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Der Antichrist. Versuch einer Kritik des Christentums
 
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Der Antichrist. Versuch einer Kritik des Christentums (Gebundene Ausgabe)

von Friedrich Nietzsche (Autor)
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Auf Voltaires Schlachtruf gegen die Kirche antwortet Nietzsche mit seinem "Fluch auf das Christentum" - so der ursprüngliche Untertitel für den "Antichrist". Die 1888 abgeschlossene und 1895 erschienene Abhandlung sieht im Christentum eine das Leben schwächende, ja vernichtende Religion. Der "Versuch einer Kritik des Christentums" stellt Nietzsches schärfste Attacke in seiner langjährigen Auseinandersetzung mit Kirchengeschichte und paulinischem Christentum dar.


Der Autor über sein Buch

„Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt – ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen ... Ich heiße das Christentum den einen großen Fluch, die eine große innerlichste Verdorbenheit, den einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist – ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit ....“ Friedrich Nietzsche 1895 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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50 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Der Priester herrscht durch die Sünde", 26. Mai 2008
Von Kritischer Leser (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
"Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die fruchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Korruption gehabt. Die christliche Kirche ließ nichts mit ihrem Verderbnis unberührt, sie hat aus jedem Wert einen Unwert, aus jeder Wahrheit eine Lüge, aus jeder Rechtschaffenheit eine Seelen-Niedertracht gemacht. Man wage es noch, mir von ihren 'humanitären' Segnungen zu reden! Irgend einen Notstand abschaffen ging wider ihre tiefste Nützlichkeit, sie lebte von Notständen, sie schuf Notstände, um sich zu verewigen ..."
Dieses Zitat stammt aus dem letzten der 62 kurzen Kapitel. Schon im kurzen Vorwort schreibt Nietzsche, dass dieses Buch für eine Minderheit geschrieben ist und dass man es wohl zu späteren Zeiten besser verstehen würde. Man tut das hoffentlich heute, 120 Jahre nach Niederschrift.
Es ist kaum möglich, dieses Werk zu knapp zu würdigen: da ist die intensive Sprache, in der jeder Halbsatz ein Volltreffer, eine Punktlandung ist. Nitzsche bringt es fertig, nicht nur eine erbarmungslose, begründete Kirchenkritik zu verfassen, er findet auch Kritik an den großen deutschen Philosophen, besonders an Kant, die zu sehr Knechte der Theologie seien.
Er vergleicht Buddhismus mit Christentum, geht auf das Judentum ein und bringt eine interessante Interpretation von Jesus. Nitzsche stellt das Verhältnis der Kirche zur Wissenschaft dar - mit vielen Seitenhieben auf Paulus: "Der 'Glaube' als Imperativ ist das Veto gegen die Wissenschaft, - in praxi die Lüge um jeden Preis ... Paulus begriff, dass die Lüge - daß der 'Glaube' not tat; ...".
"Der Priester kennt nur eine große Gefahr: das ist die Wissenschaft, - der gesunde Begriff von Ursache und Wirkung. Aber die Wissenschaft gedeiht im ganzen nur unter glücklichen Verhältnissen, - man muß Zeit, man muß Geist überflüssig haben, um zu 'erkennen' ...'Folglich muß man den Menschen unglücklich machen', - dies war zu jeder Zeit die Logik des Priesters. - Man errät bereits, was, dieser Logik gemäß, damit erst in die Welt gekommen ist: - die 'Sünde'... Der Schuld- und Strafbegriff, die ganze 'sittliche Weltordnung' ist erfunden gegen die Wissenschaft, - gegen die Ablösung des Menschen vom Priester...; der Priester herrscht durch die Sünde."
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43 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das Zuchthaus" (Gesetz wider das Christenthum)., 6. Oktober 2007
Von Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Zur Zeit rollt die Welle der sogenannten "new atheists" über Deutschland und den Rest der Welt. Der in Oxford lehrende Evolutionsbiologe Richard Dawkins ist der bekannteste Vertreter dieser Bewegung und sein neuestes Buch "Der Gotteswahn" (orig: "The God Delusion") ist diesen September auf Deutsch erschienen. Nur wenige Wochen später kam Christopher Hitchens "Der Herr ist kein Hirte" (orig: "Why God is not Great") auf den deutschen Buchmarkt. Beide Autoren rechnen in schärfster Polemik mit dem unkritischen Glauben an eine göttliche Instanz ab und ziehen sich so den Hass vieler Gläubigen zu. Und dennoch, gegen Friedrich Nietzsches Spätwerk "Der Antichrist" wirken Dawkins, Hitchens & Co eher harmlos. Was Nietzsche hier liefert, ist der brutalstmögliche nur denkbare Angriff auf das Christentum sowie dessen zersetzende Wirkung auf die Menschheit.

