Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Tödliche Verführungskünste, 23. November 2009
Für mich gehört sie zu den Entdeckungen der letzten Jahre und man kann sich nur wünschen, dass ihr eine möglichst lange Laufzeit beschienen sein wird: Die "Hard Case Crime"-Reihe vom Rotbuch-Verlag.
Eins zu eins von der US-amerikanischen Vorlage übernommen, rückt sie, allein schon dank der trashig gestalteten Cover im Retro-Look, den vormals so angestaubten Krimi-Noir wieder ins Blickfeld der Leserschaft. Aber nicht nur das Äußere der Reihe überzeugt, auch die Auswahl der Autoren kann sich sehen lassen. Neben verloren geglaubten Klassikern von Lawrence Block, Donald E. Westlake und Co. geben zeitgenössische Autoren ihr Debüt, die ganz im Stile ihr Vorbilder schreiben. Darunter ist auch Richard Aleas, das Pseudonym von Charles Ardai, dem Herausgeber der Reihe in den USA. "Tod einer Stripperin" ist sein erster Versuch als Schriftsteller und ein durchaus gelungener, der andeutet, dass Potenzial für mehr vorhanden ist. Die Handlung sei hier schnell angerissen:
John Blake ist Privatermittler in einer kleinen Kanzlei in New York. Jung, gutgläubig und noch recht grün hinter den Ohren, wird er von seinem Mentor, dem ehemaligen Cop Leo angeleitet, welcher ihm die Kniffe des Geschäfts beibringen und ihn zu seinem zukünftigen Nachfolger ausbilden will. Als Blake jedoch aus der Zeitung erfährt, dass seine Schulfreundin und Jugendliebe Miranda Sugerman, die er seit gut zehn Jahren nicht mehr gesehen hat, auf dem Dach eines Strip-Clubs ermordet wurde, droht der junge Detektiv den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Obwohl ihm von Leo stets emotionale Distanz gepredigt wurde, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und muss dabei bald feststellen, dass Miranda, die kurz nach der Schule noch eine Karriere als Ärztin ins Auge gefasst hatte, relativ schnell in einem ziemlich düsteren Milieu gelandet ist. Seine Nachforschungen bringen ihn in die dunklen Strip-Lokale New Yorks ... und selber in höchste Lebensgefahr.
Nein, diese Geschichte ist wahrlich nicht neu und auch nur wenig innovativ. Und auch die Aussage Paramours auf dem Deckblatt, "Aleas kann es ohne Weiteres mit Chandler aufnehmen", muss der Kenner dieses Genres mit einem verächtlichen Schnauben abtun, denn zwischen den zwei liegen zweifelsfrei Welten. Dennoch ist dieses Werk kein schlechtes, unterhält diese 250-seitige Story überaus gut, was schlichtweg daran liegt, dass Aleas nicht nur das Flair des Big Apples hervorragend aufzufangen weiß, sondern auch den fast vergessenen klassischen Private-Eye sehr ordentlich in die Jetztzeit katapultiert. Dreckige Hinterhöfe, verregnete Gassen, abgewrackte Schuppen mit flackernden Neonreklamen. Bereits nach wenigen Seiten vermag die Atmosphäre zu fesseln, die aus der Sicht des Ich-Erzählers Blake geschildert wird. Dieser ist im Gegensatz zu Marlow, Spade und Co. ein wenig beeindruckender Bursche, dessen sentimentale Anwandlungen zudem nicht ganz in dieses Genre passen wollen. Ein wenig naiv tappt er von einer gefährlichen Situation in die nächste, stets darauf bedacht, den hilflosen Hilfe angedeihen zu lassen. Ein Saubermann, der in dieser dreckigen Welt eigentlich nichts zu suchen hat, dieses allerdings auch ziemlich schnell selbst feststellt. Man folgt ihm dennoch bereitwillig, weil sich die Story mit jeder Seite ein bisschen mehr zuspitzt und uns damit auch unmerklich Blake ans Herz wächst. Die Auflösung ist, besonders für Vielleser, zwar wenig überraschend, wird aber überzeugend, spannend und logisch konstruiert, so dass man letztendlich das Buch nicht begeistert, aber zufrieden, zuklappen kann.
