Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die bekanntesten Gedichte des berühmten Lyrikers, 15. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Die Gedichte Borns sind nicht nur utopische Zeitdokumente einer besonders interessanten Zeit, sondern noch immer einige der schönsten und zeitlosesten Gedichte der deutschen Literatur. Der langjährige enge Freund Borns, Peter Handke, hat die bekanntesten Gedichte des berühmten Lyrikers hier neu herausgegeben und mit einem schönen Nachwort versehen.Born machte sich die kulturstürmerische Geste der Neuen Linken nie zu eigen sondern hielt fest an der Vorstellung, das Literatur andere Mittel als den banalen Agit-Prop zur Weltverbesserung habe. "Kein Gedicht bewirkt eine meßbare Änderung der Gesellschaft, aber Gedichte können, wenn sie sich an die Wahrheit halten, subversiv sein", schrieb er 1970 im Nachwort zu "Wo mir der Kopf steht". Die rohe, unartifizielle Formulierung und die von amerikanischer Lyrik beeinflußte, Leichtigkeit, die herrlichen Liebes- und Glücksbeschreibungen machen aus Borns Gedichten ein zeitloses Vergnügen. Nicht nur für Menschen die ohnehin schon immer Lyrik gelesen haben. Als einer der bekanntesten Dichter und Romanschriftsteller der sechziger und siebziger Jahre hat Nicolas Born, aus dem Ruhrgebiet stammend, sich immer gesellschaftlich als Ankläger der Industrie- und Mediengesellschaft und literarisch als Förderer einer neuen direkten, schnörkellosen und schließlich noch immer das Glück innerhalb der Realität beschwörenden Literatur engagiert. Nicolas Born, geboren am 31. Dezember 1937 in Duisburg, arbeitete bis in die sechziger Jahre als Chemigraf, ein Facharbeiter, der in einem komplizierten chemischen Verfahren Druckvorlagen herstellt. Gefördert von Ernst Meister u. a. nahm er 1963 am Lehrgang Prosaschreiben des Literarischen Colloquiums in Berlin teil. Für seinen Debütroman „Der Zweite Tag" erhielt er den nordrhein-westfälischen Förderpreis. Danach erschienen seine Lyrikbände „Marktlage" (1967), „Wo mir der Kopf steht" (1970) und „Das Auge des Entdeckers" (1972), in denen bald der Einfluss amerikanischer Lyriker deutlich wurde. Häufig gemeinsam mit Rolf Dieter Brinkmann, der Pop-Literatur oder aber auch der Neuen Innerlichkeit genannt, wurde Born schließlich mit seinen viel beachteten Romanen „Die erdabgewandte Seite der Geschichte" (1976) und „Die Fälschung" (1979, verfilmt von Volker Schlöndorff) in breiteren Kreisen bekannt. Er erhielt den Bremer Literaturpreis und den Rainer Maria Rilke-Preis für Lyrik. Born starb am 7. Dezember 1979 in Hamburg. Zuletzt erschienen im Herbst 2004 die von seiner Tochter Katharina Born neu herausgegebenen Gedichte Borns.
|
|
|
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderschöne Gedichte - endlich mehr davon, 15. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Wunderschöne Gedichte des berühmten, früh verstorbenen Lyrikers der sechziger und siebziger Jahre. Im ausführlichen Anhang wird deutlich, wie sie entstanden sind und es lassen sich herrliche Schätze in Vorstufen und anderen Versionen finden. Auch ein unveröffentlichte Gedichte und Notizen sind sehr lohnenswert im Anhang aufzustöbern. Ein ausführliches biografisches Nachwort läßt die Zeit und die Entstehung und die Entwicklung Nicolas Borns verständlicher werden. Empfehlenswert auch für Leute, die sonst keine Lyrik lesen.
|
|
|
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Glück der Katharina und des Nicolas Born, 10. November 2004
Vor einer Woche las ich die neuen und einige bekannte, mir vertraute Gedichte von Nicolas Born, dann Katharinas Borns Nachwort, eine kurze Biografie aus der Feder der Tochter, neben persönlichen Anmerkungen die Reflektion einer Generation, die - wie Borns Gedichte - Skepsis und Leidenschaft, Liebe und Wut, vor allem Subjektivität der Wahrnehmung bewegte und immer wieder einmal bewegt. Vor 25 Jahren starb der Dichter, Anfang 40, kurz bevor sein von Schlöndorff inszenierter Film "Die Fälschung" erschien. Jetzt kommen seine Gedichte in neuem Gewand heraus, von Katharina Born gesammelt, aus dem Nachlaß ergänzt und liebevoll kommentiert. "Wie todernst ist dieses Kommen und Gehen auf Leitern und Stiegen wenn einer sich abwendet und tatsächlich mit einem Wort geht wie leer ist dann die Straße wie verlassen der Verlassene..." schrieb Nicolas Born. Wir Zeitgenossen spüren nicht mehr nur den Verlust, wir gewinnen aus vielen seiner Gedichte ein Glück , das, wie Nicolas Born sagt, "geflogen" kommt. Ich habe im letzten Jahrhundert keine schöneren und humorvolleren Gedichte gelesen, gestern kehrten sie wieder ein bei mir, diese lyrischen und machmal lockeren Gäste. Ich habe auch nichts erlebt, was mich zuversichtlicher gestimmt hätte, als die Lyriklektüre der letzten Woche. Und mich freut besonders, daß der große Gedichtband sofort den 1. Platz der Bestenliste des SWR eingenommen hat.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|