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28 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goet, 9. August 2005
Von Ein Kunde
...,,unter dem rechten Auge hatte er sich durch den Kopf geschossen...", so lautet ein Satz am Ende des Briefromans von Goethe. Und später:,, Aus dem Blut auf der Lehne des Sessels konnte man schließen, er habe sitzend vor dem Schreibtisch die Tat vollbracht". War es aus Verzweiflung? War es aus Angst? Wie es zu so einer Tat kommt kann man in dem Buch nachlesen.Die Leiden des jungen Werther ist ein Briefroman, in dem Werther seinem Freund Wilhelm Briefe schickt, die aus seinem Leben erzählen. Dass Werther am Ende Selbstmord begeht, wird dem aufmerksamen Leser schon sehr früh klar. Zahlreiche Textstellen deuten darauf hin. Nun kann man sich natürlich fragen, worin der Reiz liegt, dieses Buch zu lesen, wenn man schon von vorn herein weiß, dass sich die Hauptperson am ende das Leben nehmen wird. Die Antwort ist die, dass es nicht die Ungewissheit ist, wie das Buch ausgeht, sondern die Ungewissheit des Lesers, wie es zu einer solchen Tat kommen kann. Und genau das wird in dem Buch sehr genau geschildert. Man erfährt im ersten Teil des Buches einiges über Werther. Man erfährt, dass er eigentlich wegen einer Erbschaftsangelegenheit für seine Mutter unterwegs ist. Darüber hinaus erfährt man, dass Werther die Kunst liebt und selbst auch gerne zeichnet. Am liebsten zeichnet er die unangetastete, schöne Natur. Nach einer gewissen Zeit trifft er auf Lotte, eine junge Frau, in die er sich sehr schnell verliebt. Lotte hat einen Verlobten namens Albert. Nachdem man erfährt, dass Lotte verlobt ist, kann man sich bereits denken, dass die Geschichte kein gutes Ende erwartet. Man wird aber dadurch, dass man weiß, dass Lotte einen Lebensgefährten hat, animiert weiter zu lesen. Die Situation wird noch dadurch gesteigert, dass man erfährt, dass Lotte Albert heiratet. Es wird immer deutlicher, dass die Situation für Werther immer aussichtsloser wird und schließlich wie beschrieben endet. Die schöne Idylle am Anfang des Buches steht in einem großen Gegensatz zu dem Ende. Es wird einem ermöglicht das Scheitern Werthers hinsichtlich seiner Liebe zu Lotte mitzufühlen und mit zu erleben. Das Buch hebt sich am meisten dadurch von anderen ab, dass es ein Briefroman ist. Es kommt daher auch vor, dass man nicht alles erfährt, was Werther macht, weil er nicht regelmäßig Briefe schreibt. Das gibt dem Buch eine besondere Note und grenzt es von anderen, insbesondere moderneren Büchern ab. Goethes ,,Werther" ist ein Klassiker, den man unbedingt gelesen haben sollte. Außerdem wird das Buch, desto mehr man sich mit damit beschäftigt und hinterfragt, immer interessanter und verständlicher.
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