Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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72 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die optimale Meßlatte für Interpretationsvergleiche, 6. Dezember 2002
Carlos Kleiber hat immer schon Maßstäbe gesetzt und seine überaus temperamet- und schwungvolle Interpretation der beiden Beethoven Symphonien muss man als Klassikliebhaber einfach besitzen. Man mag darüber trefflich streiten, ob die gewählten Tempi, der "Wienerische" Schwung in Kleibers Interpretationen tatsächlich den Intentionen Beethovens entsprechen (es bieten sich naturgemäß Vergleiche mit den unterschiedlichsten Dirigenten von Karajan bis Furtwängler an), aber man kann sich der Faszination und dem mitreissenden Esprit diesen beiden Aufnahmen jedenfalls nicht entziehen, wenn man Ohren zum Hören und ein Herz zum Fühlen hat. Diese CD ist ein Fixstern in meinen persönlichen Top 10 und ich wette, da bin ich nicht alleine!
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49 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Olympisch!, 24. Dezember 2006
Obwohl der Klassik-Katalog unzählige Aufnahmen von Beethovens Symphonien enthält, zu denen fast monatlich noch neue hinzukommen, und gerade die 5. und 7. Symphonie sich bei den Interpreten ganz besonderer Beliebtheit erfreuen, sind Carlos Kleibers Beiträge ganz einfach ein Muß für jeden, der sich mit klassischer Musik auch nur ein wenig beschäftigt. Das gilt noch heute ganz uneingeschränkt, obgleich die Produktionen bereits 30 Jahre alt sind. Es sind Meilensteine in der langen Geschichte der Beethoven-Rezeption, die sich praktisch jedem Vergleich entziehen, weil sie einmalig und trotzdem nicht extravagant sind. Carlos Kleiber war Zeit seines Lebens kein Produzent von Massenware, seine diskographische Hinterlassenschaft ist vergleichsweise schmal. Das hing damit zusammen, daß der Künstler erst dann ein Werk der kleinen Ewigkeit der Schallplatte anvertraute, wenn er es unzählige Male aufgeführt und sich schließlich mit seiner Interpretation hundertprozentig identifizieren konnte. Beethovens Fünfte, ein leider mehr als überstrapaziertes Werk, von dem der Schweizer Komponist Arthur Honegger einmal gesagt hat, nachdem er sie nun über zweihundert Mal gehört habe, sei sie für ihn nur noch Geräusch, wird unter Carlos Kleibers Stabführung quasi neu geboren. Man hört Stimmen und auch Nebenstimmen, die man glaubt noch nie vernommen zu haben. Das Werk wird unter einen schier unerträglichen Spannungsbogen gestellt, und noch nie habe ich den Triumphgesang des Finale in einem solch überschäumenden Taumel gehört. Ich bin mir ziemlich sicher: Diese Deutung hätte selbst Honegger noch einmal aufhorchen lassen. Die Siebente ist von absolut gleicher Größe, das Spiel der Wiener Philharmoniker, besonders der Streicher im zweiten Satz, ist von einem Glanz und einer Präzision sondergleichen. Es fällt auf, daß der Dirigent den Pizzicato-Schluß des zweiten Satzes wählt, genau wie sein Vater Erich in der alten Aufnahme mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam. Das Finale der Siebenten erklingt trotz des lebhaften Tempos nirgends überhetzt, wie das bei vielen anderen Dirigenten - leider - der Fall ist. "Carlos Kleiber und die Wiener Philharmoniker verbanden die Inspiration einer Konzertwiedergabe mit der Genauigkeit studiomäßiger Detailarbeit", heißt es in der Textbeilage dieser Ausgabe. Damit ist der Nagel auf den Kopf getroffen.
Der Klang der Aufnahmen von 1974 (Nr. 5) und 1975/76 (Nr. 7) ist voll und prunkend, das "Original-Image Bit-Processing" der DGG hat gegenüber den Originalausgaben noch für eine beträchtliche Verbesserung gesorgt. Eine besonders bedeutende Edition in der Serie der "Originals", die noch zusätzlich durch einen wertvollen Beitrag von Peter Cossé im Textbuch aufgewertet wird. Ein Denkmal für Beethoven, eine CD für den Platten-Olymp, ein Album für die einsame Insel, ein Muß für jeden Klassik-Freund!
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56 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Referenzaufnahme der 5. Sinfonie, 16. Januar 2006
Nur wenige klassische Stücke dürften öfters eingespielt worden sein als Beethovens 5. In Anbetracht der individuellen geschmacklichen Vorlieben von Klassikliebhabern dennoch eine einzelne Aufnahme als Referenz zu bezeichnen klingt zumindest gewagt. Dennoch möchte ich eine Begründung wagen: Musikalisch fesselt in der Aufnahme das so atemberaubend gut umgesetzte Grundmotiv der Sinfonie, und zwar die unglaubliche Dynamik, der nie nachlassende Vorwartsdrang. Die Kontraste zwischen den lauten und leisen Passagen sind deutlich stärker herausgearbeitet als in anderen Aufnahmen. Die Interpretation ist erstaunlich bildhaft, man glaubt in den einzelnen Passagen zu spüren, was Dirigent und Orchester dem Publikum mitteilen wollen. Dies ist natürlich nicht nur C. Kleiber zuzuschreiben, sondern gelingt natürlich nur durch hervorragend aufgelegte Wiener Philharmoniker im Zusammenspiel mit einem Tonmeister, der neben einer hervorragenden Balance zwischen den einzelnen Orchestergruppen eine Aufnahmequalität zustande bringt, die ich auch nach heutigem Standard noch als perfekt bezeichnen möchte (SACD außen vor gelassen). Als interessierter Laie kann ich zahlreiche Interpretationen (u.a. Karajan Gold-Serie der DG, Zinmans Einspielung nach Beethovens Metronomangaben u.a.) auf CD und Konzerte namhafter Orchester zum Vergleich heranziehen. Bei keiner hatte ich das Gefühl wie ich es bei Kleibers Aufnahme besitze: So und genauso muss das Stück klingen. Vielleicht geht es Ihnen ja auch so.... Noch ein Tipp fürs erste Hören: Stellen Sie Ihre - hoffentlich sehr gute - Anlage laut, bauen Sie auf tolerante Nachbarn und hören Sie in Ruhe die Sinfonie am Stück.
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