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Typisch, daß der alte Blues-Grummelbär die Devise "Don't Look Back" nicht beherzigt: Der letzte Blues-Dinosaurier läßt im achten Lebensjahrzehnt den Blick zurückschweifen und legt auch eigene Klassiker wie "Dimples" neu auf. Das ist nicht verwerflich, aber auch kein Zeichen von Originalität. Sonst groovt und brummelt der vitale Senior durch relaxteen Classic Blues à la "Ain't No Big Thing", den Jüngere gekonnt mit Herz ausfüllen. Der Gipfel aber ist "Healing Game", eines der Duette mit Van Morrison - verwandte Seelen, überirdisch gut. ** Klang: 03-04
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John Lee Hookers Fans fielen 1986 fast vom Barhocker, als er mit dicker Bläsertruppe seine Eifersucht herausgrölte. "Jealous" war funky, frisch und nervös und hätte durchaus ein kommerzieller Erfolg werden können, wenn sich Radioender und DJs für die Uptemponummern interessiert und die hartleibigen Hooker-Fans nicht kollektiv den Daumen nach unten gedreht hätten. "Jealous" floppte aber auch, weil der Blueser selbst keinen Hehl daraus machte, dass dies nicht sein Stil war. Dass in den folgenden gut 20 Jahren allerdings viel mehr schlechtere als bessere Bluesrockalben produziert wurden, zeigt das neu aufgelegte Werk in aller Deutlichkeit. Ebenfalls als remasterte CD liegt "Don't look back" vor. 1997: John Lee Hooker hatte sein Künstlerleben gelebt, in so vollen Zügen, dass er nur noch ab und zu auf der Veranda die Gitarre in die Hand nahm und alte Songs wie "Dimples" klimperte. Van Morrison trat dem alten Mann in den Hintern und sorgte dafür, dass er noch ein letztes komplettes Studioalbum einspielte. Der Plan einer gemeinsamen Produktion war in den langen Jahren ihrer Freundschaft gereift, und dieses Grammy-gekrönte Album lässt spüren, wie eng Hooker und Morrison künstlerisch verbunden waren. Gegen diese einzigartige Chemie sind alle Duette auf "The Healer" höchstens dritte Wahl. (ron) www.kulturnews.de