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Subversion zur Prime-Time. Die Simpsons und die Mythen der Gesellschaft
 
 

Subversion zur Prime-Time. Die Simpsons und die Mythen der Gesellschaft (Taschenbuch)

von Michael Gruteser (Autor), Thomas Klein (Autor), Andreas Rauscher (Autor)
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Als das ZDF 1991 die erste Staffel der Simpsons sendete, dachte man in Mainz, hier hätte man es mit einer Art neuem Alf zu tun. Keiner ahnte, dass die Familien-Soap im Zeichentrickformat den "Gute-Laune-Alien Alf" nicht nur in der Zuschauergunst schnell hinter sich lassen würde. Die White-Trash-Familie aus Springfield kann als die beste TV-Familie der letzten Jahre angesehen werden. Während Präsident Bush immer noch die Waltons als die ideale Fernsehfamilie pries und man sich hier zu Lande an den Wicherts und Beimerts orientieren musste, demontierten die Simpsons die Vorstellungen der intakten Kernfamilie mit satirischem Witz. Für Pop-Diskurs-Papst Diederichsen sind die Simpsons für die 90er-Jahre das, was die Beatles für die Sechziger waren.

Keine andere Soap hat es geschafft, zur Primetime mit den Regeln und Mythen aus Pop und Politik so subversiv zu spielen wie die Simpsons. Egal, ob sich die Folgen um Homer als verkappten hedonistischen Alt-68er drehen, der mit der Postmoderne konfrontiert wird, oder ob es um den Kinder-Clown Crusty und den Trash-Star Troy McClure geht -- das Ensemble der Cartoon-Serie zeigt Amerika realistischer als die realen Fiction Soaps.

In bester Cultural-Studies-Manier durchleuchtet dieses Buch die medialen Mythen, mit denen die Serie operiert. Keine Sorge, es handelt sich dabei nicht um eine nervtötende Diskursschleuder. Dafür ist die Begeisterung für die Sache den Autoren zu deutlich anzumerken. Endlich ein Buch, das den gewaltigen Referenzrahmen der Serie analysiert, ohne dabei das Lesevergnügen eines Fanbuchs aufs Spiel zu setzen! Sowohl der treffend kommentierte Episoden-Guide als auch die Spurensuche bei den Cartoon-Vorgängern und den Filmzitaten zeigen, dass hier auf Augenhöhe mit der Serie geschrieben wurde.

Absurderweise kam der Verlag ausgerechnet mit diesen subversiven Simpsons beziehungsweise mit den Anwälten von 20th Century Fox ins Gehege. Das vorliegende Buch musste in der zweiten Auflage einiges Bildmaterial formal-juristisch frisieren, um das Buch überhaupt weiter erscheinen zu lassen. Denn bei der Vermarktung und dem Publizieren über die subversive Serie fängt der Ärger an und hört der Spaß auf. Dieser Umstand macht die Lektüre des Buches nur noch spannender, beschreibt es doch ein Stück Mediengeschichte im Zeitalter postmoderner Verwertungslogik selbst auf ironisch-pfiffige weise.-- Marcus Welsch



Kurzbeschreibung

In Amerika schon lange berühmt, wurde die Zeichentrickserie Simpsons in Deutschland erst in der zweiten Hälfte der 90er Jahre populär. Hier ist das erste Buch, das medienkritische Analyse mit der Vergnüglichkeit eines Fanbuches verbindet und in dem die Serie und der um sie entstandene riesige Merchandising-Apparat medienkritisch untersucht werden. Themen des Buches sind die Widerspiegelung von Geschlechterbeziehungen, gesellschaftliche, popkulturelle und politische Mythenkonstrukte, Marketingmechanismen, Aspekte der Filmgeschichte, postmoderne Zitatstrukturen und kritische Autoreflexivität in den bis heute 270 Folgen der Serie. Ein wichtiger und unterhaltsamer Bestandteil des Buches ist die Analyse des komplexen Referenz-System (das nicht zuletzt die Attraktivität der Serie ausmacht).


