Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eine Bestandaufnahme, 4. Januar 2009
Wohl jeder erlebt eines Tages den Tod eines Angehörigen.
Johanna beschreibt hier in Nahaufnahme ihre Empfindungen beim Tod der Mutter.
Sie ist etwa vierzig Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Sie sieht die Tote, nimmt ihre Sachen in Empfang und beschäftigt sich mit ihrer Wäsche. Unsinnige Dinge drängen sich im Beschäftigungsfieber auf, weil der Tod erst einmal Ratlosigkeit auslöst.
Dann aber folgt eine lange Reflexion über das vergangene Familienleben. Und da ging es wahrlich schrecklich zu! Vater, Mutter Großmutter und Kind lebten über lange Jahre zusammen in kleinen Wohnungen mit vielen Umzügen, einem depressiven Vater und einer alles dominierenden Mutter. Diese hatte sich ihr Leben eingerichtet und sich die Tochter < zu eigen > gemacht, und sie bestimmte, wie das Leben zu laufen hatte. Die Tochter merkt erst bei der Rückschau, wie lieblos und selbstbezogen die Mutter über den Lebensstil und die Gewohnheiten befunden hatte. Für niemanden blieb da viel Raum zu einer eigenen Entwicklung.
Alles in Allem ist es eine trostlose Lebensbilanz. Dass die Mutter nicht klug genug und zu einfach war, um die Folgen ihres Handelns zu bedenken, bleibt ungesagt. Hier geht es alleine um eine Tochter, die endlich begreift, wie sie um alles Glück der Kindheit und eines freien Heranwachsens gebracht wurde. Genau beschreibend und nachgerade sezierend ist das Bild, das sie von ihrer Kindheit entwirft, grau in grau und in starren Regeln fest gelegter häuslicher Vorgaben verhaftet.
Es geht in diesem Buch um Erinnerungen, die der Tod auslöst. Und diese müssen nicht immer von Glück erfüllt sein; sie können auch, wie in diesem Bericht, eine ernüchternde und deprimierende Bilanz darstellen. Leben verlaufen gelegentlich in einem trostlosen Einerlei, ohne Fröhlichkeit, Zuversicht und Freude. Dass man dieser Stimmung Ausdruck zu geben vermag, das ist der Autorin gelungen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch zum nachdenklich werden., 7. Juni 2006
Dieses Buch hat mich sehr fasziniert und ich konnte es nicht aus den Händen legen. Mir schien die Autorin stand in meiner Kindheit neben mir, nicht in den Einzelheiten, sondern wie es gefühlsmäßig auf mich gewirkt hat.Wie sie beschreibt, daß das Kind am Tisch weiter isst nur um die "Normalität" aufrechtzuerhalten, wenn die Eltern weinen. Diese Gefühl konnte ich einfach nachvollziehen. Die Verantwortung, die manches Kind schon aufgebürdet bekommt und trotzdem nicht losgelassen wird, kommt hier zutage. Erst als die Mutter stirbt, bekommt sie Ihre "Freiheit". Eine Freiheit, die sie erst begreifen lernen muss. Das Buch kann ich sehr empfehlen, wenn man auch selber über sich nachdenken will und kann.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Mutterliebe, 6. März 2006
Müssen Eltern erst sterben, bevor man über sie nachdenkt? Diese Frage stellt sich indirekt auch die Protagonistin Johanna nach dem Tod ihrer Mutter. Sie verbringt unbeabsichtigt die Nacht in der elterlichen Wohnung, die sehr bildhaft beschrieben wird und sie an ihre Kindheit erinnert. Es entstehen Erinnerungsgeschichten. Der rote Faden ist die Waschmaschine, die sich immer wieder meldet. Hört sich nicht so aufregend an,wird jedoch immer spannender und unglaublicher, was da über eine Vertriebenenfamilie in den 50ziger, 60ziger Jahren erzählt wird. Die dominate Mutter und ihre "Mutterliebe" wird von Johanna sehr sachlich und wertfrei beschrieben. Sie verfolgt Johanna über den Tod der Mutter hinaus. Es bleibt dem Leser überlassen, sich auszumalen, wie sie damit weiter leben wird oder kann.
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