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Das Dorf des Deutschen: Das Tagebuch der Brüder Schiller
 
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Das Dorf des Deutschen: Das Tagebuch der Brüder Schiller (Gebundene Ausgabe)

von Boualem Sansal (Autor), Ulrich Zieger (Übersetzer)
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 279 Seiten
  • Verlag: Merlin-Verlag, Vastorf; Auflage: 1., Aufl. (7. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3875362705
  • ISBN-13: 978-3875362701
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 178.800 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Sansal attackiert algerische Tabus mit einer Heftigkeit, die einen um den Autor bangen lässt. Dieses Mal deckt Sansal das bislang gut gehütete Geheimnis auf, dass in den Reihen der algerischen Befreiungsbewegung FLN ... eine Reihe Deutscher mitkämpfte. Dabei handelte es sich zumeist um SS-Leute, um 'Fachleute', die sich auf den industriellen Massenmord verstanden oder sonstige 'Spezialisten', denen in den Nachkriegswirren die Flucht nach Ägypten gelungen ist." Johannes Willms, Süddeutsche Zeitung

Kurzbeschreibung

Boualem Sansal verbindet in seinem Roman die Tabuisierung des Holocausts in der arabischen Welt mit der tristen Realität der Einwanderer in den europäischen Vorstädten und den Methoden der Islamisten.Dies ist die Geschichte des Deutschen Hans Schiller und seiner beiden Söhne Rachel und Malrich. Die Brüder wuchsen fernab der Eltern in der Pariser Banlieu auf. Sie sind in Frankreich geblieben. Rachel hat Karriere gemacht: er hat einen guten Job, ein kleines Häuschen, ein Auto, eine Frau - und die französische Staatsangehörigkeit. Sein jüngerer Bruder Malrich steht am Rande der Gesellschaft: ohne Ausbildung, ohne Job und ohne Perspektive lebt er als Mitglied seiner multikulturellen Clique in der Vorstadt. Als die Eltern der beiden im fernen Algerien auf grausame Weise bei einem Attentat der Islamisten umgebracht werden, gerät das Leben der Brüder aus dem Lot. Die Trauer um die Eltern bringt zugleich eine erschütternde Erkenntnis zu Tage: Der Vater, den sie bisher als einen vielgeachteten Held des algerischen Unabhängigkeitskampfes kannten, hat eine unerträgliche Vergangenheit ... Rachel zerbricht daran; Malrichs Versuch zu verstehen, führt ihn von der Nazi-Vergangenheit seines Vaters in die Abgründe der Gegenwart.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein mutiges, ein sehr gutes Buch!, 27. Mai 2009
Mit großer Vorfreude habe ich auf das neue Buch von Boualem Sansal gewartet. Und es hat meine Erwartungen sogar übertroffen. Die Geschichte der beiden Brüder Schiller braucht zwar ein paar Seiten, bis man sich in ihr zurechtgefunden hat, aber dann lässt sie einen nicht mehr los und wirbelt den Leser durch halb Europa und Nordafrika und durch 70 Jahre Zeitgeschichte.
Der Autor diskutiert die für mich immer noch interessante Frage von Schuld und Sühne aus einem interessanten neuen Blickwinkel. Die Brüder sind Algerier, die in Frankreich aufwachsen und nach dem Tod des deutschen Vaters erfahren, dass dieser als Nazi tief in die Judenvernichtung verstrickt war. Während der eine sich nach langen und detaillierten Nachforschungen quasi als Sühneopfer anbietet, will der andere den Kampf gegen die Nazis von heute (aus seiner Sicht die Islamisten in seinem Vorstadtviertel und in seiner alten Heimat Algerien) aufnehmen.
Der Leser erfährt viel von der gesellschaftlichen Ralität in Algerien, dem Alltag in einer französischen Vorstadtsiedlung, er kann detailliert den Lebensweg eines ganz normalen Nazi-Verbrechers nachvollziehen und ganz nebenbei sehr interessante moralische Fragen durchdenken.
Der Autor geht mit dieser Geschichte ein großes persönliches Risiko ein. Sowohl die Thematisierung des Holocaust als auch die Problematisierung des Islamismus sind in weiten Teilen der arabisch-islamischen Welt mit einem Tabu belegt.
Während ich einerseits dem Buch einen größtmöglichen Erfolg wünsche, hoffe ich andererseits, dass der Autor nicht wie Salman Rushdie enden wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein humanistisches, großartiges Buch, 24. Juni 2009
Das Faszinierende an diesem Roman ist seine Vielschichtigkeit, thematisch als auch in der Art der Darstellung. Fange ich mit der Darstellung an. War in Sansals letztem Roman "Harraga" schon ein leiser Humor zu erkennen, greift er nun im "Dorf des Deutschen" an zahlreichen Stellen zu einem tiefschwarzen Humor. Gleichberechtigt daneben eine melancholische Posie. Zum Inhalt: Zwei Brüder werden urplötzlich damit konfrontiert, dass ihr Vater ein großer NS-Verbrecher war. Sie gehen unterschiedlich damit um, beide stellen sich jedoch die gleichen Fragen, wie die nach der Verantwortung der Nachgeborenen für die Verbrechen der Eltern. Der Ältere sucht die Stätten der Vernichtung auf und zerbricht daran. Der Jüngere hängt in der Pariser Vorstadt rum, hat keine Bildung und vor allem bis dahin keine Ahnung vom Holocaust. Wie auch, die Indoktrination der Islamisten, die Tabuisierung der Shoah in weiten Teilen der arabischen Welt hat bei ihm funktioniert. Nun aber muss er sich auseinandersetzen, und er entdeckt eine gewisse Universalität der Barbarei, wie ich es nennen würde. Sansal beschreibt die Situation derjenigen, die die Offiziellen als "Menschen mit Migrationshintergrund" bezeichnen mit aller Schärfe, mit all dem Biss, wie es Hamid Skif tut oder wie es in der deutschen Literatur jüngst im "Falschen Inder" geschehen ist. Die literarische Auseinandersetzung mit dem Holocaust gelingt Sansal auf beeindruckende Weise, und man erkennt, dass Literatur, dass Fiktion eben doch in der Lage ist, historische Traumata zu beschreiben. Hier erinnert Sansal an Primo Levi, an Imre Kertesz, in seinem schwarzen Humor an Edgar Hilsenrath. Dieses Buch ist breit zu empfehlen, aus inhaltlichen Gründen, aus literarischen Gründen, aus humanistischen Gründen!
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