Aus der Amazon.de-Redaktion
Gerade zwanzig Jahre hat Miklós Rózsa in seiner ungarischen Heimat gelebt. Nach seiner musikalischen Ausbildung in Leipzig sowie Aufenthalten in Paris und London lebte er schließlich bis zu seinem Tod im Jahr 1995 in Hollywood. In Musiklexika wird er meist als "amerikanischer Komponist ungarischer Herkunft" beschrieben -- eine grobe Unterschätzung der tiefen Wurzeln, die ihn in all den Jahren an seine ungarische Heimat banden. Sicher wird der Komponist zu Recht vor allem mit seinen Filmmusiken in Verbindungen gebracht, er selbst hatte aber regelmäßig das Bedürfnis, das "motion picture business" hinter sich zu lassen, um seine eigenen Ideen zu verwirklichen.
Auf diese Weise entstand in seiner italienischen Sommerresidenz auch die Sinfonia Concertante. Es sollte ein Doppelkonzert für zwei der besten Musiker ihrer Zeit werden, den Cellisten Gregor Piatigorsky und den Violinisten Jascha Heifetz, die ebenfalls im kalifornischen Beverly Hills lebten. Mit der ersten Fassung konfrontiert, kam es zwischen den beiden Musikern und Freunden zu eifersüchtigen Streitereien, beide fühlten sich gerade im Wettstreit zwischen Cello und Violine des ersten Satzes immer wieder benachteiligt. Miklós Rózsa verstand die eigensinnigen Seelen und schrieb das Werk mehrfach nach ihren Wünschen um. Dass Rózsa dabei keine seiner Ideen aufzugeben brauchte, wird schon am Thema deutlich, das so ungarisch klingt, dass man -- wüsste man nichts über den Komponisten -- kaum auf den Gedanken käme, dass das Werk entstand, als Rózsa schon mehr als ein Vierteljahrhundert in den USA lebte.
Die kraftstrotzenden Orchesterwerke Miklós Rózsas gehören zu einer Reihe von Einspielungen, die Koch International dem Komponisten gewidmet hat, das Label ist somit zu dem kompetentesten Herausgeber seiner Werke geworden. Das New Zealand Symphony Orchestra hat sich dabei in der Vergangenheit mehrfach dieser Aufgabe gestellt und ist auch hier für die leidenschaftlichen Rhythmen verantwortlich, die beweisen, dass aus dem Ungarn Rózsa nie ein echter Amerikaner wurde. --J. Schüring