Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fesselnde Erinnerungen an eine archäologische Sensation, 5. Juli 2000
Von Ein Kunde
9 nach Christus, das lernt schon jedes Schulkind, besiegte der Germane Arminius mit seinen Mannen drei römische Legionen unter ihrem Feldherrn Varus. Doch wo genau diese Schlacht stattfand, blieb lange Zeit im Dunkeln. Irgendwo zwischen dem Niederrhein und Ostwestfalen, darin waren sich die meisten mehr oder weniger seriösen Forscher, die insgesamt 700 Theorien über den Ort der Varusschlacht aufstellten, einig. Doch kein einziger von ihnen konnte seine Vermutungen belegen. Das sollte sich 1987 ändern: In jenem Jahr entdeckte der britische Hobby-Archäologe Tony Clunn mit seinem Metallsuchgerät in Kalkriese bei Bramsche 160 römische Münzen sowie militärische Überbleibsel aus der Antike. Er informierte die Osnabrücker Archäologen, die daraufhin mit Grabungen begannen. Immer mehr förderten sie mit der Zeit zutage, darunter vor allem Münzen, von denen keine einzige nach 9 n. Chr. datierte. Für die Forscher und die Fachwelt steht daher heute fest: In Kalkriese hat eine Schlacht zwischen Römern und Germanen stattgefunden, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 9 n. Chr. steht. Jener Mann, dessen Überraschungsfund die Entdeckung des vermutlichen Ortes der Varusschlacht zu verdanken ist, Tony Clunn, hat jetzt ein lesenswertes und fesselndes Buch vorgelegt, in dem er seine sensationelle Entdeckung, aber auch all ihre Konsequenzen aus seiner Perspektive Revue passieren lässt. Dramatisch fällt seine Schilderung der ersten Funde aus, spannend schildert er die späteren Entdeckungen. Aus jedem Wort atmet der Geist des ruhelosen Entdeckers, der spürt, das er etwas ganz Großem auf der Spur ist. Doch nicht nur die Geschichte der Entdeckung des Ortes der Varusschlacht ist lesenswert. Ebenso spannend und eindringlich schildert Clunn die Ereignisse des Jahres 9 n. Chr., wie sie sich seiner Ansicht nach ereignet haben könnten. So gehen Fakten und Fiktion eine Verbindung ein, die durchweg gelungen ist und niemals konstruiert wirkt. Sicher, das Buch ist mit einer gehörigen Portion Pathos gewürzt. Auch kann man Clunn nicht eben Bescheidenheit bei der Schilderung seiner Entdeckungen unterstellen. Doch sei's drum: Dem Briten ist immerhin eine der größten archäologischen Entdeckungen eines Laien seit Schliemanns Troja-Abenteuer zu verdanken.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht aus den Händen zu legen!, 5. Juli 2000
Von Ein Kunde
Ich kann ernsthaft sagen, daß das Buch von Tony Clunn bei weitem das beste Buch zum Thema Schatzsuche/Prospektieren und Archäologie ist, das ich je gelesen habe. Aufregend, fesseln, interessant und informativ sind nur einige der Auszeichnungen, die einem unmittelbar in den Sinn kommen und die das Buch zu Recht verdient hat. Die Geschichte der Entdeckung eines der wichtigsten Fundorte in Europa wird hier anschaulich erzählt und wie ein Mann den Schlüssel zu einem lange verloren geglaubten Rätsel gefunden hat. Major Tony Clunn's intensiven Boden-Prospektionen und harter Arbeit sowie seiner erstaunlichen Vorstellungskraft ist es zu verdanken, daß Kalkriese als letzte Station der Schlacht, wo sechs bis sieben tausend Mann im Engpass den Tod fanden, weltweit anerkannt wird. Es handelt sich um eine spannende Geschichte über verborgene Schätze, über uralte Legenden und den Lohn der Feld-Prospektionen und der archäologischen Forschung kombiniert mit persönlichem Durchhaltevermögen und Rücksicht. Die Früchte jahrelanger Arbeit offenbaren sich in der lebhaften Aufzeichnung eines Mannes, der es sich zur Mission gemacht hat, das Schicksal der vielen Männer, die vor zwei Jahrtausenden ihr Leben dort gelassen haben, aufzudecken. "Auf der Suche nach den verlorenen Legionen" birgt tatsächlich zwei Bücher in einem. Die spannende Geschichte über die Funde und Fundorte wechselt sich ab mit Tony's Version des Schlachtverlaufs einschließlich des bitteren Endes. Diese Geschichte verleiht der Phantasie Flügel und läßt den Leser direkt am Geschehen vor 2000 Jahren teilnehmen. Man fühlt sich als unsichtbarer aber alles sehender Beobachter und erlebt mit eigenen Augen, wie sich das Drama entwickelt und schließlich im horrenden Desaster endet. Tatsächliche Begebenheiten und wirkliche Personen geben diesem halb-fiktionalen Teil des Buches Glaubwürdigkeit. Arminius' Ansprache an die Stammeskrieger ist besonders aufreibend, und man kann sich gut vorstellen, wie Boudicca nur 55 Jahre später ganz ähnliche Worte an meine britischen Vorfahren gerichtet haben könnte. Wie schade nur, daß sie nicht auch