Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute Einführung, 28. Juli 2006
Dieses Buch bietet an Hand zeitgenössischer Entwicklungen eine Einführung in die zeitlose Ideologie des (klassischen) Liberalismus.
Da das Buch 1927 geschrieben wurde, sind die Beispiele natürlich schon überholt (englisches Empire, Oktoberrevolution und Bolschewismus in Russland, Völkerbund). Die Beschreibung des Faschismus als antiliberale Bewegung, welche die ebenfalls antiliberale Bewegung des Bolschewismus bekämpft, ist hilfreich zum Verständnis der damaligen Zustände. Die Vorhersage, der Faschismus werde zu endlosen Kriegen zwischen den Völkern führen, hat sich ja mit dem Zweiten Weltkrieg bewahrheitet.
Das Ziel des Liberalismus liegt lt. Mises darin, im In- und Ausland für Frieden zu sorgen. Dann kann die arbeitsteilige kapitalistische Wirtschaft funktionieren und Wohlstand für alle erzeugen. Diesem Ziel dienen auch die Bürgerrechte, weil sie Gewalt verhindern. Der Staat muss alles tun, um Frieden zu bewahren (Justiz, Polizei, Verteidigung); andernfalls soll er die Bürger in Ruhe ihre Arbeit erledigen lassen.
Den größten Raum des Buches nehmen Wirtschaftsfragen ein. Der Autor weist nach, dass eine arbeitsteilige kapitalistische Wirtschaftsverfassung funktioniert und der Sozialismus ein Irrweg sein muss, weil dort wegen fehlender Marktpreise keine sinnvolle Lenkung der Investitionen möglich ist. Das hat sich mittlerweile als richtige Vorhersage erwiesen.
Die Grundlage des Kapitalismus sieht der Autor im Privateigentum. Eine Wirtschaftsordnung ohne Privateigentum, wie sie der Sozialismus darstellt, kann demnach nicht wirklich funktionieren. Im Zuge dieser Beweisführung stellt sich heraus, dass unsere so genannte gemischte Wirtschaft (vom Autor Interventionismus genannt) nicht stabil ist und in den Sozialismus münden wird: Eine Einmischung in die Wirtschaft zieht zwecks Reparatur der unbedachten oder unbeabsichtigten Folgen eine weitere Einmischung nach sich usw. usf. Nach und nach gibt es immer mehr Regulierungen und die Wirtschaft wird erstickt.
Das Eintreten des Liberalismus für das Privateigentum darf jedoch nicht dazu verleiten, den Liberalismus für eine Lobby der Unternehmer zu halten. Der Liberalismus tritt für Freihandel und Freizügigkeit ein, die Unternehmer fordern Schutz vor (ausländischem) Wettbewerb und Subventionen. Mises zeigt, dass der Liberalismus die einzige Bewegung ist, die keinen Sonderinteressen dient. Gerade deshalb habe es der Liberalismus trotz seiner wissenschaftlich fundierten Leitsätze so schwer, in einer parlamentarischen Demokratie Fuß zu fassen.
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine Einführung in den (klassischen) Liberalismus benötigt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Freiheit, das ist die Botschaft, 20. August 2009
Ludwig von Mises (1881 bis 1973) war nach Ende des 1. Weltkriegs einer der wenigen Intellektuellen, die die Ideale des Liberalismus hochhielten und entschieden verteidigten. Prof. Dr. Hülsmann gab seiner großen Mises-Biographie den Titel "Mises: The Last Knight of Liberalism" (Mises: der letzte Ritter des Liberalismus) und dies ist nicht zuviel gesagt.
Mises bietet anhand zeitgenössischer Beispiele eine Einführung in die Ideen des klassischen Liberalismus. Das Buch wurde erstmals 1927 veröffentlicht, deshalb sollte der Leser aus diesem Sichtwinkel die zeitgenössischen Beispiele, die Mises anführt, reflektieren. Für Mises ist es das Grundziel des Liberalismus den Frieden im Inlande und mit dem Auslande anzustreben und zu sichern. Ist der Friede gesichert, dann kann auch die heimische bzw. internationale Arbeitsteilung funktionieren, nur die friedvolle Ausnutzung der arbeitsteiligen Marktwirtschaft erzeugt 'Wohlstand für Alle' und dies weltweit.