Insgesamt ist "Tod einer Stripperin" ein unterhaltsamer, grundsolider Noir-Pulp-Krimi in der Tradition von Chandler, der dessen Tiefe und literarische Qualität nicht erreicht, für einige Stunden Lesespaß jedoch mehr als taugt und zudem Lust auf ein Wiedersehen mit John Blake macht.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die alte Jugendliebe, 14. Oktober 2008
Privatermittler John Blake erfährt aus der Zeitung, daß seine Schulfreundin, die er seit 10 Jahren aus den Augen verloren hat, ermordet wurde. Aus alter Verbundenheit zu seiner Jugendliebe will er den Mörder ermitteln und gerät dabei selber in Lebensgefahr.
Der Detektivroman spielt in New York und wird von Blake aus der "Ich"-Erzählerperspektive geschildert. Eine flotte Erzählweise und viele interessante sowie auch gefährliche Ermittlungen, in welchen Blake scheibchenweise die Wahrheit ans Licht bringt, lassen das Buch zu einem klassischen Detektivroman werden. Die Schlußaufklärung kommt für den geübten Kriminalromanleser nicht ganz überraschend, darüberhinaus hätte das eine oder andere sentimentale Geseiere weggelassen werden können, ansonsten wirklich ein guter Kriminalroman.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
schleppend aber okay, 23. Dezember 2008
Die Ausgangssituation ist eigentlich ganz gut - ein junger, recht gutgläubiger Privatermittler ist auf den Spuren seiner ermordeten Jugendliebe, die scheinbar ein kriminelles Doppelleben führte -, doch der Autor ergeht sich zunächst in zu vielen Sentimentalitäten Blakes. Der beginnt dann auch recht schnell eine Beziehung zu einer anderen Stripperin und dieses Klischee ist etwas zu viel Trash, denn durch Blake beginnt sie ein neues, besseres Leben, natürlich verknallt sie sich in ihn, fast-tragisches Ende der Beziehung inklusive.
Nach und nach kommt Blake den Hintergründen der Tat auf die Spur, aber bis es soweit ist, passiert nicht so viel - jedenfalls auf den ersten beiden CDs -, außer dass der Detektiv ein wenig ermittelt und immer wieder zusammengeschlagen wird.
"Tod einer Stripperin" birgt einen Clou, der, je nachdem wie gut man aufpasst, zu einem überraschenden Ende führt - welches man aber auch gut vorausahnen kann, wenn man das Genre ein wenig kennt. Eigentlich kann die Story gar kein anderes Ende nehmen als das hier beschriebene, eine gute Idee ist es trotzdem - spannend, wenn auch nicht schockierend. Gegen Ende, als die Fakten sich verdichten, scheint Blake ein wenig schwerfällig zu denken und er kommt einfach nicht auf die richtigen Schlüsse, auch wenn der Hörer sie schon längst ahnt.
Reiner Schöne als Sprecher ist wieder sehr gut aufgelegt und trägt die Lesung durch seine markante, tiefe Stimme.
Fazit: Vor allem zu Beginn eher schleppende Story aus dem Stripper- und Drogenmilieu. Dann, auf CD drei und vier, kommt die Geschichte endlich in Fahrt. Das Ende wird manchen Hörer überraschen, andere werden es bereits lange vor Ende der Lesung ahnen. Durch die starke Lesung von Reiner Schöne ein paar Stunden gute Unterhaltung für Pulp-Fans. Übrigens gibt es ein Wiedersehen mit John Blake in "Songs of Innocence", dem Nachfolgeroman aus der Feder von Richard Aleas.
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