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Atlas Shrugged: Wer ist John Galt?
 
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Atlas Shrugged: Wer ist John Galt? (Taschenbuch)

von Ayn Rand (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 1325 Seiten
  • Verlag: Gesellschaft f. erfahrungswiss. Sozialforsch. (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3932564030
  • ISBN-13: 978-3932564031
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 192.551 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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66 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nichts für Sozialromatiker, 28. April 2003
Von Falk Lucius (Essen, Ruhrgebiet) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ein Schinken, aber was für einer! Wenn ich das Buch gelesen hätte, als es mir vor etwa 25 Jahren empfohlen wurde (damals hieß es noch »Atlas wirft die Welt ab«), hätte ich vermutlich nur die Hälfte von dem verstanden, was seine Bedeutung ausmacht. Man muß wohl erst durch ein großes Stück dieser uns umgebenden alltäglichen, von Menschen geschaffenen Hölle (die nichts anderes tun als es gut mit uns meinen) gegangen sein, um dahinterzusteigen. Und es ist bedeutend.

Das Buch ist ein Roman und zugleich ein philosophisches Manifest, sehr gut lesbar und sehr spannend. Die Vorwürfe an die Autorin, sie hätte zu eindimensionale Charaktere geschaffen, trifft nicht zu. Die Personen sind differenziertester Gedanken und Gefühle fähig, sie lernen (einige wenigstens) und sie verändern sich. Die Sprache ist modern und zugleich bilderreich. Nun aber zum Inhalt: Worum geht es eigentlich?

Hauptperson ist Dagny Taggart, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der größten Eisenbahngesellschaft der Vereinigten Staaten in einer nicht näher bezeichneten Zeit, die in der Zukunft zu liegen scheint, aber in vielen Zügen an unsere sozialstaatliche Gegenwart erinnert. Sie erlebt, wie Leistung diskreditiert und Bedürftigkeit zu einem Wert an sich erhoben wird. Sie erfährt, wie eine Umverteilung von Wohlstand zum Zusammenbruch gesellschaftlicher Normen führt. Sie muß sehen, wie ihre besten Freunde aus der Industrie einer nach dem anderen durch Gesetze und Verordnungen zur Aufgabe gezwungen werden. Alles um sie herum bricht zusammen, und niemand scheint den Verfall aufhalten zu können oder auch nur zu wollen, während korrupte Politiker und opportunistische Unternehmer sich sinnlos bereichern und das Land gleichzeitig immer mehr in Armut versinkt. Die achselzuckende Redensart »Wer ist John Galt?« wird von denen im Munde geführt, denen alles egal zu sein scheint, und Dagny Taggart nimmt den Kampf gegen diese Gleichgültigkeit auf, bis sie gezwungen wird anzuerkennen, daß ihr Leben ihr selbst gehört und niemand das Recht hat von ihr zu fordern, sie müsse für andere leben.

Während die Geschichte erzählt wird, finden wir ganz nebenbei Antworten auf Fragen, die uns bewegen oder bewegen sollten, wie etwa: Was sind die wirklichen moralischen Werte, nach denen man leben sollte? Welche Bedeutung haben Verstand und Gefühl? Und auch untergeordnete Probleme werden gestellt und finden überraschende Lösungen, beispielsweise: Ist Geld (Gelderwerb, Geldbesitz) etwas Schlechtes? Was haben ein Künstler und ein Industrieller gemeinsam? Woran erkennt man menschliche Größe?

Dieses Buch wird nicht jeder lieben, eher nur wenige. Hassen werden es diejenigen, die in ihrem sogenannten Beruf keinerlei Werte schaffen, sondern nur die Werte verbrauchen, die andere geschaffen haben. Von denen wird der Vorwurf kommen, den man seit Erscheinen des Romans immer wieder gehört hat und sogar in so renommierten Werken wie der »Encyclopaedia Britannica« nachlesen kann: Er sei ein Manifest des ungehemmten Egoismus und ein Plädoyer für ungezügelt freie Marktwirtschaft. Die Leuten, die das behaupten, können sich diese Ausgabe tatsächlich sparen. Es ist wahrlich kein Buch für Sozialromatiker.

Uneingeschränkt empfehlen kann man es hingegen denjenigen, die wirkliche Werte hervorbringen und dafür bisher nur die soziale Ächtung als Ausbeuter oder Streber oder Nestbeschmutzer empfangen haben: innovativen, erfolgreichen Unternehmern; großen, einsamen Künstlern; wahrheitsliebenden, radikalen Denkern. Und natürlich all denjenigen, die für diese Personen Sympathie empfinden.

Will jemand behaupten, so eine Haltung sei anachronistisch, nicht zeitgemäß? So eine Behauptung zeigt nur, daß die apokalyptische Entwicklung, die Ayn Rand ausgemalt hat, bereits begonnen hat. Nicht zeitgemäß? Im Gegenteil: »Atlas Shrugged« (so der Originaltitel) ist zwar ein Buch aus den 50er Jahren, seine Zeit wird aber erst noch kommen.

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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Jahrhundert des Produzierens und des Plünderns, 21. März 2001
Von Ein Kunde
Niemals in der Menschheitsgeschichte haben zwei gegensätzliche Weltanschauungen mehr „bewegt", als in dem nun zu Ende gegangenen Jahrhundert. Die russisch-amerikanische Autorin Ayn Rand (1905-1982), hat bereits 1957 in ihrem unerhört spannenden wirtschaftsphilosophischen Roman „Wer ist John Galt?" (englisch „Atlas Shrugged") mit seltener Klarheit und Schärfe die tiefgreifenden Auswirkungen beider Systeme analysiert und damit einen Klassiker des Objektivismus geschaffen.