Mises belegt mit bestechender Logik, dass alle kollektivistischen Konstrukte, egal ob diese als Etatismus - Interventionismus - Wohlfahrtsstaat - Sozialismus - Kommunismus - Nationalsozialismus oder Faschismus daherkommen, nur Unfrieden zeitigen können. Dieser dauerhafte Unfriede beinhaltet Wohlstandsverluste und -verhinderung und versetzt die Völker in unnatürliche Feindschaften - zumindest mental sind die Nationen dann permanent im Kriegszustand. Schon 1927 erwartete L. v. Mises, dass diese antiliberalen Bewegungen zu endlosen Kriegen nach Innen und zwischen den Völkern führen müssten; eine Prognose, die durch den 2. Weltkrieg und den 'Kalten Krieg' bestätigt worden ist.
Die Basis für eine Gesellschaft von freien Menschen bildet für den Autor die freie Marktwirtschaft mit dem privaten Eigentum an den Produktionsmitteln. Aus diesem Grunde nehmen Wirtschaftsfragen den weitaus größten Teil im Buch ein. Wirtschaftsordnungen wie der Sozialismus, die kein Privateigentum an den Produktionsmitteln wollen, können nach Mises wegen fehlender Möglichkeit zur Wirtschaftsrechnung nicht wirklich funktionieren (auch hier wurde L. v. Mises durch den Zusammenbruch des Sowjetreiches bestätigt). Die damals und heute üblichen gemischten Wirtschaftsverfassungen sind gem. Mises nicht beständig und enden nach Mises im Sozialismus:
- staatliche Einmischung in den Marktprozess verfehlt ihr Ziel. Oft ist das Ergebnis das Gegenteil des Gewünschten;
- diese nicht gewünschten und nicht beabsichtigten Folgen einer staatlichen Intervention ziehen, um das gewünschte Ziel doch noch zu erreichen, weitere Interventionen nach sich;
- auch diese verfehlen das gesteckte Ziel, so dass eine Interventionsspirale in Gang gesetzt wird, die schließlich - als Folge immer mehr und mehr an Regulierungen - den Markt und damit die unternehmerische Wirtschaftstätigkeit stranguliert;
- als Folge übernimmt die Regierung nun komplett die Macht und die Regie über die Wirtschaft;
Interventionen können dadurch entstehen, dass die inländischen Unternehmen durch Lobbyarbeit zu erreichen suchen, dass sie vor der ausländischen Konkurrenz geschützt werden. Oder dadurch, dass Gewerkschaften durch Regierungsmaßnahmen ihre heimische Klientel vor der Zuwanderung ausländischer Arbeitssuchender schützen wollen. Interventionen sind also auch der Versuch den Wettbewerb auszuschalten. Auch versuchen Regierungen durch Interventionen (Subventionen und Transferleistungen jedweder Art) Anpassungen an den Strukturwandel abzumildern oder gar auszuschalten.
L. v. Mises ist also keinesfalls den 'Wirtschaftsbossen' freundlich gesinnt, sondern er ist für eine weltweite freie Marktwirtschaft als Grundbedingung einer freien Gesellschaft, in welcher jedermann unbehelligt seine Interessen verfolgt. Daraus folgt, dass die Staatsregierungen den Frieden nach Innen und Außen gewährleisten sollen, für Sicherheit zu sorgen haben, die Freizügigkeit und die Bürgerrechte schützen sollen. Der nationale Sozialist Ferdinand Lassalle, einer der Ahnherren der Sozialdemokratie, nannte einen solchen Staat spöttisch "Nachtwächterstaat", für Lassalle hingegen galt "Der Staat ist Gott".
Für Mises ist der Liberalismus die einzige politische Idee, welche nicht an irgendwelche Interessen irgendwelcher Bevölkerungsgruppen gebunden ist. Dies ist die grundlegende Botschaft des Buches und dies zeigt L. v. Mises durch seine logische Argumentation: Schritt für Schritt wird diese Botschaft erörtert.
Die Frage ist natürlich, kann ein solches Ideal in den parlamentarischen Demokratien, in welchen wir leben, in der Praxis umgesetzt werden? Die Antwort wird eher ein "Nein" sein, denn die 'guten Onkels und Tanten' der politischen Parteien, die dem Wähler die meisten Versprechungen machen, haben - in der Regel - den größten Zulauf:
- das 1. Gesetz der Nationalökonomie besagt: wir leben nicht im Schlaraffenland, sondern alle Güter sind knapp. Mit diesen knappen Ressourcen ist rational umzugehen;
und
- das 1. Gesetz der Politik lautet hingegen, dass sich die Politiker anmaßen das 1. ökonomische Gesetz außer Kraft setzen zu können.
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