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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pionierarbeit zu einem kontroversen Thema, 8. August 2000
Von Ein Kunde
"Sadiconazista" ist unentbehrlich für eine künftige Beschäftigung mit dem Themenkomplex Faschismus und Film. Es beleuchtet ausführlich und teifgehend einen gerade aus dieser Diskussion oft ausgeblendeten Teil, nämlich die Sexualisierung der Politik in einigen dieser Filme, von denen "Die 120 Tage von Sodom" oder "Der Nachtportier" jedem bekannt sein dürften. Die teils drastischen Fotos verdeutlichen die kontroverse Natur gerade der unbekannteren Filme, die ALLE im Anhang erläutert werden. Ein Buch also auch für Sammler. - Der Stil kann allerdings als sehr anspruchsvoll bezeichnet werden, also dem Leser sollten gewisse philosophische Konzepte (Bataille, Baudrillard) bekannt vorkommen, denn sie werden nur kurz erläutert. - Für Filmfans mit Stil und Bildung ein absoluter Tip!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Starkes, noch immer aktuelles und mutiges Buch über Nazi-Stereotypen im Kino, 15. Januar 2009
Die unsäglich antiintellektuelle und letztlich grammatikalisch wie gedanklich verwirrte Kritik von Jürgen Mayer nehme ich mal zum Anlass, einiges richtig zu stellen: Die Kritik dieses ,Rezensenten' bezieht sich vermutlich eher auf den in epd-Film erschienen Artikel des Buchautors zum selben Thema, denn die wesentlichen Zitate entstammen nicht dem Buch selbst, sondern diesem Artikel. Zudem sind die beklagten ,Mängel' des Buches tatsächlich in ganzen Kapiteln präsent (u.a. ein ganzes über Steven Spielberg).
Obwohl es nun fast zehn Jahre alt ist, hat ,Sadiconazista' kaum etwas an Aktualität eingebüßt, wenn man die aktuelle Schwemme an Nazi-Erotisierungen im Kino ansieht (Black Book, Female Agents, Eichmann und viele andere Filme wären zu nennen). Zudem handelt es sich noch immer um die international (!) einzige ernsthafte Abhandlung zum Thema, die eine sensible Balance zwischen Wertschätzung und kritischer Betrachtung zustande bringt. Das Kapitel zu Pasolinis Film ist ja inzwischen auch als DVD-Booklet erhältlich. Für thematisch Interessierte ein klarer Tipp!
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1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Selbst kulturell fremdenfeindliches Werk über Naziploitation, 11. Dezember 2008
Signifikant ist dieser Band aus meiner Sicht vor allem deshalb, weil er eine Haltung gegenüber der populären Kultur in Deutschland eher wiedergibt als kritisiert, welche diese gegenwärtig indiziert, beschlagnahmen und womöglich noch vernichten lässt.
Schon ideologisch vehement einem dogmatischen Realismus folgend, der voll kompatibel zu etablierten Vorstellungen wie der eines Michael Haneke alles was gezeigt wird scheinbar als gewollt ansieht: bei einem Film mit realistischem Anspruch wie dem "Nachtportier", oder meinetwegen noch Grenzgängern wie dem "Salon Kitty" von Tinto Brass, ist das sicherlich auch legitim, aber Stiglegger geht doch viel weiter - tatsächlich in die Tiefe, denn zweifelos zu einem als Bodensatz zu wertendem Sub-Genre im Genrefilm selbst. Wie billig und formal schlecht diese Filme auch immer sein mögen soll hier nicht das Thema sein. Ebenso wenig wie die in jedem Fall fragwürdige, für mich eindeutig falsche, titelgebende Begriffskonstruktion aus "Nazi-" und "Sexploitation", und nicht "Exploitation". Tatsächlich können sich Exploitation-Filme doch nicht nur auf Gender beziehen, sondern auch noch auf etwas ganz anderes. Exploitation im Kino ist so auch nicht unbedingt der malevolente Gebrauch eines Gegenstandes oder gar einer