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Aufzeichnungen aus Birma
 
 

Aufzeichnungen aus Birma (Broschiert)

von Guy Delisle (Autor), Kai Wilksen (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Broschiert: 272 Seiten
  • Verlag: Reprodukt; Auflage: 1., Aufl. (Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3941099019
  • ISBN-13: 978-3941099012
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 16,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 20.617 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Monsieur Guys Reisen: Nach China ("Shenzhen", 2006) und Nordkorea ("Pjöngjang", 2007) verarbeitet Guy Delisle mit "Aufzeichnungen aus Birma" zum dritten Mal einen Aufenthalt in Ostasien zu einem Comic-Tagebuch. Neu ist: Delisle ist nicht mehr im Auftrag der Trickfilmindustrie unterwegs, um Filmproduktionen im Billiglohnland zu überwachen, er begleitet seine Frau, die für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet, hütet den neugeborenen Sohn und lebt ansonsten das privilegierte, etwas gelangweilte Leben des Devisenbringers in einer Diktatur. Keine Frage, "Aufzeichnungen aus Birma" ist härter als die vorangegangenen Reiseberichte. Härter, weil hier auch die eigene Figur nicht geschont wird, härter, weil die Fronten an keiner Seite klar sind. Wer ist hier der Böse? Die Regierung, von der man nicht einmal sagen kann, ob sie kommunistisch, kapitalistisch, klerikal oder nationalistisch ist? Die westlichen Firmen, die fröhlich in dem ölreichen Land investieren? Die Hilfsorganisationen, die das Regime stützen? Eine hässliche Position hat Delisle als vorgeblich unbeteiligter Beobachter eingenommen, was zeichnerisch zur Reduktion bis zum Minimum führt. Übrig bleibt ein selbstgefälliger Westler mit Bauchansatz, der eine kindliche Freude daran hat, im Flugzeug beim Piloten sitzen zu dürfen und seinem Sohn die Muttermilch wegzutrinken. Erschreckend. (fis)


Kurzbeschreibung

Mehr als ein Jahr weilte Guy Delisle mit seiner Familie im südostasiatischen Birma, das offiziell eigentlich Myanmar heißt. Während seine Frau dort für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet, erfährt Guy Delisle die politische und soziale Realität des von einer geächteten Militärjunta beherrschten Landes. Als er die Gelegenheit erhält, birmesischen Künstlern Unterricht in Trickfilmanimation zu geben, erschließt sich ihm ein ganz persönlicher Einblick in das Leben und Leiden der einfachen Bevölkerung. Auf fast dreihundert Seiten entstehen so Aufzeichnungen aus einem familiären Mikro- und einem birmesischen Makrokosmos.
Nach "Shenzen" und "Pjönjang" ist "Aufzeichnungen aus Birma" der dritte autobiografische Reisebericht des in Frankreich lebenden Kanadiers über ein ostasiatisches Land. Ob China, Nordkorea oder Birma: Guy Delisle versteht es meisterhaft zu beobachten, ohne zu bewerten. So entsteht ein sehr persönliches, aber vorurteilsfreies Bild eines Landes, welches für kurze Zeit vor allem aufgrund der brutalen Gewalt gegenüber friedlich demonstrierenden Mönchen ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt ist.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Jahr in Birma für Ärzte ohne Grenzen, 30. März 2009
Guy Delisles bessere Hälfte arbeitet für Ärzte ohne Grenzen. Als Nadèges Arbeitgeber ankündigt, sie für ein Projekt nach Guatemala zu schicken, zückt der beste Partner von allen gleich den Multi-Vokabeltrainer, um Spanisch zu lernen. Doch es war falscher Alarm, die Hilfsorganisation findet Guatemala zu gefährlich und bietet statt dessen Myanmar an. Zwischen Guy und Nadège auf dem Sofa thront der Grund für diese Entscheidung: Die Delisles werden mit Louis reisen, der gerade zu krabbeln beginnt. Guy Delisles tragikomischer Bericht eines Langstreckenflugs mit Kleinkind ist ausgezeichnet beobachtet und weckt nostalgische Gefühle bei Asien-erfahrenen Eltern. Mutter Nadège hat sich offensichtlich vorher unter Kollegen umgehört und darauf bestanden, dass in Myanmar außer den Rucksäcken der Eltern ein großer Windelvorrat lebensnotwendig ist. Natürlich finden die Neuangekommenen gleich am ersten Tag einen gut sortierten Supermarkt, der auch Windeln im Angebot hat. Man gerät nie in die Situation, auf die man sich vorbereitet hat, sondern wird mit Sicherheit ein völlig anderes Problem haben. Während Vater Guy im Wohnheim für ausländische Helfer Louis hütet, packt Nadège ihren Rucksack, um auf Drei-Tages-Touren Gesundheitsprojekte in den Gebieten der Karen und der Mon zu besuchen. Louis ist gefesselt von birmanischen Steckdosen mit Kippschalter und Betriebsleuchte, die gerade die richtige Höhe für Krabbelkinder haben. Der Schock, dass ein Buggy-schiebender Vater ein kompletter Niemand ist, weil alle nur Augen für das Baby (hier für das ausländische Baby) haben, währt für Delisle nur kurz und bald erkundet der junge Vater fröhlich mit Luis und Buggy durch die Stadt holpernd seine neue Umgebung. Als Louis einen Platz in einem französischen Kindergarten bekommt, kann Guy Delisle wieder in Ruhe zeichnen und seine Erlebnisse in der Militärdiktatur Myanmar zu Papier bringen. In kurzen Kapiteln von 2 bis 4 Seiten Umfang nehmen wir am Leben der jungen Familie in tropischen Klima teil, verfolgen ihre Sorgen um die Ausbreitung der Vogelgrippe und amüsieren uns über fette Kröten, Schlangen und anderes Getier. Delisles Abgeschiedenheit als Stay-at-home-Dad, der sich in einer geschlossenen Gruppe ausländischer Helfer stark als Außenseiter empfindet, währt nur kurz. Schon bald beginnt er, eine kleine Gruppe von einheimischen Illustratoren zu unterrichten und erhält den Auftrag, eine Broschüre für HIV-infizierte Kinder zu illustrieren.

