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5.0 von 5 Sternen
Geballter Sex & Disco: Donnas Stöhnen dauert 17 Minuten, 11. Juni 2002
Am Vorabend des Startes der Discowelle (Daddy Cool, Fly Robin Fly) planten Donny Summer und ihr Produzent Georgio Moroder in München mit ihrem zweiten Album auf diese Stilrichtung zu setzen.Der 17-minütige Titelsong ist (meines Wissens) bis heute die heißeste Platte, die ein "seriöser" Popstar je gemacht hat. "Erotica" von Madonna, "Erotic Disco", selbst "Je t'aime moi non plus" hören sich dagegen wie ein zahmes Quicky an. Donna Summer legte angeblich in "Love to Love you" 16 simulierte Höhepunkte der Lust, die sie mit Überzeugung - niemals penetrant oder aufgesetzt - und Gefühl von sich gibt. Man hat den Eindruck, als wollte sich die attraktive Wahl-Münchnerin noch zurückhalten, damit die Nachbarn sich nicht beschweren. Damit dürfte sie die Phantasien unzähliger Menschen damals beflügelt haben. Der Titel war damals als Single der Durchbruch für ihre Karriere. Die eleganten Streicher und die für den Münchner-Sound (z.B. Boney M.) typische Orchestrierung liefert neben Erotik auch Disco-Sound vom Feinsten, der etwas später mit "I feel Love" in technischer Perfektion noch überboten wurde und europaweit eine neue Hochwassermarke für moderne Tanzmusik setzte. Die weiteren Songs handeln z.T. auch von diesem Thema, sind aber konservativer, z.T. fast gospelartig. Bei "The Hostage" (damals verboten wegen indirektem Bezug zu den Flugzeugentführungen) oder "Pandoras Box" zeigt Donna Summer das breite Spektrum Ihrer Stimme, die einige Kritiker damals auf ihr sensitives Stöhnen reduzierten und in ihr eine Eintagsfliege sahen. Die vielen Hits - bis in die Neunziger - (The Wanderer, Bad Girls, The Radio), die sich kaum ähneln - rückten dieses falsche Bild schon bei der Folge-Single zurecht. Eine Platte für Nostalgiker der Tanzmusik der 70-er. Für Hörer, die gerne tanzen gehen und als dezenter Hintergrund für Paare, die gerne Liebe machen. Ein Vorsichts-Tip aus der Praxis: Wer diese Platte mit ihrer geballten Sinnlichkeit schon beim ersten Treffen auflegt (z.B. beim Nachhilfeunterricht in Mathe mit einer begehrten Mitschülerin) kann sich auch leicht eine Ohrfeige einhandeln!
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