Arminius' Erfolg kopieren konnten! Die Geschichte wird so gut erzählt, daß einem die Römischen Besetzer fast leid tun, was normalerweise nicht üblich ist. Hier wird Geschichte zum Leben erweckt. Tony Clunn befindet sich nicht mehr im aktiven Militärdienst, arbeitet aber als pensionierter Offizier noch immer für die Britische Armee. Er hat sich in Deutschland niedergelassen und wird weiterhin ehrenamtlich an den fortschreitenden archäologischen Arbeiten teilhaben; es wird noch genug Arbeit in Zukunft geben, wahrscheinlich für viele Jahrzehnte. Seine Arbeit ist offiziell anerkannt worden, zum einen in Form des MBE Ordens, verliehen von Königin Elizabeth für seine Verdienste um die Deutsch-Britische Freundschaft. Ferner hat er zwei deutsche Auszeichnungen erhalten. Er war der erste Empfänger einer speziellen Auszeichnung des Landschaftsverbandes Osnabrück für seine ehrenamtlichen Dienste und seine anhaltende Unterstützung des Projekts (1999). Er hat ebenfalls die Ehrenmedaille des Landkreises Osnabrück erhalten, deren höchste Auszeichnung für ehrenamtlichen Einsatz. Das einzige, was mir an diesem Buch nicht gefiel, war das Ende: Ich habe das Buch ungern aus den Händen gelegt und hätte gern noch mehr gelesen! Eine großartige Geschichte und ein großartiges Unterfangen. Obwohl es sich nicht um ein akademisches Buch handelt, ist es ein klassisches Werk, das jedem zusagen und jedermann inspirieren wird, egal ob Archäologe, Historiker, Detektor oder dem normalen Leser.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Varus und Arminius - ein Kampf um Germanien, 28. März 2003
Wo schlug Arminius - Hermann der Cherusker - im Jahre 9 n.Chr. die Römer und vernichtete drei Legionen, eine kampfstarke Armee von mindestens 20.000 Mann? Die "Schlacht im Teutoburger Walde" hat Wissenschaftler und Liebhaber-Archäologen zu vielfältigen Lokalisierungsversuchen angeregt, doch bis vor wenigen Jahren konnte keiner von ihnen durch archäologische Funde hinreichend untermauert werden. Sollte denn eine so große Armee mitsamt ihrer Ausrüstung spur(en)los untergegangen sein? Tony Clunn, ein in Deutschland stationierter Offizier der Britischen Rheinarmee, historisch und archäologisch interessiert, mochte das nicht glauben. Er war vielmehr fest davon überzeugt, daß es auch noch nach 2000 Jahren Überreste geben müsse und sie zu finden seien, wenn man nur am richtigen Ort und mit leistungsfähigem Gerät suche. Angeregt durch alte Münzfunde, die schon den berühmten Historiker Theodor Mommsen vermuten ließen, die Legionen könnten nordwestlich von Osnabrück untergegangen sein, musterte Tony Clunn - die Berichte der antiken Historiker im Kopf - dort die Landschaft mit den Augen des in Strategie und Taktik geschulten Offiziers. Bei Kalkriese begann er zu suchen. Seine Spürsinn hatte ihn nicht getrogen - er fand, immer und immer wieder. Was er gefunden hatte, war erstaunlich und erregte sofort die Aufmerksamkeit der zuständigen Archäologen. Die von ihnen veranlaßten systematischen Grabungen förderten so viele und so charakteristische Funde zutage, daß jetzt mit großer Gewißheit gesagt werden kann: Bei Kalkriese hat der letzte Akt des mehrere Tage und Nächte auf einer langen Marschstrecke sich hinziehenden Dramas stattgefunden. Tony Clunn berichtet über Konzeption und Verlauf seiner Suche so lebendig, daß der Leser das Gefühl bekommen kann, mit dabei zu sein. Doch den eigentlichen Reiz seines Buches bildet ein geradezu genialer darstellerischer Kunstgriff. Als begeisterter Forscher, nicht als nüchterner Wissenschaftler, deutet Tony Clunn seine wichtigsten Funde, stellt sie in den Zusammenhang der Ereignisse und bringt sie als deren Zeugen zum Sprechen. Eindrucksvoll und überzeugend verschränkt er dabei seinen Grabungsbericht mit einer Vergegenwärtigung dessen, was damals geschehen sein könnte. Seine ebenso plastische wie durch die antiken Berichte fundierte Imagination zieht den Leser in ihren Bann und läßt ihn den Verlauf des Dramas gleichsam miterleben. Das geht bis zur Identifikation - doch mit wem, den Germanen oder den Römern? Nicht nur Deutschland, ganz Europa sähe anders aus, wenn Kaiser Augustus sein ehrgeiziges Vorhaben, die Elbe zur Ostgrenze des Imperium Romanum zu machen, damals nicht hätte aufgeben müssen, sondern hätte verwirklichen können. Tony Clunns Darstellung ist in Sympathie und Ablehnung gegenüber den Akteuren, in Anerkennung und Kritik der Ereignisse so ausgewogen, besser gesagt, so mustergültig fair, wie das wohl nur ein Autor britischer Herkunft zu leisten vermochte. Manfred Rosenbach, Berlin
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