Freitag (Peter Nowak) 20 vom 20.Mai 2005
[...] Die Herausgeberin Ilka Schröder war für die Grünen 1999 ins Europaparlament gewählt worden, hatte aber die Partei später verlassen. Bis 2004 hat sie sich als parteilose Abgeordnete in der Fraktion der Vereinigten Linken im Europaparlament als Kämpferin gegen einen neuen EU-Imperialismus einen Namen und selbst unter vielen Linken nicht unbedingt viele Freunde gemacht. Auch in dem Buch lautet ihr Befund: "Es ist also kein Geheimnis, dass die Europäische Union sich aufmacht, die USA als Weltmacht Nr.1 herauszufordern." Schröder betont, dass es nicht um eine militärische Konfrontation, sondern um ein wirtschaftliches Konkurrenzverhältnis geht. Dabei ist die Frage entscheidend, ob der Dollar oder der Euro zur Weltleitwährung wird, wie der italienisch-polnische Ökonom Giovanni Krowalczyk in seinem kenntnisreichen Aufsatz ausführt. Zu einer starken Währung gehört nun einmal auch ein einsatzfähiges militärisches Potenzial, dass sich die EU gerade schafft. Dazu liefert! der Berliner Publizist Marcus Euskirchen einen gut recherchierten Hintergrundartikel. [...]
Kurzbeschreibung
Weltmacht Europa - Hauptstadt Berlin? beschreibt den dritten Griff zur Weltmacht, den Deutschland nach 1914 und 1933 unternimmt diesmal im Namen und zusammen mit den europäischen Nachbarn, die weiter Konkurrenten bleiben. Das Buch schildert den Aufstieg des besiegten und geteilten Staates erst zum Juniorpartner der USA und schließlich zum Hegemon eines neuen Europa, das sich daranmacht, die alte einzige Weltmacht USA herauszufordern. Die Autoren zeigen das Aggressionspotential der Großmacht mit Herz, ihre antiamerikanische und antiisraelische Außenpolitik, die Förderung von Terroristen als Widerstandskämpfer, die Schwierigkeiten beim Aufbau einer europäischen Identität, den Kampf gegen den Dollar als Leitwährung und die Aufrüstungspläne zu einer weltweit kriegstauglichen EU-Armee.