Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Amüsanter Hörgenuss, 8. November 2009
Akunins 7.-Fandorin-Fall verwickelt den Staatsrat in den Konflikt zwischen einer repressiv-diktatorischen Monarchie und den fanatischen Revolutionären am Ende des 19. Jahrhunderts in Russland.
Und mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob Akunin der Spagat zwischen den Sympathien für den klugen Fandorin (als Vertreter einer wenig sympathischen Staatsmacht) und den auch nicht unsympathischen, aber anarchisch-draufgängerischen "Befreiern", schlüssig auszuführen? Es gelingt! Und Fandorin erlebt eines seiner unvergleichlichen Abenteuer, in deren Verlauf er weder von Intriganten, noch von cleveren Gegenspielern, unterzukriegen ist!
Spannende Story mit einem überraschenden Ende und damit wieder einmal: beste Unterhaltung!
Viel Spaß beim Hören
wünscht Frank
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
ein bißchen zu viel des guten, 26. Februar 2005
dieser roman ist der siebte roman einer reihe um den russischen ermittler erast fandorin. das gute dabei ist, anders als bei vielen anderen serien, dass man keinen der anderen romane gelesen haben muss, um sich zurecht zu finden. der roman spielt ende des 19. jahrhunderts in russland zur zeit der zaren. akunin versucht in seinem roman den spagatt zwischen vielen genres: ein bißchen krimi, ein häppchen geschichte, ein zipfelchen liebesgeschichte, ein krümel gesellschaftskritik, ein klümpchen psychologie usw. wenn man die noch nicht einmal vollständige auflistung so sieht, könnte man auf den gedanken verfallen, dass dies vielleicht ein bißchen zu viel des guten ist. nur meister ihres faches wie dickens, dostojewski, tolstoi oder hugo schaffen es, aus einer solchen melange eine stimmige mischung zu schaffen. akunin schafft dies nicht. der roman wird aus zwei verschiedenen perspektiven erzählt. auf der einen seite steht fandorin, der versucht, einen mord aufzuklären. auf der anderen seite der terrorist grin, der aus seiner sicht berichtet, wie er sich der ständig drohenden verhaftung entzieht. der roman beginnt mit einem paukenschlag, aber nach wenigen seiten ist die pointe erklärt und man wartet eigentlich nur noch darauf, ob und wann und wie fandorin grin verhaftet. alles dazwischen ist füllwerk. vieles ist einfach zu voraussehbar: eine unbekannte femme fatale, nervige kollegen, eifersüchtige vorgesetzte, verräter in den eigenen reihen etc. etc. anders als bei agatha christie oder conan doyle, die es bis zum ende schaffen, die spannung aufrechtzuerhalten, gelingt dies akunin nicht. auch die völlig überzogene darstellung und ausführliche beschreibung von gewalt kann da nichts mehr retten; anders als bei tarantino, patterson oder deaver, bleibt die motivation für die gewalttaten völlig im dunkel und wirkt somit nicht einmal psychopathisch sondern allenfalls als lückenfüller, um den roman auf 400 seiten aufzublasen. vielleicht sollte der autor bei seinen nächsten romanen wieder mehr wert auf eine straffere struktur legen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fandorin und die Nihilisten: Ein Audio - Thriller aus dem zaristischen Moskau, 21. Januar 2007
Das vorrevolutionäre Rußland leidet unter Anschlägen einer terroristischen Kampfgruppe namens KG. Der Moskauer Staatsrat Erast Fandorin ist besonders motiviert, die Hintergrunde der Terrorakte aufzuklären. Wurde doch der umstrittene General Scharapow in einem Salonwagen von einem Mann erstochen, der sich als Fandorin ausgab. Auf der Suche nach den Tätern gerät Boris Akunins Held in ein Haifischbecken rivalisierender Vorgesetzter, reizvoller Damen unklarer Herkunft, brutaler zu allem entschlossener Nihilisten und unberechenbarer Verräter innerhalb des russischen Staatsapparats. Mehrfach mit dem Tode bedroht muß Fandorin alle Register seines Könnens ziehen gegen den jüdischen Kopf der Revolutionäre Grien und Burlajew, den Leiter des Moskauer Geheimdienstes. Doch Charme, Findigkeit, fernöstliche Nahkampfpraktiken, Intelligenz und sehr viel Glück helfen dem russischen James Bond zu überleben.
Das bewährte Duo mit dem akzentuierten Sprecher Johannes Steck und dem einfühlsamen Musiker Michael Ernst bürgt für Qualität. Es hat den Roman des unter dem abgewandelten Pseudonym des Anarchisten Bakunin in Moskau als Philologe, Kritiker, Essayist und Übersetzer aus dem Japanischen arbeitenden Autoren als gekürzte Lesung grandios in ein ca. 8 stündiges, aus 6 Cds bestehendes Hörbuch umgesetzt. Erneut verleiht Steck jeder Handlungsfigur durch stimmliche Variation eine eigene unverwechselbare Persönlichkeit, während die gelungene musikalische Untermalung des Gitarristen und Pianisten Ernst der mitreißenden Handlung zusätzliche Spannung verschafft. Das ist so gut gelungen, daß Unterschiede zum Hörspiel verwischen. Da es zu Akunins Stilmitteln gehört, Vorfälle aus der Perspektive der Ermittler wie der der Terroristen zu schildern, entstehen Wiederholungseffekte. Diese erleichtern das Verständnis des Hörers.
Auch wenn die Handlung trotz des Attentats nur langsam anläuft und erst ab der zweiten CD voll auf Touren kommt, hat der Autor erneut überaus spannende Unterhaltung geschaffen. Inmitten der gegeneinander intrigierenden Moskauer Ermittlungsbehörden und ihrer durchtriebenen Leiter bewahrt Akunin seinem Helden Fandorin die Unschuld. Denn mag dieser auch dem russischen System loyal und einfallsreich dienen, so ist er nicht bereit, nur um eines noch lukrativeren Posten willens jegliche Moral fallen zu lassen und sich am schmutzigen Geschäft von Macht und Politik zu beteiligen. Hierfür steht der verblüffende Schlußakkord und Fandorins stetes Bemühen, auch Terrorverdächtigen Mindestrechte einzuräumen. Fernab der Schwarzweißmalerei weckt Akunin auch für Fandorins Gegenspieler Grien Sympathie, wenn er dessen Entwicklung hin zum eiskalt berechenden Nihilisten inmitten eines von Ungerechtigkeit und Willkür geprägten Obrigkeitssystems beschreibt, das den Tod Unschuldiger in Kauf nimmt und Judenpogrome zuläßt.
Fazit: Der Roman aus der Reihe um den russischen Ermittler Fandorin überzeugt. Das Hörbuch mit seiner Mischung aus Spannung, Logik, rasanter Aktion und Liebesgeschichte schlägt seine Hörer zunehmend in seinen Bann. Am Ende hat der begeisterte Hörer Mühe, sich aus Fandorins Kosmos zu lösen.
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