die Geläufigkeit ihrer wundervollen Stimme zu zeigen. Schon das symphonische Vorspiel der Oper ist gut gelungen. Auch der Chor der Scala ist bestechend gut.
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