Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
bemüht, 6. März 2006
Von Ein Kunde
wer sich schon immer über schlampig recherchierte Berichte im Fernsehen, speziell zu geschichtlichen Themen, geärgert hat, der findet hier hier eine schöne Sammlung in Bezug auf Dresden. Leider endet das Buch aber auch hier. Eigentlich handelt es sich um mehrere Essays, die als solche jedes für sich durchaus interessant sind, aber etwas ziellos um das oberthema Dresden und Opferrolle kreisen. Die immer etwas wütende und rechthaberische Art des Autors geht mit der Zeit auf die Nerven. Man fragt sich, ob es hier nicht für einen guten Lektor gereicht hat, der ihm etwas hätte helfen können. Die seitenlange Auflistungen von sich widersprechenden Opferzahlen ermüdet und dann fehlt doch dem Leser die eigene Recherche des Autors hierzu. Daß die Schilderungen von Augenzeugen immer kritisch zu überprüfen sind, ist schon lange jedem halbwegs Kundigen klar. Dahinter aber böse, politisch gefärbte Absicht zu vermuten?
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nicht nur eine PropagandalÃge von Goebbels Ãberdauert Jahrzehnte, 6. Mai 2007
The Great Dresden Swindle
Dieses Werk hat Gunnar Schubert, durchaus bekannt als KONKRET-Autor, lange umgetrieben. Es ist dem Foliant anzumerken, positiv wohlgemerkt. Denn "was ist zu Dresden nicht schon alles geklöppelt, gebatikt und gelyrikt worden"?, fragt Schubert unter der gewagten Kapitel-Überschrift "Der poetische Bombenholocaust". Und nun - so im Geleit der Publikation - "noch ein Buch Ãber die Bombardierung im Februar 1945 auf Dresden? Noch ein PlÃdoyer fÃr oder wider die Befreiung der Welt von den Deutschen? Noch eine Berechnung der Totenzahlen, der Bombenabwurfmenge, des unermeßlichen Leids derer, die es nicht gewesen sind?".
Nach der LektÃre von Schuberts Buch lautet die Antwort: Es ist keineswegs lediglich 'noch ein Buch' zu Dresden, ein beliebiges schon gar nicht. Denn der Autor nimmt sich detailliert und kenntnisreich vieler der zahlreichen Legenden um die Bombardierung Dresdens an - und widerlegt sie mit dem ihm eigenen schriftstellerischen System StÃck um StÃck. Letztendlich lÃsst Schubert nicht viel Ãbrig von den Mythen deutscher Opfer der mittlerweile wieder gern so betitelten "alliierten Terrorangriffe". Übrig bleiben allerdings historische Tatsachen, die einige so vielleicht nicht gern zur Kenntnis nehmen werden wollen. Bedauerlicherweise sind dem Buch indes weder ein Personen-, noch ein Sachregister ergÃnzend beigefÃgt worden.
Über 22 Kapitel, untersetzt mit 180 Literaturverweisen und Anmerkungen, spannt Schubert seinen mitunter sprachlich brillanten historischen Bogen. Wobei garantiert nicht alles thematisch Relevante letztlich wohl auch einbezogen werden konnte. Beginnend mit den "LÃgen der Zeitzeugen" fÃhrt der Autor dabei die Leserin und den Leser Ãber die "LÃge von der unschuldigen Stadt" hin zu den "LÃgen der Aufrechner" und lÃsst dabei die "TieffliegerlÃge" nicht rechts liegen. Über die "PhosphorlÃge", die "AtombombenlÃge", die "LÃge von der Kunst- und Kulturstadt", die "LÃge von den Mitwissern" sowie die "TotalitarismuslÃge" findet der Verfasser schließlich "kein gutes Ende" im "Tal der Erbarmungslosen".
Denn, so Schubert an dieser Stelle: "Wer versucht die Einzelteile des Great Dresden Swindle zu sortieren, gerÃt in einen tiefen Sumpf von Hörensagen, Behauptungen, Oral History und der Ventilierung dieses schier undurchdringlichen LÃgenkonstrukts durch Negationisten, Revisionisten und staatsideologische Propaganda. (...) Inferno, Hölle, der Tod von Dresden. So schreit und heult eine Volksgemeinschaft, zusammengehalten aus der Abwehr von RealitÃt und Argument. Denn es mangelt ihnen, den einzigen, den wahren Opfern, nicht nur an SchamgefÃhl, sondern auch an SchuldverstÃndnis (...) Die Bombardierungen, das kann nicht oft genug gesagt werden, waren nicht Ursache, sondern lediglich die vorhersehbare Wirkung, dessen, was die Deutschen wissentlich und willentlich verbrochen hatten. Mit der von der Nazi-Propaganda in die Welt gesetzten LÃge von der 'Sinnlosigkeit der Angriffe' verhöhnen Leute wie der MinisterprÃsident Georg Milbradt oder der Negationist Andreas Brie die wenigen, die tatsÃchlich unschuldig starben".
Der Autor betreibt, dies sei keineswegs verschwiegen, in seinem Werk darÃber hinaus unter anderem auch einen kleinen Exkurs "Was vom Antifaschismus in der DDR Ãbrigblieb" und betrachtet den gesamtdeutschen 13. Februar in einer "Chronologie von der Wiedervereinigung bis heute" - so zusammengefasst von aufmerksamen Beobachtern Dresdner Ereignisse allerdings fÃr inhaltlich noch ergÃnzenswert gehalten. Die Lektorin Schuberts, Marit Hofmann - von ihm ironisch als "langjÃhrige FÃhrungsoffizierin" vorgestellt - steuert dem Werk einen unbedingt nicht zu vernachlÃssigenden Gastbeitrag "Der Tod ist ein Meister aus Dunkeldeutschland - Denkmalpflege auf sÃchsisch" bei.
"Weder will der Autor eine neue religiöse Sonderbewegung initiieren, noch hofft er, den Unbelehrbaren, den Menschenfeinden innerhalb und außerhalb der Stadt, zu Einsichten zu verhelfen. Es ist in seiner UnvollstÃndigkeit der Versuch, 'Dresden' aus der isolationistischen Sicht herauszuholen und fÃr ein wenig Gedankenfreiheit zu sorgen", so das postulierte Credo des Autoren. Bei diesem durchaus als gelungen zu resÃmierenden Versuch ÃberlÃsst es Schubert zudem auch keinen Mutmaßungen, seine eigenen politischen Ambitionen betreffend: "Erst wenn man der LÃge von der unschuldigen Stadt ein Ende bereitet, wird man denen gerecht, die wirklich unschuldig umkamen: Verfolgte des Naziregimes, Kriegsgefangene, Kinder".
Gunnar Schubert lebt schon viele Jahre in besagter Stadt an der Elbe - mithin "in der weltlichen Vorhölle, dem Sendegebiet des MDR" - und beweist sich mit diesem Werk als profunder Kenner der 'Dresden'-Materie. Sein Buch widmet er "denen, die gegen Deutschland und diese Deutschen, die es ihnen nie vergessen werden, gekÃmpft haben". Eine Veröffentlichung, die weit Ãber Dresden hinaus berechtigte Aufmerksamkeit erregen dÃrfte.
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