Für Ayn Rand ist der Mensch ein heroisches Wesen. Seine eigene Glückseligkeit ist der moralische Sinn seines Lebens, die wirtschaftliche Entfaltung seine nobelste Aktivität und die Vernunft seine absolute Richtschnur. Der Objektivismus, der die Basis ihrer Romane bildet, gibt dem Individuum eine vernunftsmässige Orientierung für das Leben auf der Erde, zeigt wie er sein Bestes geben kann. Objektivismus ist die radikale Alternative zu den Ideen, die die heutige Kultur und die Universitäten dominieren: Mystizismus, Altruismus und Kollektivismus - sowie deren Ergebnisse wie Nihilismus, Ökologismus und Multikulturalismus.

Im Roman „Wer ist John Galt" kann der Leser am Beispiel der amerikanischen Eisenbahn- und Stahlbaupioniere hautnah miterleben, wie Wohlstand durch wirtschaftliche Tüchtigkeit geschaffen und mittels ideologischer Irreführung gutgläubiger Menschen systematisch geplündert und wieder zerstört wird. Das im Roman vorkommende „Chancenausgleichsgesetz" ist nur einer der vielen, akribisch aufgezeigten Mechanismen der langsamen planwirtschaftlichen Selbstzerstörung, die Ayn Rand schon während der Russischen Revolution am eigenen Leibe miterlebt hat.

Der Roman hält uns immer wieder den Spiegel vor und zeigt, wie weit unsere Meinung bereits ideologisch beeinflusst ist. So begegnet Ayn Rand etwa der immer noch verbreiteten Behauptung, dass Geld die Wurzel allen Übels sei: „Haben Sie sich jemals gefragt, was der Ursprung des Geldes ist? Geld ist ein Tauschmittel, das es nur gibt, wenn Güter produziert werden und wenn Menschen da sind, die diese Güter produzieren können. Geld ist der materielle Ausdruck des Prinzips, dass Menschen miteinander auskommen, wenn sie Leistung gegen Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind. Die Schnorrer, die den Ertrag Ihrer Arbeit erjammern, oder die Plünderer, die sich mit Gewalt holen, was sie haben wollen, brauchen kein Zahlungsmittel. Geldgeschäfte gibt es nur zwischen Menschen, die etwas produzieren. Ist Geld deshalb von Übel? (...) Erwarten Sie nicht, das die Menschen gut bleiben, wenn Sie schlecht machen, was die Menschen zum Überleben brauchen. Erwarten Sie nicht, dass sie moralisch bleiben und ihr Leben dafür hingeben, der Frass der Unmoral zu werden. Erwarten sie nicht, dass sie produzieren, wenn Produktion bestraft und Plündern belohnt wird.Fragen Sie nicht: „Wer zerstört die Welt?" Sie zerstören sie."

Erschreckend ist diese Aktualität bis in die heutige Zeit. Dies ist nur möglich, weil die Menschen so wenig aus ihrer Geschichte gelernt haben. Kein Wunder also, dass der Objektivismus in Europa so gut wie unbekannt ist.

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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die immerwährende Frage, 14. Juli 2007
Die Frage: Wer ist John Galt? ist letztendlich ein Synonym für die Frage nach der Wahrheit, nach einer absoluten Wahrheit von der man im Allgemeinen nicht gerne spricht. Und dennoch gibt es sie, diese Wahrheit: bei Mensch, Natur, in der Schöpfung. Es ist die absolute Wahrheit, dass nur das, was integer ist, auch wirklich funktioniert und glücklich macht. Wir sind alle davon betroffen, täglich. Wir sind alle davon betroffen, dass wirkliches Glück nur aus der Makellosigkeit kommt, aus der eben genannten Integrität. Das Wort ist vielleicht nicht leicht zu definieren, aber sicher kann es zum Verständnis helfen, wenn ich einige Bausteine oder Pfeiler von Integrität nenne: Werte, Charakter, Prinzipien, Verantwortung, Disziplin, Kompetenz, Vision, Manifestationskraft, Treue und Ehrlichkeit und der Mut, voll und ganz zu sich und seiner Wahrheit zu stehen, auch wenn man dafür eine Welt hinter sich lassen muss.

Ich spreche hier nicht von Perfektion. Sie ist unnerreichbar und leblos. Ich spreche von eben dieser Integrität, die das zentrale Thema dieses Buches ist. Keine der Hauptfiguren ist perfekt, auch nicht John Galt. Aber er ist willens, das Beste zu sein und zu leben, was er nur sein und leben kann. Und sein Bestes ist seine Genialität, die er für sich beansprucht und für seine Freunde, die er aber einer Welt entzieht, in der Mittelmässigkeit, Gleichgültigkeit und (geistige) Räuberei an der Tagesordnung sind. Eine Welt, die von ihren Besten verlangt, dass sie sich für ihr Heldentum schuldig fühlen.

Ich fühlte mich mit der Figur des Hank Rearden, des Stahlfabrikanten, sehr verbunden. Ein Mann mit hohen Idealen, der sich weigert, zu glauben, dass er seine Perlen vor die S... wirft: In seiner Ehe und Familie - und in seinem Beruf. Und so fühlt er sich dauernd schuldig, dass er den allgemeinen gesellschaftlichen Normen nicht entspricht, nicht entsprechen kann, und wird dadurch eminent angreifbar und verwundbar. Seine Ideale, denen er nicht die radikale Freiheit gibt, machen ihn zum Märtyrer - bis ihm dann die, der ihn wirklich liebt, die Augen öffnet und den Weg frei macht zum Tal der Glücklichen.

Wieder, wie Fountainhead, ein Buch zur Selbsterkenntnis. Ein Buch, das in einer Welt der Mittelmässigkeit, Gleichmacherei und der unverdienten Belohnungen Klarheit schafft - wohltuende Klarheit.
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