Was Nietzsche anprangert ist die Tendenz des Christentums, Schwäche und Demut zur Tugend zu erklären. Seine Wut richtet sich vor allem gegen die Primärtugend des Christentums, das Mitleid: "Die Schwachen und Missrathnen sollen zu Grunde gehen: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen auch noch dazu helfen. Was ist schädlicher als irgendein Laster? - Das Mitleiden der That mit allen Missrathnen und Schwachen - das Christentum..." (Abschnitt 2). Da die Nazis sich Nietzsches Rhetorik zu Eigen gemacht haben, benötigt sie heute einige erklärende Worte. Das "Schwache und Missrathne" bezieht sich bei Nietzsche niemals auf irgendwelche körperliche Eigenschaften oder ähnliches. Als schwach prangert Nietzsche die freiwillige Unterwerfung eines jeden Menschen unter ein göttlich legitimiertes Moralkonstrukt wie das des Christentums, zum Beispiel, an. Sich davon zu befreien, alle aufoktroyierten Werte abzulehnen und sich selbst seine Lebensmaximen zu schaffen, das bedeutet für Nietzsche Stärke. Diesen potentiellen Zustand eines jeden Menschen bezeichnet Nietzsche in "Also sprach Zarathustra" als den Übermenschen. Das Konstrukt des Göttlichen sei der Haupthinderungsgrund für den Menschen, den Zustand des Übermenschen zu erreichen, da Religion von Grund auf diesseitsverachtend sei: "Gott die Formel für jede Verleumdung des 'Diesseits', für jede Lüge vom 'Jenseits'! In Gott das Nichts vergöttlicht, der Wille zum Nichts heilig gesprochen!" (Abschnitt 18) Religion also als der Wille zum Nichts. Demgegenüber steht Nietzsches Wille zur Macht, der nichts anderes ist als der Wille zum Übermenschen.

Und so geht es munter weiter: "Das Christenthum ist ein Aufstand aller Am-Boden-Kriechenden gegen das, was Höhe hat" (Abschnitt 43). "Der Christ, diese ultima ratio der Lüge" (Abschnitt 44). An anderer Stelle wird das Christentum als "Gehirn-Dressur" (Abschnitt 59) bezeichnet, um im letzten Abschnitt zu bilanzieren: "Ich heisse es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (Abschnitt 62). Jede mögliche Beleidigung, die man sich nur denken kann, findet sich an irgendeiner Stelle in "Der Antichrist". Für jeden, der political correctness sowieso für überschätzt hält, ist das genau das Richtige. "Der Antichrist" ist im höchsten Maße unterhaltsam, politisch unkorrekt und trifft abseits aller Polemik genau den Punkt. Alle Religion basieren auf dem Grundsatz der bedingungslosen Akzeptanz bestimmter Wert- und Moralmaßstäbe. Kritisches Denken wird in sämtlichen Schriften der monotheistischen Religionen als Gefahr diskreditiert. Darin lag damals und darin liegt heute eines der Hauptprobleme der Menschheit.

