Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
She's so cold - 1994 Remaster, 15. Mai 2008
Etliche Titel auf "Emotional Rescue" waren Überbleibsel aus den Sessions für "Some Girls" zwei Jahre zuvor (die ich auch schon nicht so toll fand), und so ist es denn auch nicht verwunderlich, dass hier einiges wie Resteverwertung von Songs zweiter Wahl klingt. Für meinen Geschmack ist der Versuch, die Erfolgsformel von "Some Girls" weiter zu spinnen, hier gründlich daneben gegangen.
Ich werde mit der Platte einfach nicht warm - einfach weil sie mir durchweg zu kühl und anteilnahmslos produziert ist. Die Gitarren - und sogar Bobby Keys' Saxophon - klingen überwiegend dünn und hohl, und ich vermisse schmerzlich den rauen, dreckigen, warmen Sound der Stones bis einschließlich "Black and blue".
Dance (Pt. 1) ist okay, aber ich bleibe etwas ratlos - ist es nun eine Gesangsnummer oder nicht? If I was a Dancer (Dance Pt. 2) ein Jahr später auf "Sucking in the Seventies" war besser, weil lebendiger. Let me go ist im Studio einfach zu brav (wie der Vergleich mit der Live-Version auf "Still Life" zwei Jahre später zeigte). All about you ist eine der wenigen Balladen von Keith, die mich einfach nicht berühren (anders als z.B. Sleep tonight, Losing my Touch oder The worst etc.). Summer Romance und Where the Boys go sind einfach nur lärmig und hohl, ohne jede weitere Substanz. Send it to me ist ein netter, aber weiterer kühler Versuch, einen Reggae hinzulegen, und der Tiefpunkt der Platte ist für mich Indian Girl, in dem Jagger ohne jede innere Beteiligung zu fader Klavier- und Akustikgitarrenbegleitung von Vergewaltigung und weiteren Bürgerkriegsgräueln singt.
Überzeugend finde ich lediglich drei Songs: Emotional Rescue (eine Art Fortführung des Erfolgsrezeptes von Miss you) ist wenigstens originell, selbst wenn man (wie Keith) nicht so auf diese Art Musik steht. She's so cold hat mir immer klasse gefallen, seit ich es '80 zum ersten Mal im Radio hörte - hier passt die kühle Produktion wenigstens wie die Faust auf's Auge! Und mit Down in the Hole kriege ich endlich doch noch meinen langsamen, dreckigen Blues...
"Emotional Rescue" bleibt für mich die kälteste aller Stones-Platten. Sie klingt, als hätten die Stones hier nur die Form gewahrt und ohne große innere Beteiligung eine Pflichtübung in Stückwerk erledigt, und sie bleibt somit weitestgehend in meinem CD-Regal stehen.
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11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Noch einmal mit Gefühl !!!, 29. November 2003
Mit der 1978 erschienenen LP "SOME GIRLS" waren die Stones nach langer Durststrecke künstlerisch wieder zu ihrem Niveau der späten Sechziger gelangt. Und mit "EMOTIONAL RESCUE" bewiesen sie, daß sie sich auch im Zeitalter von Punk und New Wave durchaus halten konnten. Für mich haben diese beiden Platten immer irgendwie zusammengehört, wo "SOME GIRLS" den lauteren, ungeschliffeneren Sound einer live im Studio eingespielten Wiederauferstehung des Rock'n'Roll liefert und damit den "orthodoxeren" Eindruck hinterlässt, gibt sich "EMOTIONAL RESCUE" stellenweise ausgetüftelter, feiner arrangiert und insgesamt abwechslungsreicher. Die Jungs scheinen richtig Spaß am Experiment (siehe auch das dazugehörige Thermo-Cover) gehabt zu haben, trotzdem ist dabei eine knackige Rockscheibe entstanden, die den Faden von "SOME GIRLS" weiterspinnt und einfach jedes Stück wert ist. "Dance" ist , ähnlich wie "Miss You" vom Vorgänger, eine gelungene Reminiszenz an die Disco/Funk-Ära, aber dank Charlie Watt's trockenen Drums und einigen sehr präzisen Riffs eine 100%ige Stones-Nummer, gefällt mir sogar noch besser, weil es hier nicht so ganz nach kalkulierter Hitsingle klingt. "Summer Romance" bietet, ebenso wie "Let Me Go", "Where The Boys Go" und das göttliche "She's So Cold" absolut zeitgemäßen (aus heutiger Sicht: zeitlosen) Rock, der die Einflüsse des Punk nicht verleugnet, sich aber auch nicht von ihm vereinnahmen lässt. Man nimmt Jagger und Co. einfach ab, was sie da bringen, diese Musik ist ihnen gemäß und wirkt überhaupt nicht gekünstelt oder erzwungen. Daneben gibt es mit "Send It To Me" noch eine ausnahmsweise gelungene Reggae-Adaption, feine mexikanische Bläser bei "Indian Girl" und mit "Down In The Hole" seit langem mal wieder einen richtig glaubwürdig dargebotenen Blues, den Jagger trotz klassischem Instrumentarium mit Mundharmonika unglaublich modern klingen lässt, also nix mit uralt und gähn! Überhaupt ist Jagger wieder extrem gut bei Stimme, was auch dem Titelsong zugute kommt, der sich - auch musikalisch - die BEE GEES und ihr "Saturday Night Fever" vorknöpft. Zugegeben, das Ding ist vielleicht wirklich Geschmackssache, war aber damals ein veritabler Charthit und ich habe es gemocht. Tja, und dann gibt es mit "All About You" zum Abschluss noch eine der für mich besten Keith-Richards-Gesangsnummern, die je auf einer Stones-LP veröffentlicht wurden, ein grandioser Ausklang für eine tolle LP. Ich denke, die 1980er "EMOTIONAL RESCUE" gehört mit der 1974er "IT'S ONLY ROCK'N'ROLL" zu den Stones-Platten, die qualitativ noch am dichtesten an ihre absoluten Meisterwerke ("BEGGAR'S BANQUET", "STICKY FINGERS", "LET IT BLEED" und "SOME GIRLS") rankommen. Nein, "EXILE ON MAIN ST." habe ich da nicht vergessen, denn die fand ich schon immer nichtssagend!
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Mischmasch aus zu vielen Stilrichtungen, 3. Juni 2001
Von Ein Kunde
Das Problem mit einigen weniger gut verkauften Stones-Platten taucht auch hier auf: Es sind zu viele Stilrichtungen vereint. Dadurch erscheint die CD nicht "wie aus einem Guß" und ein Anhören am Stück läßt keine rechte Freude aufkommen, weil man sich ständig auf einen neuen Stil einstellen muß. Die Stones sind einfach zu vielseitig. Auf dieser CD findet sich zunächst ein wunderbar tanzbarer Hit namens "Dance" im üblichen Easy-Listening Stil für die Disco-Generation. Danach werden mit "Where the boys go", "She's so cold" die damaligen New-Waver bedient, die wiederum Disco verabscheuten. Der klassische Stones-Rock ist mit "Let me go" einigermaßen abgedeckt. Aber dann kommen noch ein paar blueslastige Schwergewichte wie "Down in the Hole" und "All about you", die nun überhaupt nichts mehr mit Disco und New-Wave zu tun haben. Bei diesen Titeln überwiegt Schwermut und Weltschmerz. Jede Stilrichtung, so perfekt sie von den Stones auch auf dieser CD dargeboten wird, beißt sich irgendwie mit den anderen. Es ist, als hätte man Madonna, die Sex-Pistols und B.B. King auf das selbe Konzert geschickt. Das beste ist, man brennt sich mit ausgewählten Titeln dieser CD eine eigene CD, die man mit anderen Stücken der Stones kombiniert. Die Selbstgebrannten könnte man dann folgendermaßen nennen: "Stones im Disco-Fever", "Stones spielen Stones", "Stones für Bluesmen".
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