Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The Neil and the damage done, 20. September 2004
Mit diesem Album fing meine Sucht an. Meine Sucht nach Neil Young Alben. Zugegebenermaßen eine etwas geschmacklose Einleitung. Zum Ausgleich gibt es ja den politisch korrekten Anti-Heroin Song auf dieser Scheibe: The needle and the damage done. Der Applaus am Ende des Songs wird abrupt vom folgenden, letzten Song des Albums "Word" abgerissen, so als wollte Young sagen: Ich will Euren Beifall nicht, ich will lieber Danny Whittens viel zu frühen Tod rückgängig machen und in Ruhe an meinen Songs arbeiten. Vor diesem Album kannte ich von Neil Young nur das Lied Rocking in the free world". Das gefiel mir sehr gut. Was ich von Harvest" erst mal nicht behaupten konnte. Der Superhit Heart of gold" war dann der Anfang. Ein extrem eingängiger Song, ein Riesenohrwurm! Nach und nach kamen dann mehr Titel dazu, die mir von diesem Album gefallen haben. Und nach mehrfachen Hören merkte ich endlich, daß die CD am besten wirkt, wenn man sie am Stück hört. Die einzelnen Lieder sind schon sehr gut, aber die komplette Scheibe ist genial! Ein halbes Dutzend Mal mußte ich Harvest" anhören, um mich hineinzufinden, seitdem höre ich das Album einmal wöchentlich. Und es wird jedes Mal schöner. Ein Genuß den ich möglichst vielen Menschen wünsche! Peace!
Anspieltipps: Heart of gold, Alabama, Words
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für JEDEN eine BEREICHERUNG!, 3. August 2005
Von Ein Kunde
Vorweg: Ich mag Neil Young überhaupt nicht. Abgesehen von "Comes a time" gefällt mir kein Song, die Rocker sind mir eindeutig zu hart, die Schnulzen eindeutig zu melodramatisch. Auch der Typ an sich lässt mich ziemlich kalt. Warum setze ich mich (hiermit!) dann so für dieses Album ein? Ganz einfach, das liegt1.) ganz zuvorderst an seiner STIMMUNG, die in jeder, und zwar wirklich in jeder momentanen Laune gewinnbringend rezipiert werden kann: Fühlt man sich traurig, fängt das Album einen auf, ist man freudig, unterstreicht es die positiven "Vibrations" total, ärgert man sich, bringt es einen runter und bietet doch genug Stoff zum Dampf ablassen ("Alabama", vor allem aber der grandiose Beschluss "Words"). Sogar zum Einschlafen kann ich die Platte empfehlen! ;-)) 2.) Was auch einen Geniestreich darstellt, ist die HOMOGENITÄT und Geschlossenheit dieses Albums, trotzdem es eigentlich kaum drei Stücke gleichen oder ähnlichen Kalibers enthält: Klassisch-symphonische Arrangements stehen neben akustischen Folk-Nummern, Bluesrock (mit der Betonung auf Rock freilich) und lupenreinen Popdiamanten zumeist ruhigerer Gangart. (Überhaupt ist das Album als ganzes unzweideutig im Low-Fi-Bereich verwurzelt.) 3.) In diesen einzigartigen Fluss fügen sich wie Butter die SONGS als wahre Perlen ihres Genres! "Out on the weekend" - bewegend und groß. "Harvest" - melodisch frappierendes Understatement. "A man needs a maid"... und so weiter. Hervorgehoben seien noch (um über "Heart of Gold ausnahmsweise mal kein Wort zu verlieren. - OOOPS!) die beiden Meisterwerke der zweiten Seite: "Old Man", eine erschütternde biographische Retrospektive, ungeschönt und läuternd, und das zupackende, vom subtilen Epos zur engagiert instrumentierten Riffwalze sich steigernde "Alabama", und der großartige, zwischen 3/4- und 4/4-Takt hin- und herspringende Final-Rock "Words" und..., Halt! Das waren ja schon mehr als zwei!!! Da sehen Sie's, eine tolle Platte! Kleine Abstriche, die der LP aber kaum mehr zu schaden vermögen: Egal um welche es sich handelt, unter diesem bunten Stilmix finden sich ein zwei Songs immer, die nicht so gefallen - die Musikkritik vergreift sich mit Vorzug despektierlich an den beiden sentimentalischen Symphonien "Man... Maid" und "There's a world", ich persönlich zum Beispiel kann mich mit dem arg hoppelnden Country-Rock "Are you ready for the country" nicht sooo recht anfreunden. Für eine zweite Sache nun kann der erratische Neil wirklich nix: Die CD-Überspielung (die sich heute nun mal jeder zulegt) ist schon ziemlich unausgegoren, vor allem total untersteuert: Auf eine gebrannte Songkompilation ein oder zwei Tracks von "Harvest" zu nehmen, ist wegen der Differenzen in der Lautstärke kaum ohne Nachbearbeitung der Absolut-Volumes möglich. Naja, das liegt eben daran, wenn Platten anno '83 mal "testweise" digitalisiert und dann nie wieder auf den neuesten Sound-Stand remastered wurden...