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Ein Maler aus Deutschland. Gerhard Richter. Das Drama einer Familie
 
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Ein Maler aus Deutschland. Gerhard Richter. Das Drama einer Familie (Gebundene Ausgabe)

von Jürgen Schreiber (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 205 Seiten
  • Verlag: Pendo; Auflage: 1., Aufl. (22. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866120583
  • ISBN-13: 978-3866120587
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de Redaktion

Gerhard Richter ist derzeit der wohl berühmteste Maler weltweit. Sein "Stammheim-Zyklus" und die Familienbilder und Landschaften wurden zu Stil-Ikonen des ausgehenden letzten Jahrhunderts. Aus Richters Œuvre stammen auch zwei in den 60er-Jahren entstandene Bilder, die ein Kapitel tief dunkler deutscher Geschichte illustrieren. "Tante Marianne" zeigt Richters schizophrene Tante Marianne Schönfelder, die, zuerst zwangssteriliert, im Februar 1945 im Rahmen von Hitlers Euthanasie-Kampagne ermordet wurde. Die großformatige "Familie am Meer" dominiert der Gynäkologe Professor Dr. Heinrich Eufinger -- Gerhard Richters Schwiegervater. Zwei Bilder, ein unwissentlich gemaltes, gespenstisches Stück Geschichtsschreibung. Dieser Verstrickung von den Ausmaßen einer griechischen Tragödie leuchtet Jürgen Schreiber eindrucksvoll in die Wurzeln.

Der junge Kunststudent wusste nicht, in welches Zentrum des Schreckens er 1953 seinen Fuß setzte. In der Dresdner Villa, Wiener Straße 91, lebte Richters geliebte Ema, später bekannt geworden als weltberühmter "Akt, eine Treppe herabsteigend." Und -- Emas Vater residierte hier. Professor Eufinger war jener NS-Arzt, der für die Zwangssterilisation von etwa 1.000 Frauen verantwortlich zeichnete. Als fanatischer Befürworter von Hitlers Euthanasie-Kampagne dürften sich "Tante Mariannes" und seine Wege aufs Unheilvollste gekreuzt haben! Ein deutscher Chefarzt, nach dem Krieg bis zum Tod unbehelligt und hochgeachtet!

Jürgen Schreibers furchtbares Gruppenbild mit Tätern, einem Opfer, sowie einem Maler aus Deutschland, beginnt mit der Bombardierung Dresdens, deren infernalisches Feuer in den späteren Werken des damals 13-Jährigen auflodern sollte. Auch malerisch verewigt, die "Wiener 91" -- und immer wieder der furchtbare Schwiegervater. Richters eigenem Lebensweg fügt Schreiber weitere unselige Figuren hinzu. „Herr Heyde“, nach einem Zeitungsfoto 1965 gemalt, der "Vordenker" des Tötungsprogramms an geistig Behinderten. Schließlich "Onkel Rudi" in Uniform, Richters Pate. Ein Held der Familie -- und doch nichts weniger als ein Mitläufer.

