Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das haut einen um!, 13. November 2006
Martha Argerich Debüt-Platte von 1960: Hinreißende, umwerfende Zeugnisse einer blutjungen, damals gerade knapp 20-jährigen Ausnahmekünstlerin. Noch heute, über 40 Jahre später, hält man schier den Atem an, wenn man diese CD anhört. Serge Prokofievs Toccata oder die Jeux d'eau von Maurice Ravel sind einfach in dieser Interpretation nicht zu toppen. Auch Liszts Ungarische Rhapsodie Nr. 6 wird in gut sechs Minuten wie ein Feuerwerk abgebrannt. Das ist Klavierartistik in Reinkultur.
Als "Zugabe" bringt die CD noch die große Klaviersonate h-moll von Franz Liszt, die Martha Argerich 1971 eingespielt hat, eine absolute Spitzenleistung, großartig und unverwechselbar, mit den Aufnahmen von Svjatoslav Richter, Claudio Arrau (beide Philips), Artur Rubinstein oder Emil Gilels (beide RCA) in eine Reihe gehörig und doch von einem jugendlichen Feuereifer beseelt, den die abgeklärten großen Pianisten so nicht ganz zu entfachen vermochten. Einzig die 1932er Einspielung von Vladimir Horowitz (EMI) läuft "außer Konkurrenz" und stände auf derselben Stufe, wenn nicht die Aufnahmetechnik der 1930er Jahre für heutige Ohren erbärmlich klänge.
Die DGG hat die Argerich-Produktionen digital ausgezeichnet re-mastered, und es liegt ein sehr gutes Booklet der CD bei. Ein würdiges Stück in der verdienstvollen "Originals"-Serie.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Muß für jeden Klavierfan, 28. April 2000
Diese CD ist ein absolutes Muß für jeden Klaviermusikfan, wird hier doch sowohl die erste Aufnahme Martha Argerichs von 1961 als auch ihre Einspielung der h-moll-Sonate von Liszt auf einer remasterten CD angeboten. - Schon ihr Plattendebüt schlug seinerzeit ein wie eine Bombe: Seit Horowitz hatte niemand mehr mit einer derartigen Kombination aus feurigem Temperament, fantastischer Virtuosität und hoher Musikalität beeindruckt - und noch dazu eine Frau! Schon die ersten Takte des dritten Chopin-Scherzos enthüllen ihren unverwechselbaren Interpretationsstil: hohe Tempi, unnachgiebiger Zugriff aber auch die Fähigkeit, musikalisch zu phrasieren und die sehr unterschiedlichen Teile dieser Komposition zu einem homogenen Ganzen zu verbinden. Dies setzt sich bei den Brahms-Rhapsodien fort, und die Prokofiev-Toccata stellt bis heute eine unübertroffene Referenzaufnahme dar. Bei den "Jeux d'eau" läßt die argentinische Klaviermagierin den Hörer quasi in einen Strom aus flüssigen Bildern eintauchen, und auch die Chopin-Barcarole stellt unter Beweis, daß sie nicht ohne Grund den Chopin-Wettbewerb 1965 gewinnen sollte. Die Höhepunkte dieser CD stellen meiner Meinung nach die beiden Liszt-Stücke dar: dort kann die Argerich ihre phänomenalen manuellen Fähigkeiten und ihr vulkanisches Temperament voll ausleben. Mit welcher Verve sie die abschließende Oktavpassage der Rhapsodie spielt, wie sie den Prüfstein jedes Konzerpianisten - der h-moll-Sonate - leidenschaftlich aber gleichzeitig expressiv und mit Blick auf ein zusammenhängendes Ganzes interpretiert, ist in dieser Form unnachahmlich. Natürlich gibt es Pianisten, die der Sonate mit einer etwas intellektuelleren Herangehensweise (etwa Brendel) andere Seiten abgewinnen können, aber nach meiner Ansicht wird eine entfesselt-virtuose Darstellung dem Stück am besten gerecht. Die Klangqualität ist - auch bei den älteren Aufnahmen - dank neuester Remastering-Technik überraschend gut.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Brilliantes Debüt, Referenz der Liszt-Sonate, 9. Januar 2002
Der Bombeneffekt, den Martha Argerich im Jahre 1961 mit ihrer Debüt-Platte in Klassikkreisen auslöste, wäre nur noch zu steigern gewesen, wenn schon damals ihre Platte - wie heute die vorliegende CD - die Einspielung von Liszts h-moll Sonate enthalten hätte, die sie 11 jahre später aufnehmen sollte.Die Begeisterung, die die damals 19-jährige hervorrief, ist heute noch nachvollziehbar. In Chopins 3. Scherzo zeigt die Argerich bereits ihr Temperament, welches bei den späteren Einspielungen für die EMI noch deutlicher zum Ausdruck kam. Anders als im chaotischen Livemitschnitt von 1978 bleibt sie hier sehr souverän und verliert nicht die musikalische Kontrolle. Anders bei den Brahms-Rhapsodien. Später hat die Argerich kaum noch Brahms gespielt und man merkt auch hier, daß sie mit der Sprache des Komponisten nicht wirklich etwas anfangen kann. Dem folgt aber ein wunderbar perlendes Jeux d'eau und eine unvergleichlich drängende, rhythmisch präzis-brutale Toccata von Prokofiev. Die Barcarole von Chopin gelingt Martha Argerich ausgezeichnet. Die folgende 6. Ungarische Rhapsodie stellte 1961 den Abschluß der Platte dar, auf der CD dient sie nur als Einstimmung für die h-moll Sonate. An sich ein einsätziges Werk, bedarf es der Fähigkeit des Interpreten, die musikalische Spannung zu halten, damit es nicht in Einzelteile zerfällt. Martha Argerich gelingt dies ausgezeichnet dank ihrer unerschöpflichen technischen Reserven, mittels derer sie ebenso mühelos rasante Oktavpassagen, pianissimo-Läufe wie ein gewaltiges dynamisches Spektrum bewerkstelligt. Ihre Interpretation der Sonate dürfte mit unter 26 Minuten zu den schnellsten der Schallplattengeschichte gehören, nichtsdestotrotz findet sie an den geeignetem Momenten genügend Ruhe, so daß ihre Interpretation zwar temperamentvoll und rasant, aber nie gehetzt klingt. Eine epische Darstellung kann man dies natürlich trotzdem nicht nennen. Wem aber die h-moll Sonate bisher nichts gesagt hat, der soll es mit dieser Referenzaufnahme versuchen, mit einiger Wahrscheinlichkeit wird eine Gänsehaut nicht nur in den diabolischen Passagen nicht zu vermeiden sein!
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