Person, sondern vielmehr die freche über freizügige bis zügellose Verwendung einer Idee, welche dann aber auch halt einem Realismus zuwider läuft - diesen sogar torpediert(/en kann). Stereotype spielen darin freilich eine gänzlich andere Rolle als im Realismus, und so weiter. Die Thematisierung des Nationalsozialismus in erotisch-sexuellen, vereinzelt gar pornographischen Darstellungen darin aber stets integrativ und nicht ambivalent zu interpretieren, und so den Filmen pauschal eine positive Haltung zum Nationalsozialismus zu unterstellen, empfinde ich einfach als verantwortungslos und eben selbst fremdenfeindlich. Auf die Idee, dass der Nationalsozialismus ähnlich wie das Phänomen der Gewalt als solches Einzug in ein Grindhouse-Kino als negativ-abschreckendes Beispiel erhalten hat, käme Stiglegger nach diesem Buch und auch anderer Veröffentlichungen offenbar überhaupt nicht: damit angreifbar machen, und wahrscheinlich auch erfolgreich sein, kann er mit dieser realistischen Kritik so für mich eigentlich selbstverständlich ausschließlich bei realistischen Filmen, welche halt auch VORGEBEN Lebenswirklichkeiten abzubilden, oder zumindest im Ansatz authentisch zu sein. Das ginge vielleicht noch bei Visconti durch, aber wohl kaum bei "Weibsteufeln" von der SS Und anderen Kram.
Dabei für seine Behauptungen, derlei Nazi-Fetisch wolle die biedere Ideologie erotisieren, womöglich noch auf Michel Foucault und dessen ablehnendem Urteil dahingehend zu verweisen, tut jemandem bei dem Träume und Fantasien doch wohl kaum zu seinen kompetentesten Gebieten zu zählen sind, ebenso wie abseitigere Geschmäcker zu seinen Stärken, wohl auch einigermaßen Unrecht als Auskunftsperson.
Dass es jemand überhaupt scheinbar nötig hat auf den biederen Charakter des Nationalsozialismus heutzutage noch immer zu verweisen, halte ich eher für einen Hinweis wie sehr dessen menschenverachtende Ideologie eben nichts Großartiges darstellt, so aber noch immer in Köpfen herumspukt, und womöglich noch immer auch um sich greift, als wie sehr irgendwer De Sade "verinnerlicht" habe wie man anhand solcher Filme sehe, und anderer moralischer Empörung... Warum nichtmal wieder nach Bayreuth gehen, anstatt vernichtende Urteile über einschlägige Videotheken zu fällen?
Nun, sicher kann man nach wie vor auch zu Robert Jungk schreiten, um etwas über Perry Rhodan zu erfahren: am Ende wird man dann aber womöglich selbst mit einigem Haß überfrachtet auch mehr Nazis sehen als überhaupt je da waren. Als Historiker gesprochen. Und ich werde das nächste Mal selbstverständlich ebenfalls jubeln, wenn diese "Gören" in "Sin City" - die ich schon einmal hier beschrieben habe, aber aus unerfindlichen Gründen (nachträglich) zensiert wurden -, mit Swastikas um sich werfen, wobei ich diese Haltung mit einiger Begründung ganz einfach folgendermaßen nenne: Reflexion. Ohne damit im Unterschied zu Herrn Stiglegger irgendjemandem zu nahe zu treten.
Andererseits geht der Autor bei seiner Analyse von Stereotypen wieder gar nicht weit genug, oder wo bleiben dabei die frühen amerikanischen Superheldencomics oder die mindestens in einem Fall ebenfalls erotischen Nazi-Abziehbilder in den Indiana-Jones-Filmen? Einem Steven Spielberg noch ähnliche Ansinnen zu unterstellen wäre auch wirklich zu weit gegangen... Am Ende gibt sich bei derlei Verurteilung von Sexploitation-Filmen für mich auch kein wirklicher Unterschied in der Gedankenwelt und Geisteshaltung des "Ikonen"-Herausgebers Stiglegger zwischen "Exploitation" in der Ökonomie und der Medientheorie zu erkennen. Schade. Keine Empfehlung
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