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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Unentbehrliches, aber unsystematisches Nachschlagewerk, 23. April 2002
Von Ein Kunde
Dies ist in der Tat ein Buch, auf das kein Steiff-Sammler verzichten kann. Etwas Vergleichbares gibt es nicht, und es ist zu hoffen, daß bald eine Dokumentation der Steiff-Jahre vor 1947 erscheint.Leider leidet dieses Buch am selben Manko wie die Erstausgabe von 1995, nämlich an einer Sortierung, die keinem irgendwie erkennbaren System folgt und mit Zoologie rein gar nichts zu tun hat. Ein Beispiel: Im Kapitel "Wassertiere" folgen auf Biber und Otter die Fische – oder, was die Fa. Pfeiffer dafür hält, denn ein Octopus ist auch darunter –, dann kommen plötzlich die Delphine, wodurch pädagogische Bemühungen um den Unterschied zwischen Fischen und Meeressäugern zunichte gemacht werden. Wer aber nun erwartet, daß auf die Delphine weitere Wale folgen, sieht sich getäuscht: danach folgen Frösche, dann zwei Krebse, dann Krokodile, dann - Pinguine, die der gesunde Menschenverstand eigentlich einige Seiten weiter hinten bei den Vögeln erwartet hätte. Nach den Pinguinen folgen Nilpferde, Robben und Schildkröten, die, obwohl es sich bei den letzteren um Landschildkröten handelt, pauschal unter "Wassertiere" subsumiert werden, danach ein Seestern und wieder ein einzelner Fisch (Seepferd), zwei Blauwale - aha, jetzt kommen die anderen Wale, denkt man, aber mittendrin ist noch ein weiterer versprengter Fisch zu finden (Schlammspringer). Bei den Wald- und Feldtieren verhält es sich ähnlich: ein buntes Durcheinander von Mardern, Nagern, einer Eidechse, Wildschweinen, Gemsen, Steinböcken, und dann wieder Nagern und Mardern, dann die Käfer, und danach, vor einer dritten Gruppe Nager, die Luchse, die eigentlich zu den katzenartigen Raubtieren gehören (- die man ansonsten unter "Wildnistiere" findet - vielleicht entschied in diesem Fall das Los) ... Auch eine alphabetische Ordnung innerhalb dieser sonderbaren Gruppeneinteilung ist nicht erkennbar. Wer Tierarten wie etwa einen Luchs oder den Wüstenfuchs nicht identifizieren kann und nach ihrem äußeren Erscheinungsbild den ersteren in der Nähe der Löwen, den letzteren bei den Füchsen sucht, findet beide dort nicht und blättert sich die Finger wund. Warum Tiger nicht unmittelbar auf Löwen und Leoparden folgen, sondern dazwischen Bisons und Saurier "einsortiert" wurden, und warum zwischen den Tigern und den Pumas und Panthern die Zebras und ein einzelnes Pferd zu finden sind, bleibt ein Rätsel. Das Kapitel "Wildnistiere" schließt mit drei Schlangen - die Krokodile waren schon weiter vorne im Kapitel "Wassertiere" zwischen den Fröschen und den Pinguinen untergebracht. Und Kamele, auch solche mit Sattel und Zaum, findet man unter "Wildnistiere", statt unter Haus- und Hoftiere – eine etwas ethnozentrische Sichtweise. Kein Schüler, der sein erstes Biologiebuch besitzt, hätte ein derartiges Gattungs-Durcheinander angerichtet, die sich dieses Buch aufgrund seiner Monopolstellung wahrscheinlich leisten zu können glaubt. Die nichtvorhandene zoologische Systematik schmälert den Gebrauchswert durchaus, denn wenn man weder den Rufnamen noch die Tierart eines Steiff-Tiers kennt, kann man es oft nur durch vieles Blättern und Bilder-Vergleichen finden: Es sieht aus wie eine Art Schaf und hat Hörner? Dann könnte es unter den Haus- und Hoftieren zu finden sein, aber auch unter den Wald- und Feldtieren, und auch unter den Wildnistieren. Na denn, viel Spaß beim Blättern. Den hat man ja durchaus, denn der Unterhaltungswert einer solchen Sammlung ausgezeichneter Fotos ist hoch! Bei allem Respekt für die ungeheure Mühe, mit der das Sammeln der Daten und Bilder verbunden gewesen sein muß: es ist bedauerlich, daß dieses ärgerliche Durcheinander von der Ausgabe 1995 übernommen und die Chance zu einer zoologisch-systematischen Neuordnung bei der Ausgabe 1999 nicht genutzt wurde. Daher nur vier Sterne.
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