Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wow, was für ein ungewöhnlicher Plot! , 5. Januar 2009
Diesen Roman der schwedischen Autorin Ninni Holmqvist habe ich regelrecht verschlungen! Die Geschichte ist beklemmend, aber trotzdem mit einer tollen Leichtigkeit erzählt. Die 50jährige Dorrit wird in die "Einheit" abtransportiert, weil sie -kinderlos und beruflich nicht übermäßig erfolgreich- für die Gesellschaft eine "Entbehrliche" geworden ist. So soll sie mit ihrem Restleben wenigstens etwas Nützliches für die Gesellschaft - für die Benötigten- tun, und u.a. als Versuchskaninchen und Organspenderin zur Verfügung stehen.
Als Leser hatte ich eigentlich mehr sachliche Detailfragen, als letzlich beantwortet wurden, das hat aber in diesem Fall überhaupt nicht gestört. Die Geschichte von Dorrit und ihren schnell gefundenen Freunden ist so warmherzig, nachvollziehbar, interessant und komplex erzählt, lässt einen seitenweise sprachlos zurück. Genauso könnte es sein, sagt man sich, für die letzten kleinen Fragen hat ja jeder Leser dieses wahrlich außergewöhnlichen Buches hoffentlich noch genug eigene Fantasie. Mehr Erklärungen hätten dem Buch m.E. auch nur geschadet, es ist ja nicht nur ein Science-Fiction Roman, hier geht es um mehr: Um das Leben und den Sinn darin, die Liebe und Menschlichkeit.
Ein Muß-Buch! Absolut empfehlenswert, unbedingt lesen!
|
|
|
19 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bei welchen Themen schalten wir ab oder um?, 20. März 2008
»Ja, es gibt ziemlich viele Intellektuelle hier. Leute, die Bücher lesen.« »Aha«, sagte ich. »Leute, die Bücher lesen«, fuhr er fort, »tendieren dazu, entbehrlich zu werden. In hohem Maße.« »Ach so«, sagte ich. »Ja«, sagte er.
Die schwedische Autorin Ninni Holmqvist war mir bis vor kurzem unbekannt. Durch einen Artikel in der »Welt am Sonntag« wurde die beste aller Ehefrauen aufmerksam und neugierig so fand das Buch »Die Entbehrlichen« schnell den Weg zu uns. Da die beste aller Ehefrauen noch auf der Insel Duma Key beschäftigt ist, konnte ich den Roman gleich gelesen.
Dorrit Wegner, die Ich-Erzählerin, lebt in nicht allzu ferner Zukunft. Sie gehört zu den »Entbehrlichen«, denjenigen, die weder ein Kind zur Welt gebracht haben noch den Behörden auch nur einen einzigen Menschen vorweisen können, der bezeugen würde, dass er sie wirklich liebt. Und so wird sie an ihrem 50. Geburtstag in die »Einheit« eingewiesen, eine Luxusanlage, die nur einem Zweck dient: Die Bewohner stehen für psychologische Tests, Medizinversuche und Organentnahmen zur Verfügung. Am Ende steht für alle nach ein paar Jahren die »Endspende«, bei der dann lebenswichtige Organe entnommen werden.
Dorrit schließt Freundschaften und findet bald in dem Mitbewohner Johannes die große Liebe ihres Lebens - und wird schwanger. Man stellt sie vor die Alternative, das Kind sofort nach der Geburt zur Adooption freizugeben oder bereits den Fötus per Transplantation einer Frau zu spenden, die jünger und vor allem nicht entbehrlich ist. Jemand vom Personal öffnet ihr eine dritte Möglichkeit: Flucht aus der Anlage
Die Autorin schreibt so packend und überzeugend, dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Es gelingt ihr, den Wahnsinn der (schwedischen) Gesellschaft, in der das Wegsperren und Ausschlachten der »Entbehrlichen« durch Volksabstimmung selbstverständlich unter Berücksichtigung aller erdenklichen humanistischen Gesichtspunkte - legalisiert wurde, so »normal« erscheinen zu lassen, dass man sich als Leser mehr und mehr vorstellen kann, wie eine solche Entwicklung in einem demokratischen Staat, wenn die Rahmenbedingungen passen, möglich wäre.
Ich selbst interessierte mich nicht besonders für Politik und war viel zu jung, um mich mit Begriffen wie »mittleres Alter« identifizieren zu können. Jedes Mal, wenn die Sache zur Sprache kam, in den Massenmedien wie in der Wirklichkeit, seufzte ich gelangweilt und blätterte weiter oder wechselte den Kanal oder das Gesprächsthema. Diese Art von gesellschaftlichen Fragen hatte mit mir einfach nichts zu tun, fand ich...
Bei welchen Themen schalten wir den Fernsehkanal um, weil sie »einfach nichts mit uns zu tun« haben?
Genau betrachtet vermittelt dieser Roman eine ähnliche Botschaft wie der Film »Die Welle«, über den ich kürzlich geschrieben habe: Wir sollten nicht davon ausgehen, dass unsere moderne und aufgeklärte Zivilisation vor Machtmissbrauch und faschistischer Autokratie sicher geschützt wäre.
Mein Fazit: Ein ganz hervorragendes Buch einer Autorin, die mit diesem Werk auf ihre anderen Bücher neugierig macht. Spannende Lektüre, die keinen Moment langweilt. Ein brisantes Thema, das aber ohne Pathos oder den belehrend erhobenen Zeigefinger präsentiert wird - und gerade deshalb so tief ins Herz trifft. Stilistisch und sprachlich (ein großes Lob gebührt sicher der Übersetzerin Angelika Grundlach!) ragt der Roman aus der Masse heraus. Ich kann »Die Entbehrlichen« uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen.
|
|
|
11 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Entbehrlichen, 11. Februar 2008
"Ein Sanatorium voller Luxus und Komfort. Eine Gesellschaft, die nur auf ihre produktivsten Mitglieder, die "Benötigten"setzt.Und eine Frau, die ihnen ihren Körper und ihr Leben opfern soll. Weil sie fünfzig ist. Weil sie keine Kinder hat. Und weil sie liest. Eine Entbehrliche." Den Inhaltstext habe ich zunächst übernommen, um eine Idee von diesem Buch zu vermitteln. Was ist wichtig im Leben?Wie wird man wahrgenommen? Wer urteilt über Fähigkeiten eines Individuums und wo setzt der Maßstab an? Diese beklemmende Geschichte einer Frau habe ich zuerst als ungewöhnlich und beängstigend wahrgenommen aber bald gemerkt, dass sie gar nicht so weit von der Realität entfernt ist. Für mich ist das Buch eine Aufforderung über das eigene Handeln und Be-bzw. Verurteilen nachzudenken, auch wenn es manchmal unbequem ist.Die klare Sprache gibt der Gedchichte trotz ihres Inhalts eine gewisse Leichtigkeit.Ein tolles ungewöhnliches Buch!
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|