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Klassiker, 14. Februar 2005
Ach ja, "Heart Of Gold"! Der einzige Nummer-Eins-Hit in der langen Karriere des Neil Young - und an unzähligen Lagerfeuern zu Tode gespielt und gesungen. Der Meister selbt demonstrierte ein ambivalentes Verhältnis zu seinem wohl bekanntesten Song, als er ihn während seiner 1996er Tour "Year Of The Horse" mit seiner Gitarre eher zerschrammelte als begleitete - und obendrein so launisch intonierte, dass ein fröhliches Mitgrölen kaum möglich war. Dabei ist das Album "Harvest" aus dem Jahre 1972, woher der Song stammt, ein Klassiker. Noch dazu einer, der sich diesen Ruf mehr als verdient hat. Kaum ein Neil-Young-Werk vereint so viele Stile wie dieses, obwohl es gern (und sicher falsch) auf Country reduziert wird. "Out On The Weekend" eröffnet das Album und ist in seiner unendlichen Traurigkeit kaum zu übertreffen. Ein brillianter Einstieg und kaum darauf angelegt, kommerziell zu überzeugen. Auch "Harvest", das Titelstück, nimmt die Schwingung der Traurigkeit auf - und ist neben "Are You Ready For The Country" auch der hörbar countrylastigste Song des Albums. Ob Neil Young wusste, dass er den Nerv vieler Menschen treffen würde, als er die Songs für "Harvest" aussuchte? Seltsam, denn normalerweise müsste bei kommerzieller Ausrichtung spätestens jetzt eine mitreissender Song folgen - und dann kommt "Man Needs A Maid", ein Melancholie-Bolzen vor dem Herrn! Noch dazu begleitet von grossem Orchester (das LSO immerhin, welches "Star Wars" einspielte, aber auch mit den Jungs von "Münchner Freiheit" kollaborierte). Viele halten genau diesen Song für den schlechtesten auf "Harvest", weil er so vordergründig kitschig klingt. Ich kann mich dieser landläufigen Meinung nicht anschliessen; "Man Needs A Maid" ist ein gewagtes stilistisches Experiment (Neil Young würde in späteren Jahren noch berüchtigt werden für seine stilistische Wandlungsfähigkeit), aber auf hohem Niveau. "There's A World" geht in eine ähnliche Richtung, weist aber nicht jene fast körperlich spürbare Weite und Verlorenheit auf wie eben "Man Needs A Maid". Und danach "Heart Of Gold", jener Song, auf den das Format-Radio den kanadischen Songwriter meist reduziert. Nach Wellen der Traurigkeit und Vereinsamung endlich im wahrsten Sinne des Wortes ein Hit! Beachtenswert sind auch die letzten beiden Stücke des Albums. "Needle And The Damage Done" ist der Live-Mitschnitt einer Solo-Performance. Ein Song mit unglaublich schleppendem Rhythmus! Und dann etwas, was typisch für Neil Young ist: Der Mitschnitt wird nicht etwa ausgeblendet, sondern in den Beifall des Publikums hinein ertönt der erste Akkord von "Words". Neben "Alabama" (der durchaus politisch gemeinten Antwort auf "Sweet Home Alabama" von "Lynnard Skynnard") das zweite Stück auf der Scheibe, das mit röhrenden E-Gitarren eingespielt wurde. Ein umwerfender Abschluss mit seinen Taktwechseln und den zunächst tastenden und schliesslich förmlich explodierenden Gitarren-Soli! Fazit: Obwohl zum Teil mit Nashville-Grössen aufgenommen, ist "Harvest" mehr als ein Country-Album; es ist ein Klassiker der populären Musik. Meine Favoriten: "Old Man", ein schöner akkustischer Folk-Song mit herrlichem Satzgesang, und eben "Words".
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