Während Shenzhen in sehr düsteren Bildern Delisles Isoliertheit in einer ihm unverständlichen Kultur zeigt, vermittelt "Aufzeichnungen aus Birma" eine wohltuend heitere Stimmung. Mit Landkarten und Berichten aus der Perspektive ausländischer Helfer finde ich den Band erstaunlich informativ. Goldene Pagoden und freundliche Nachbarn halten Delisles nicht davon ab, die Widersprüche einer Diktatur aufzuzeigen, die sich für die Bekämpfung von Malaria, Tuberkulose oder HIV nicht zuständig fühlt. Delisle nimmt kritisch die Bürokratie Myanmars aufs Korn und hinterfragt, ob ausländische Helfer trotz Behinderung ihrer Tätigkeit durch die Militärdiktatur nicht dieses Regime gerade damit stützen, dass sie unter unzumutbaren Arbeitsbedingungen ausharren. Dass der Illustrator für das Titelbild seines Buches kein sattes Reisfeld-Grün wählt, sondern ein gedecktes, militärisch wirkendes Grün, gibt zu denken. Genial finde ich, wie Delisle seinem Alltag das touristische Birma entgegensetzt, das die junge Familie bei Ausflügen kennen lernt. Die staatlich gesteuerte Kultur zeigt sich gerade in Delisles winzigen Schwarz-Weiß-Streifen eindringlich als gelackte, menschenleere Fassade für ausländische Besucher.

Falls Sie darüber nachdenken, mit Kind und Kegel ein Jahr in Südostasien zu verbringen, kaufen Sie Delisles Birma-Tagebuch. Falls Sie Rucksack oder Container schon gepackt haben, kaufen Sie es. Und falls ein anderes Familienmitglied Interesse an einem Asien-Aufenthalt zeigt, verschenken Sie es! Delisles umfangreiches Comic-Tagebuch seines Birma-Aufenthaltes im Jahr 2005 empfinde ich als eines der charmantesten und zugleich informativsten Bücher, das bisher über ein asiatisches Land erschienen ist.
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5.0 von 5 Sternen Grandios!, 17. September 2009
Von Dagmar Henze (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Als ich von einem Freund dieses Buch geschenkt bekam, dachte ich: "Äh, ein Comic?". Und hatte nicht so recht Lust, es zu lesen, blätterte darin rum, las die erste Seite, las mich fest. Und war hellauf begeistert. Wer jemals in einem (südost)asiatischem Land war, wird viele Details wiederfinden, die einem dort selbst das Leben schwer gemacht haben. Ständige Stromausfälle bei Temperaturen von über 40°, die allgegenwärtige Korruption, die Magen-Darm-Geschichten... Dabei ist alles so nett lakonisch erzählt bzw. gezeichnet. Sehr witzig und trotzdem sehr weise ist dieses Buch, wann hat man das schon? Unbedingt kaufen!
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