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5.0 von 5 Sternen
Gelesen. Konsequenz: endlich Vegetarismus!, 6. Juni 2002
Schauen wir uns das Buch von außen an. Da sitzt ein Affe im Vordergrund und schaut nach links. Im Hintergrund ein Mensch als Schatten. Dieser schaut nach rechts. Links rot, Übergang zu Blau rechts. Was assoziieren wir? Rot kann Wärme bedeuten, Blau Kälte. Rot könnte aber auch für Blut stehen. Der warme (blutende?) Affe wendet sich ab vom Blau, vom Kalten. Im Hintergrund wendet sich der Mensch dem Blau zu. Er diskutiert friedlich, aber bestimmt. Diskutiert er wirklich? Er erklärt. Er macht begreifbar. Er überzeugt vielleicht.So in etwa sieht es auch im Inneren des Buches aus. Eine derart klare, verständliche, sowohl emotionale wie auch rationale Argumentation war mir bis zu diesem Buch noch nicht begegnet. Ich war vor dem Buch 'Fast-Vegetarier'. Jetzt bin ich es endgültig. (Das Haupt'argument' schlechthin für mich: 'Menschen BRAUCHEN Fleisch als Nahrung.' wird in diesem Buch leider überhaupt nicht erwähnt. Dazu empfehle ich das Vegetarier Handbuch von Bernd Höcker, welches mir zur Zeit sehr beim endgültigen Ausstieg hilft. Fleisch ist nämlich sogar durchaus UNGESUND!) Krasse und aufrüttelnde Berichte von Tiermördern und ihren Gegnern sorgen für die nötige emotionale Wachheit (Mitleid!) und philosophische Argumentationen für die rationale Begreifbarkeit. Auch nützliche Begriffe wie etwa Speziesismus (Rassismus, Sexismus...) werden erläutert. Ich möchte meine Rezension abschließen mit einem im Buch zitierten Bericht eines reuigen Jägers: 'Es liegt ein Gewehr im Wasser des Moosehead-Sees, etwa sechzig Fuß von der Küste. Dieses warf ich fort um der Menschlichkeit willen vor dreißig Jahren oder mehr. Dort war's, als ich eine trinkende Rehmutter verwundete. Und ich war stolz, als ich sie fallen sah. Sie erhob sich, fiel wieder und schleppte sich langsam fort. Von ferne hörte ich einen kläglichen Lockruf. Als ich sie erreichte, beleckte sie zärtlich ein Rehkitz - ein winziges, furchtsames, zitterndes Wesen. Da schien meine Seele mit einem Finger des Zornes, wie mit einem scharfen Stachel, mein Herz zu durchbohren. Ich nahm das Rehkitz behutsam auf, als die Mutter gestorben war und kniete nieder an der Küste des Sees. Ich betete und schrie mein Gelübde zum Himmel, nie wieder ein Tierwesen zu töten oder sein Fleisch zu essen. Ich verdammte jenes Gewehr, ich verfluchte jenen Schuß und begrub die Rehmutter an jenem Tag. In Tränen betete ich über dem Begräbnisort, dann trug ich mein Rehkitz heim.'
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