Fazit: Hart, polemisch, gnadenlos. Da die Nazis Nietzsches Terminologie für ihre Zwecke missbraucht haben, ist es unbedingt erforderlich Begriffe wie den "Übermenschen" oder das "Schwache und Missrathne" zu erklären und im Kontext zu verstehen. Ist das geschehen, ist es leicht nachzuvollziehen, warum Nietzsche bis heute einer der faszinierendsten und aktuellsten Philosophie geblieben ist.
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43 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Tief sitzt die Unwahrheit..., 5. Mai 2004
Von Ein Kunde
Ich habe auch, wie schon ein Rezensent vorher geschrieben hat, lachen müssen, nachdem ich nur ein paar Kapitel dieses Buches gelesen hatte, und mir dann nochmal den Untertitel ansah, "VERSUCH einer Kritik des Christentums". Schon nach einem kleinen Teil des Buches bleibt kein Zweifel darüber zurück, was es mit dem Christentum wirklich auf sich hat; es ist eine einzige riesige, geniale, zum Zweck der Illusion von Gesundheit krankmachende Lüge. Ja, man muss krank sein, krank gemacht worden sein, um danach durch (diese) Religion gesunden zu können. Aber was mir am wichtigsten war, und warum ich diese Rezension schreibe: Die Sprache die Nietzsche benutzt ist, bis auf einige einzelne Worte, sehr einfach, nicht schwer zu verstehen, wie es jemand hier geschrieben hat. Trotzdem ist das Buch schwer zu lesen - weil die Lügen, die von dieser einfachen und einleuchtenden Sprache aufgedeckt werden, einfach zu tief sitzen! Die meisten Menschen interessieren sich nicht für die Wahrheit. Ich meine, wenn man versucht mit ihnen ein Gespräch über solche Dinge anzufangen, dann vergeht ihnen schon die Lust am reden. So jemand kann mit diesem Buch nix anfangen. Und das ist die Misere daran; vielleicht könnten gerade diese Menschen mit diesem Buch mehr anfangen als diejenigen, die ein Lebensmotto haben wie ich: Jede unbeantwortete Frage mit der ich lebe ist eine Lüge, auf der ich mein Leben aufbaue. Fragen zu beantworten ist ein Hobby von mir; und gerade deswegen fällt es mir schwer, die Lügen, die in diesem Buch aufgedeckt werden, wieder loszulassen. Ich bin mit ihnen aufgewachsen, habe sie von kleinauf als die Grundbausteine meiner Logik benutzt, und mehr noch als das, ich habe mein ganzes philosophisches Denken, was wie gesagt bei den meisten garnicht vorhanden ist, darauf aufgebaut. Es ist wirklich nicht schön; entweder man interessiert sich nicht für Philosophie, oder man fängt mit den falschen Grundsätzen an, und ist später vielleicht nicht mehr in der Lage, sein ganzes Gedankengerüst einstürzen zu lassen. Besser gleich mit Nietzsche anfangen, und sich garnicht erst in auf theologischer Philosophie begründeten Lügen verwickeln! Was mir außerdem noch wichtig ist: Nietzsche schreibt zwar vom Buddhismus sehr viel positiver als vom Christentum, aber ich zumindest konnte zwischen diesen beiden Religionen nie den Unterschied erkennen, den ich gesucht habe. Beide Religionen sagen dir was du zu tun hast; die Freiheit, die ich suchte, habe ich im Buddhismus nicht besser beschrieben vorgefunden als im Christentum; dafür aber in diesem Buch!
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Was Nietzsche hier vor ca. Lesen Sie weiter...
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Friedrich Nietzsche liefert mit seinem Spätwerk "Der Antichrist" eine sehr anschauliche und wahrhaftige Darstellung des sogenannten "Christentums", das er in seinem Buch - zu... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Juli 2007 von Hermann

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