Neue Zürcher Zeitung
Almanach der Winterspiele
r. r. Während die tagesaktuellen Medien sich auch in ihren Sportteilen immer mehr dem Geschichtenerzählen widmen, gibt es immerhin noch einen Buchverlag, der sich auf die Macht des Faktischen konzentriert. Zu Kassel publiziert der Agon-Sportverlag seit Jahren solide Fortsetzungsgeschichten wichtiger Weltsportanlässe wie der Fussball-WM oder der Olympischen Spiele. In Rupert Kaisers «Olympia-Almanach Winterspiele» erhält die Leserschaft 450 Seiten voller «Geschichten, Zahlen, Bilder» geliefert «von London 1908 bis Salt Lake City 2002».
Das Hauptaugenmerk des Buches liegt dabei eindeutig auf den Zahlen und Fakten. Akribisch werden da alle olympischen Wettkämpfe aufgearbeitet, sei es in Form solider Resultatübersichten, sei es Form lakonischer, fast telegrammartiger Zusammenfassungen, die sich zum Beispiel im Biathlon so lesen: «Slowenien (20./6 Fehler) leistet sich mit Velepec gleich fünf Strafrunden und hat damit schwächstes Schiessergebnis; Koreaner (21.) schlechteste Läufer nur eine Strafrunde, doch 8:21,4 auf Vorletzten verloren» . . . Auch in den anderen Textsorten wird in erfrischender Weise auf Ballast verzichtet. Der Autor gehört eben zu den Sportjournalisten alter Schule, die noch zwischen Historie und Anekdote unterscheiden mögen. So wird jedes Winterolympia-Kapitel mit einer profilierten Einschätzung eingeleitet. Und auch gewisse Zugeständnisse in Richtung Infotainment, also Rubriken wie «Die Stars der Spiele» oder die abschliessende «Olympische Story» (Eddie The Eagle usw.) sind in liebenswürdiger Sachlichkeit gehalten.
Kurzbeschreibung
Das vorliegende Buch gibt Aufschluß über 90 Jahre olympische Wintersportgeschichte. Der Bogen spannt sich von den schüchternen Anfängen mit Eiskunstlaufwettbewerben als Anhängsel der Spiele von 1908 über die ersten Gehversuche der Olympischen Winterspiele bis hin zum High-Tech-Winterolympia von Nagano 1998. Wie schon der nach den Olympischen Spielen von Atlanta 1996 herausgegebene 'Olympia-Almanach - 100 Jahre Olympische Spiele' enthält auch der 'Winter-Almanach' neben Daten zu Wettkampfstätten, Terminen, Wertungsmodalitäten und Medaillengewinnern die Rubrik 'Trends, Tops, Flops'. Hier gibt es für jede Sportart Informationen zu besonderen Ereignissen und kuriosen Begebenheiten im Telegrammstil. Kurzporträts der Top-Stars und eine ganz besondere Story zu jedem Winterolympia unterstreichen die oft unterschlagene menschliche Seite des größten Festes der Wintersportjugend. Mithin bieten die 384 Seiten einen kompakten, fundierten und dabei farbigen Überblick über die olympische Welt in Schnee und Eis.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Unbekannter Einband
.