Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Mein Klassiker", 17. Dezember 2002
Was macht ein Kunstwerk zum Klassiker? 1. Es inspiriert weit über den Zeitpunkt seiner Entstehung hinaus Menschen, selber schöpferisch tätig zu werden. 2. Es verliert auch bei wiederholtem Genuss nichts von seinem Reiz und seiner Bedeutung für den Kunstrezipienten.Filme erfüllen das zweite Kriterium wesentlich seltener als Musikwerke. In Zeiten, da Filme in erster Linie im Kino gezeigt wurden, war dies kein Problem. Aufgrund der wachsenden Verbreitung des Mediums DVD, werden sich Filme in Zukunft aber gerade an diesem zweiten Kriterium messen lassen müssen. Ein Film, der sicherlich auch dem sich wandelnden Rezeptionsverhalten standhält, ist Dziga Vertovs Klassiker DER MANN MIT DER KAMERA. Der Film ist zusammengestellt aus Wochenschauaufnahmen und bietet somit einen interesanten Einblick in den sowjetischen Alltag der zwanziger Jahre. DER MANN MIT DER KAMERA ist aber viel mehr als ein Wochenschaukompilationsfilm. Er ist mit seiner virtuosen Schnitttechnik, seinem Verzicht auf Zwischentitel und seinen wegweisenden Spezialeffekten sowohl Vater des Poetischen Dokumentarfilms als auch des Musikvideos. Diese doppelte Vaterschaft wird von der hier vorliegenden DVD des British Film Institute mit zwei hervorragenden Soundtracks und einem Audiokommentar des Filmhistorikers Yuri Tsivian herausgearbeitet. Das Alloy Orchestra hat sich mit seinen stets gelungenen Stummfilmbegleitungen vor allem in seiner amerikanischen Heimat einen Namen gemacht. IN THE NURSERY, bestehend aus den Zwillingen Humberstone, produzieren seit Mitte der 80er Jahre elektronische Musik. Sie liefern einen großartigen Ambientscore, der mit dem Bilderfluß eine symbiotische Beziehung eingeht, die bei jedem erneuten Betrachten/Hören ein einzigartiges Gesamterlebnis erschafft. Diese DVD, die auch bezüglich der Bild- und Soundqualität keine Wünsche offen lässt, ist "Mein Klassiker" des Films.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
allein schon der Filmmusik wegen...., 2. Januar 2001
Von Ein Kunde
Ich werde mir diese DVD zulegen, weil ich im Herbst 2000 einer beeindruckenden live performance beiwohnen konnte. Dziga Vertov sagte mir damals gar nichts. Ich wollte erst einmal der Filmmusik lauschen, die live eingespielt wurde. Die stammt naemlich von den Zwillingsbruedern Klive und Nigel Humberstone - besser bekannt als "In the nursery". Ueberrascht war ich dann vom Film: Zwar wusste ich, dass mich ein schwarz-weiss-Streifen erwartet. Aber solch ein Film zu dieser Zeit (gemeint ist die Zeit der Entstehung)! Mehr will ich hier nicht verraten. Nur soviel noch: Man sollte die DVD einlegen, sich zuruecklehnen, die Bilder wirken lassen, sich einfach entspannen....jens melle
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aus dem Leben gegriffen, 8. Februar 2008
Wer hat nicht schon einmal am Fenster gestanden, den fahrenden Autos nachgesehen und dabei gedacht "Wo kommen die her? Wo fahren die hin?" Oder beim Vorbeigehen an einer Hochhausfassade hochgeblickt und sich gefragt, was für dutzende Geschichten hinter diesen verschiedenen Fenstern tagtäglich passieren müssen.
Kaum ein Film hat dieses fein-sentimentale Gefühl besser eingefangen als Dziga Vertovs "Mann mit der Kamera".
Von den ersten Sonnenstrahlen, die langsam über einen leergefegten Boulevard kriechen, bis zum Feierabend, nach dem jeder wieder seiner Wege geht, dokumentiert der Film einen Tag in einer großen Stadt. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gehen Menschen zur Arbeit, wer frei hat, fährt zum Strand; die Rentner sitzen im Park; manch einer treibt Sport, oder trifft sich zum Damespiel in der Kneipe.
Eine Heiratsurkunde wird unterschrieben zwei Menschen sind glücklich. Einen Raum weiter im selben Standesamt wird eine Scheidungsurkunde unterschrieben zwei Menschen sind unglücklich (vielleicht aber auch nicht). Kinder kommen auf die Welt; ein Beerdigungszug fährt vorbei.
An anderer Stelle beobachten wir die Frauen in den Telefonzentren die jede Minute hunderte von Gesprächen hin- und herschalten; zwischen Menschen, die wir nie zu sehen bekommen. Und im Hintergrund laufen unaufhörlich die Räder in den Fabriken.
Ich habe der Deutschen DVD-Fassung schon die volle Punktzahl gegeben; das ist Angesichts der Englischen allerdings nicht ganz gerechtfertigt: Hier bekommt man neben einer schicken Pappverpackung noch eine separate Tonspur mit einem moderneren Musikfassung sowie den Audiokommentar eines Filmhistorikers.
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