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Warum brauchen Worte keinen Waffenschein?, 5. Oktober 2003
Journalist oder Schriftsteller - für manche sind das Traumberufe. Traumberufe mit Macken, glaubt man den Journalisten und Schriftstellern, Kritikern und Philosophen, die sich ihre Gedanken gemacht haben zu den Berufen, die auf dem Wort gegründet sind. "Ein Journalist ist einer, der nachher alles vorher gewusst hat", sagte zum Beispiel der Schriftsteller Karl Kraus. Und Nobelpreisträger Günter Grass meint: "Ein Schriftsteller ist jemand, dessen Intelligenz nicht groß genug ist, um mit dem Schreiben aufzuhören".Am Anfang war das Wort, heute sind es Wörterbücher, die uns aus Presse, Fernsehen, Radio und Internet entgegenströmen - nicht immer zu aller Freude. "Worte sind wie Waffen" (Verlag Ernst Probst) heißt ein Buch, das "Weisheiten und Torheiten über die Medien" (Untertitel) gesammelt hat. Alphabetisch nach Stichworten geordnet, bekommen die Medien und ihre Macher ihr Fett weg. Tiefsinnig und launisch, böse und lobend - die Zitatensammlung, herausgegeben von Doris Probst und Ernst Probst, nähert sich dem Phänomen Medien von allen Seiten. So darf der englische Dramatiker Harold Pinter granteln: "Kritiker ohne Arroganz sind heutzutage so selten wie Fische ohne Flossen". Literatur-Ikone Marcel Reich-Ranicki hält dagegen: "Mann soll die Kritiker nicht für Mörder halten. Sie stellen nur den Totenschein aus". Doch letztlich dominiert das Versöhnliche. Wie gut es um eine Presse gestellt ist zeigt sich daran, dass man in ihr über sie jammern kann. Stuttgarts früherer Bürgermeister Manfred Rommel meint dazu: "Die Verhältnisse sind dort am besten geordnet, wo die Journalisten alles schreiben können, was sie wollen, und wo die Politiker nicht alles machen, was die Journalisten schreiben". Fazit: "Worte sind wie Waffen" bietet einen amüsanten Parforce-Ritt durch das Dickicht der Medien mit ihren Akteuren, Eitel- und Empfindlichkeiten und ist immer für ein Zitat gut (das sich dank des Registers und der Stichwort-Anordnung auch gut wiederfinden lässt).
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