Es entsteht die akribisch recherchierte und bedrückende Spurensuche nach einer familiären Verstrickung in Deutschlands dunkelster Zeit. Zuletzt beschäftigt Schreiber die nicht leicht zu beantwortende Frage, welche geheimnisvolle Kraft dem unwissenden Künstler Jahre später "Tante Mariannes" trauriges Schicksal in den Pinsel legte. Gerhard Richter, der schweigsame Maler aus Deutschland, hat sich distanziert. --Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Gerhard Richter - »der Picasso des 21. Jahrhunderts« - und die unglaubliche Geschichte seiner Familie. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Bild verstehen, 12. März 2009
Von Joerg Dittmann "joedittmann" (Sylt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Gerhard Richter ist einer der bedeutensten Maler der Gegenwart. In den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts malte er eine Reihe von Portraits. Als Vorlage wurden zunächst Zeitungsausschitte und Familienfotos, später auch eigene Fotos verwendet. Eines der bekanntesten Bilder dieser Serie ist die Darstellung seiner Tante Marianne, die den jungen Gerhard auf einem Kissen hält. Marianne Schönfelder litt an einer Schizophrenie und wurde als junges Mädchen zunächst in eine Nervenklinik eingewiesen, später sterilisiert und schließlich von den Nazis umgebracht. Gerhard Richter heiratete später die Tochter des Mannes, der die Sterilisation mit großer Wahrscheinlichkeit vornahm oder sie zumindest verantwortete. Davon erzählt dieses Buch in spannender Weise. Angeblich wusste Gerhard Richter nichts von dieser Verbindung. Ist es künstlerische Intuition, dass dieses Bild entstand? Das Bild wurde vor einigen Jahren für mehr als 3 Millionen Euro versteigert und gelangte in Privathand, wird jedoch als Dauerleihgabe einem Museum zur Verfügung gestellt. Mit dem Bild von Tante Marianne bekam die Euthanasie und die menschenverachtende Psychiatrie der Nazizeit ein Gesicht.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wer war Tante Marianne?, 2. September 2005
Von Ein Kunde
Das Mädchen auf dem Buchumschlag porträtierte Gerhard Richter, der berühmteste unter Deutschlands lebenden Malern nach einem Foto. Damals war seine Tante 14 Jahre alt, knapp 13 Jahre später wird sie nach langem Leidensweg als eines von über 200 000 Euthanasieopfern des Nationalsozialismus in der sächsischen Psychiatrie umkommen. Die wahre Geschichte hinter Bildern erzählt Jürgen Schreiber, der in einer packenden Recherche das kurze Leben von Richters Tante rekonstruiert. Dabei ergibt sich eine ganz neue Sicht auf die Biografie von Gerhard Richter, dessen frühe Jahre im Osten bisher ziemlich unbekannt waren. Das wirklich Aufregende daran ist, dass der Vater von Richter erster Frau Ema Richter, der Gynäkologe und SS-Obersturmbannführer Heinrich Eufinger, verantwortlich war für fast 1000 Zwangssterilierungen an Psychiatriepatientinnen. So kreuzen sich in der Person Richters die Lebenslinien von Tätern und Opfern dieser dunkelsten Periode in Deutschlands Vergangenheit. Es ist unglaublich spannend, im Buch mit zu erleben, wie der Autor, inspiriert von Richters Bildern, diesen Geschichten, die ihn durch drei Deutschlands führen, nachgeht, wie er Schritt um Schritt neue faszinierende Zusammenhänge entdeckt und die Hintergründe plastisch macht. Ein vergessenes und verdrängtes Thema: die Euthanasie von Geisteskranken hat, durch den Chefreporter des Berliner Tagesspiegel hier eine packende und anrührende Darstellung gefunden.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Täter und Opfer!, 10. November 2005
In diesem wunderbaren Buch über die Familie Gerhard Richters wird noch einmal sehr deutlich, dass auch sechzig Jahre nach Kriegsende das Trauma des Nationalsozialismus nicht überwunden ist. Ein Buch, dass die Erinnerung daran wachhält, dass sich die Greuel der Nazizeit in den allerprivatesten Raum fraßen! Ein Buch gegen das Vergessen!
Wie tragisch und dramatisch sich in der Familie Richters Täter und Opferbiographien kreuzten, hinterlässt bis heute Spuren und muss weitergegeben werden, nicht zuletzt um der vielen namenlosen Euthanasieopfer willen, die in der kollektiven Erinnerung nur einen winzigen Platz haben.
Jürgen Schreiber erzählt eindringlich aber behutsam eine Geschichte, die man sich so nicht ausdenken kann, die aber als Spätfolge der Nazizeit traurige Wirklichkeit ist.
Ein sehr lesenswertes Buch!
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5.0 von 5 Sternen lesenswert
Wenn das Thema noch eher aufgegriffen wäre, könnte das Buch noch mehr Details und Erinnerungen enthalten. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Tagen von St. Seidel veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen Fragwürdig
Das Thema "Euthanasie" ist mit Sicherheit eines der dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte. Ohne die Relevanz dieser Ungeheuerlichkeiten schmälern zu wollen, ist es mir... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. April 2007 von M. Pauli

1.0 von 5 Sternen Ein irreführender Titel - Große Enttäuschung
Ich habe mir dieses Buch gekauft in der Annahme, Gerhard Richter sei die Hauptperson - a la Biographie sozusagen - und es würde "auch" die Geschichte seiner Familie insbesondere... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Mai 2006 von W., Nina

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Eine unglaubliche Spurensuche, die hinter der Oberfläche eines Bildes eine ungeahnte Geschichte enthüllt und die Werke Richters in eine neue Dimension führt: Neben... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. November 2005 von agotai

5.0 von 5 Sternen eine zutiefst deutsche biografie
jürgen schreiber ist mehr gelungen als die sorgfältige biografie eines deutschen malers, der weltberühmt ist, er hat am beispiel gerhard richter eine berührende und gleichzeitig... Lesen Sie weiter...
Am 17. Oktober 2005 veröffentlicht

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Es ist eines der interessantesten Themen in der Literatur, im Film und im übrigen wirklichen Leben: die völlig im Verborgenen liegenden Verbindungen zwischen Menschen, die... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2005 von Till Bender

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Das Buch kann als Tatsachenroman und als Geschichtsbuch gelesen werden. Es ist äußerst beeindruckend, auch in Bezug auf die immense Recherchearbeit. Lesen Sie weiter...
Am 22. September 2005 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Das Drama einer Familie
Das grausame Schicksal der Tante des berühmten Malers Richter bringt der Autor nach umfangreicher Recherche sehr einfühlsam und eindringlich seinen Lesern nahe. Lesen Sie weiter...
Am 12. September 2005 veröffentlicht

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