Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Wahrhaftigkeit der Violetta, 9. März 2003
Schon die ersten Töne des Preludio lassen erahnen, auf was es Carlos Kleiber und seinen Künstlern ankommt. Wahrhaftigkeit, Leidenschaft, allerhöchste Professionalität und Liebe für die "Verdorbene". Ileana Cotrubas als Violetta vollbringt das Wunder, den Hörer nur allein mit ihrer Stimme, ihrem Ausdruck, ihren Stimmfarben das unausweichliche Schicksal der Kurtisane nahe zu bringen und zu Tränen zu rühren. Im "Sempre libera" überwältigt einen die Kraft mit der sie um Violettas Leben singt. Doch Kleiber bringt die anderen Sängern (allen voran Domingo & Millnes) und das Bayerischen Staatsorchester dazu, eine "Traviata" - Einspielung vorzulegen, fernab jeder Rührseligkeit - vielmehr voll von Liebe, Tragik, Trauer, Zorn, Leidenschaft, Eifersucht; kurz alles, was den wahren Geist der Gattung Oper ausmacht. Und das alles wird nur über die Lautsprecher dem Hörer nahegebracht. Wahrhaftig eine historische und eine Referenzaufnahme für jeden ernsthaften Umgang mit "La Traviata"!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die absolute Referenz, 21. Mai 2008
Diese Aufnahme der Traviata ist an Gefühl und innerer Wärme nicht zu übertreffen. Sie zählt zu den größten Aufnahmen der Operngeschichte und das liegt nicht zuletzt an dem brillianten Dirigat von Carlos Kleiber. Er ist der eigentliche Star dieser Aufnahme, denn an Einfühlungsvermögen ist er wohl kaum zu übertreffen. Dies ist jedem Hörer bereits nach der wundervollen Ouvertüre klar. Die sängerische Besetzung ist hervorragend. Besonders Ilena Cotrubas und Placido Domingo, die Darsteller der Hauptrollen, überzeugen mit ihren Jahrhundertstimmen selbst besonders kritische Hörer.
Ilena Cotrubas singt die Violetta. Hierbei handelt es sich um eine der anspruchsvollsten Partien der Opernliteratur. Cotrubas singt mit sehr jungendlicher und frischer Stimme, die selbst in extremen Höhenlagen besteht. Ihr Vortrag ist menschlich und inspirierend. Die Darstellung ist vortrefflich gelungen. Ihre stimmlichen Qualitäten werden jedem Hörer bei der großen Arie "E'strano" deutlich. Virtuosität ist gepaart mit Elegie und Sanftmut. Spitzentöne und Koloraturen sind grandios. Besonders bewegend ist ebenfalls das Duett mit Alfredos Vater. Domingo ist ebenfalls für die Rolle des Alfredo gut geeignet. Seine Stimme bringt alle Vorraussetzungen für diese Rolle mit. Auch seine Darstellung ist beispielhaft. Besonders hervorragend ist die Arie "O mio rimorso" gelungen. Insgesamt also eine brilliante Aufnahme mit bewegenden Darstellern und grandiosen Sängern. Besonders hervorzuheben ist das Orchester unter der Leitung von Carlos Kleiber.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Traviata der Superlative, 20. Oktober 2007
Was soll man zum Lob und Preis dieser "La Traviata" noch sagen? Die ganze Aufnahme ist ein einziger Traum, eine vollendete Darstellung ohne jeden Vergleich.
Das beginnt schon mit Carlos Kleiber, diesem Dirigenten der Extraklasse. Er gestaltet die wohl mondänste Oper Verdis mit einer solchen Akribie und Vollkommenheit, daß einem buchstäblich die Sprache wegbleibt. Nie hat man das Werk glanzvoller und detailgetreuer gehört, obgleich es noch eine Reihe weiterer guter Aufnahmen auf dem Markt gibt. Hier stimmt einfach alles, selbst die als Banalitäten abgetanen Caballetta-Teile der Tenor- und Baritonarien im zweiten Akt werden mit solcher Feinsinnigkeit ausgeleuchtet, daß sie in ganz neuem Licht erscheinen und von trivial oder gar banal keine Rede mehr sein kann. Die Ballmusiken des ersten und dritten Aktes sind von umwerfender Motorik und legen die innere Leere dieser Feste schonungslos bloß. Seit Toscaninis legendärer Aufnahme aus dem Jahr 1946 hat man die Oper nicht mehr in dieser Schlankheit und rhythmischen Genauigkeit gehört.
Dazu kommt eine wahrhaft traumhafte Sängerschar: Die rumänische Sopranistin Ileana Cotrubas als Violetta ist ein Glücksfall. Sie schafft es stellenweise sogar, Maria Callas vergessen zu machen, wenn ihr auch die totale Rollenidentifikation ihrer großen Vorgängerin nicht in so einzigartiger Weise gelingt. Frau Cotrubas singt vom ersten bis zum letzten Ton mit spürbarer innerer Beteiligung, ihre Sterbeszene ist rührend, ohne in Rührseligkeit abzusinken, wie das bei mancher anderen Rollenvertreterin der Fall ist. Nie trägt sie "zu dick" auf, sie bleibt glaubhaft bis zum tragischen Ende.
Plácido Domingo singt den Alfredo mit ganzem Einsatz, aber musikalisch genau und sorgfältig. Man kann spüren, daß der Dirigent ihn nachdrücklich zu diszipliniertem Singen angehalten hat. Das gilt auch für Sherrill Milnes: Er hatte schon unter Georges Prêtre (RCA) den Vater Germont gesungen, und man muß ihm bescheinigen, daß auch er seine Leistung noch einmal deutlich gesteigert hat. Er singt nicht nur tonschön, sondern ist auch (mit Erfolg) um eine adäquate Rollengestaltung bemüht.
Alle Nebenrollen sind gut besetzt, und Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper hatten mit Carlos Kleiber eine wahre Sternstunde. Auch hier kann man wieder feststellen, daß ein Ensemble über sich selbst hinauswächst, wenn es von einem genialen Künstler geführt wird. Der Dirigent hat uns leider nur eine Handvoll Aufnahmen hinterlassen, aber was er der Schallplatte anvertraut hat, wird Bestand haben und gehört in den CD-Olymp.
Die Produktion aus 1977/78 ist klangtechnisch ganz großartig. Das digitale Re-Mastering hat diese Qualitäten noch einmal beträchtlich gesteigert. Auch die Präsentation ist ausgezeichnet: Nicht nur das vollständige Libretto mit mehrsprachiger Übersetzung liegt bei, das Textbuch liefert zudem noch wertvolle Informationen zu Werk und Aufnahme.
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