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die Simpsons der Wissenschaft, 4. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Ein anregender, thematisch vielgestaltiger Cultural-Studies-Reader zur Kultserie.
Der beste, knappste, dennnoch gehaltvollste Beitrag - "Die Simpsons der Gesellschaft" - stammt von Diedrich Diederichsen und war auch schon mal im Spex zu lesen.
Viel auszusetzen gibt es nicht. Einige Ungenauigkeiten und Ungereimtheiten muss man in Kauf nehmen. So verkennt Thomas Klein im Aufsatz "Prügelviehhzeug" Beethovens Pastorale und nennt sie einfach "barock anmutende Musik"... An sich eine Kleinigkeit, würde die betreffende Szene dadurch nicht noch eine zusätzliche Ebene gewinnen, die auch zu anderen Interpretationen als der von Klein führen könnte. Hier und an anderen Stellen ist das Buch etwas eindimensional geraten. Trotz gelegentlichen "blablas" wirklich empfehlenswert.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein bisschen Zäh, 27. September 2001
Wenn man anfängt dieses Buch zu lesen, merkt man sofort, dass es halt doch kein normales Fanbuch ist, sondern dass das Thema Simpsons sehr wissenschaftlich angesehen wird. Hat man sich aber erstmal an die vielen Fremdwörter gewöhnt, findet man ein buch, dass das Thema von einer ganz neuen, interessanten Weise betrachtet. Alle Artikel sind sehr interessant, aber das Kernstück dieses Buches ist für mich der Artikel von Andreas Rauscher "Method Acting im Kwik-E-Mart", weil er sich wirklich direkt auf die Serie bezieht und beschreibt, was diese Serie so beliebt macht. Dabei geht es um die vielen Querverweise auf Kunst, Film, fernsehen und Musik und auch um die Entwicklung der Serie. Auch sehr interessant ist der Episoden-führer am Ende des Buches, in dem zu jeder Episode eine kleiner Text geschrieben ist.
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erkenntnisschub für Bildungsgeschädigte, 30. Januar 2006
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Amazon und andere Netzwerke brechen Wissensmonopole und fördern das Fachsimpeln unter Berufskollegen. So bekam ich auch den Tipp zu diesem Buch von einem Leser Propeller’scher Rezensionen. Andere wussten offenbar schon früher davon, liegt doch bereits die zweite Auflage vor. Verlag und Herausgeber positionieren dieses Schmuckstück allerdings nicht auf dem Storytelling-Feld, sondern wollen es als vergnügliche Medienanalyse oder Fanartikel verstanden wissen. Das ist es selbstverständlich auch. Mir ist es sofort ans Herz gewachsen, weil die verschiedenen Aufsätze klar herausarbeiten, was eine gute Geschichte ausmacht. Das ist deshalb so verdienstvoll, weil es das verstaubte Bildungsbürgertum schaffte, jugendlichen Lesern die Freude an griechischen Sagen und biblischen Erzählungen zu rauben. Ihnen wird nun mit dieser Simpsons-Analyse der Zugang zum begnadeten Geschichtenerzähler auf Umwegen geöffnet. Mit klugen Texten, vielen Bildern, Verweisen, Anmerkungen und Interviews.

Die Herausgeber können in ihrem Vorwort zur zweiten Auflage auf eine Realsatire verweisen, die eigentlich zum Weinen ist. Denn übereifrige, raffgierige Markenrechtler verhindern mit ihren Argusaugen, dass sich Simpsons-Bilder noch schneller verbreiten, als sie es ohnehin tun. Die subversivste aller Comicserien gehört einem Konzern, der überhaupt keinen Spass versteht und Subversives gnadenlos verfolgt. Stoff für eine eigene Serie.

Mein Fazit: Für Anhänger der Simpsons, Medienwissenschaftler und berufliche Geschichtenerzähler eine Pflichtlektüre. Auch wenn man einiges kürzen könnte und die Humorschublade einiger Aufsatzschreiber manchmal klemmt, danke ich für den Tipp.

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2.0 von 5 Sternen Eine soziologische Betrachtung der Simpsons, die sich meiner nicht erschließt...
Ich habe mir dieses Buch als großer Simpsons-Fan bestellt, welcher in fast jeder einzelnen Folge mehrere Parallelen zur Gesellschaft bzw. seinem eigenen Umfeld zieht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juni 2007 von Markus Hartig

3.0 von 5 Sternen LAAAAANGGGWEEEIIILIIGG!!!
Langweilig- das würde Homer oder Bart in die Runde schreien.
Es stehen zwar ganz interessante Sachen darin aber ein ganzes Buch daruber zu schreiben? Das finde ich zuviel. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. März 2004 von Max Wohlleber

2.0 von 5 Sternen naja, hab mir mehr erwartet
Also, wie ich erfahren habe dass es ein buch über die simpson gibt, hab ich mich gleich daraufgestürzt und es bestellt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. März 2003 von D. Katolnig

4.0 von 5 Sternen Ein lohnender Reader für alle Fans die "mehr" wollen
In den USA sind solche Werke längst Standard, die wissenschaftlichen Aufsätze die sich mit den Phänomenen der Popkultur beschäftigen sind Legion. Lesen Sie weiter...
Am 16. September 2001 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Guter Einblick in die Welt der Simpsons.
Die drei Autoren stellen Verknüpfungen zu unserer Welt und die der Simpsons her. Auch ein faszinierender Einblick in die Merchandise-Ecke gibt es. Lesen Sie weiter...
Am 12. September 2001 veröffentlicht

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