Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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76 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gerritsen geht neue Wege - ein historischer Thriller , 18. August 2008
Zum Inhalt wurde hier in diversen Rezis ja bereits genug geschrieben, deswegen heute mal gleich zum Fazit:
Gerrtisen hat hiermit m.E. einen sehr empfehlenswerten historischen Thriller, jenseits der Isles & Rizzoli Seire vorgelegt, der spannend informativ & vor allen gut recherchiert, sowie lehrreich ist.
Wer hier schlechte Rezis vergibt aufgrund der Tatsache, dass dies eben kein Isles Buch ist obwohl auf dem Klappentext erwähnt(sorry aber das nennt man halt leider nun mal Marketing), der sollte einfach mal vorher eine Blick auf die Homepage der Autorin werfen,hier ist "bone garden" schon seit dem erscheinen letzten Herbst in der USA nicht als Teil von Isles & Rizzoli gekennzeichnet.
So nun aber zum Buch zurück: Der Thriller besticht meiner Meinug nach durch die vielen interessanten Infos zu Medizin, Autopsien & Hygiene der damaligen Zeit. Wer z.B Anne Perrys Monk-Letterly-Romane(um 1860) gelesen hat, weiß ja schon um die Krankenhauszustände der damaligen Zeit, insofern hat Gerritsen gut rechercheirt & viel interessantes zum Thema Medizin & Co widergegeben! Der Thriller bzw. die Entwicklung des Geschehens ist wie immer gekonnt & solide, die Charaktere gut gezeichnet, ebenso wie das Boston des Jahres 1830, die Einwanderungsproblematik & die soziale Struktur.
Die 2. Zeitebene, die im heutigen Boston spielt rahmt das Thrillergeschehen lediglich ein, der Fokus liegt also auf der historischen Handlung. Das hat mir als alter Fan historischer Thriller gut gefallen, zumal die Liebesgeschichte im Heute mir etwas zu kitschig ist. Deswegen auch 1 Punkt-Abzug, eine etwas unpassenende & zu ktischig-unglaubürdige Liebesgeschichte auf beiden Zeitebenen(v. a. die im Heute mit dem übersinnlichen touch), die mich nicht so vollkommen überzeugt haben. Weiterhin hätte man das Ende ein wenig mehr hinsichtlich der Mordmotive beleuchten können(warum gerade auf diese bestialische Art & Weise?), obwohl es im großen & ganzen "gepasst" hat.
Positiv überrascht haben mich einige unerwartete Wendungen vor Ende des Romans.
ERGO:
Insgesamt aber kein wirklicher Pageturner(immerhin hab ich 5 Tage gebraucht andere Romane der Autorin hat ich in 1-2 Tagen durch!), statt dessen eine gewisse Tendenz zur Vorhersehbarkeit, allerdings sehr informaiv & interessant gestaltet! Deswegen 4 Sterne, vielleicht mit einer leichten Tendenz abwärts!Auf jeden Fall lesenswert für den Freund des hist. Krimis, aber auch in diesem Genre gibt es weit spannenderes als Gerritsen. Für Isles & Rizzoli Fans nicht unbedingt empfehlenswert. Weitaus fesselnder ist Gerritsens Serie um Rizzoli & Co!!
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74 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wer zu tief gräbt..., 30. Juli 2008
Als Julia Hamill den Garten ihres vor kurzem erworbenen Hauses umgräbt, stößt sie auf den die Überreste eines Menschen, genauer gesagt einer Frau, die, wie sich herausstellt, dort vor ungefähr zweihundert Jahren begraben wurde. Die herbeigerufenen Gerichtsmediziner finden schnell heraus, dass die Frau ermordet wurde. Bevor Julia das alte Anwesen kaufte, gehörte es über Generationen der Familie ihres Nachbarn Tom und dessen Onkel Henry Page, der sich als Familienchronist betätigt und in dessen Besitz sich Briefe befinden, die scheinbar mehr über diesen Mord erzählen können.
Julia und Henry tauchen ab in eine andere Zeit, eine Zeit in der Frauen noch nicht studieren dürfen, in der in den Krankenhäusern und Kliniken des Landes epidemisch das Kindbettfieber umgeht und in der die mittellose Rose Conolly ihrer sterbenden Schwester verspricht, auf das gerade geborene Mädchen aufzupassen.
Schon bald wird klar, dass jemand alles tut, um das Kind an sich zu nehmen und dieser Jemand schreckt selbst vor Mord nicht zurück. Mehrere grausig zugerichtete Leichen werden im Umfeld von Rose gefunden und bald gerät nicht nur sie, sondern auch der ehrgeizige Student Norris in Verdacht, etwas damit zu tun zu haben.
Julia und Henry erfahren immer mehr über die Verbrechen und über die daran beteiligten Menschen, doch werden sie in den alten Unterlagen Hinweise auf den oder die Täter finden und wer war die Frau wirklich, deren Gebeine so lange im Garten von Julias Anwesen begraben waren?
- Alle, die einen neuen Fall für Detective Jane Rizzoli erwartet haben, kommen hier leider nicht auf ihre Kosten. Auch wenn ganz am Rande die Gerichtsmedizinerin Maura Isles eine kleine Gastrolle spielt, so trifft man hier keine der aus den anderen Büchern der Autorin bekannten Figuren an. Vielmehr schenkt uns Tess Gerritsen eine spannende Reise in vergangene Zeiten. Auch hier spielt die Medizin eine große Rolle und auch hier wird gemordet und ermittelt insofern natürlich eine Parallele zu ihren anderen Werken. Wir erfahren etwas über die Anfänge der Forensik und über die Zustände in den medizinischen Hochschulen und das so gut und bildhaft geschildert, dass man beim Lesen froh ist, nicht in einer Zeit zu leben, in der es noch keine Antibiotika gab und in der Menschen an den schlechten hygienischen Zuständen in den Krankenhäusern starben.
Da die Autorin über fundiertes medizinisches Fachwissen verfügt, und das Talent hat, dies verständlich in die Geschichte einfließen zu lassen, kommt die Handlung grausig realistisch daher.
Geschickt werden Gegenwart und Vergangenheit miteinander verknüpft, wobei die Geschehnisse in der Vergangenheit den größeren Teil einnehmen und ich manchmal der Meinung war, der erste Handlungsstrang um Julia, wäre gar nicht notwendig gewesen, denn das, was da zwischen 1830 und 1888 geschieht, ist so spannend und so gut geschrieben, dass die Figuren der Gegenwart dagegen verblassen und uninteressant werden, zumal der Plot nicht besonders neu und originell ist - Geschiedene, vom Leben enttäuschte Frau zieht sich in die Einsamkeit zurück, wird vom Nachbarn getröstet und entdeckt durch Beschäftigung mit der Vergangenheit, dass es sich zu leben lohnt... Das hat es alles schon gegeben, und würde das Buch nur diese Handlung aufweisen, so würde es alle Gerritsen-Fans bitter enttäuschen. Meiner Meinung nach hat es eine Autorin wie sie nicht nötig. auf solch angestaubte Klischeebehaftete Handlungen zurückzugreifen, doch durch ihre farbenfrohe und plastische Schilderung der Lebensumstände der damaligen Zeit und durch die permanente Spannung, die bis zum Schluss aufrechterhalten wird, versöhnt sie den Leser wieder. Das Tess Gerristen schreiben kann stellt sie auch hier wieder eindrucksvoll unter Beweis und diese Art Geschichten könnte sie ruhig noch mehr verfassen.
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73 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leichenraub, Autopsien, Mord und die Jagd nach dem West End Reaper, 6. August 2008
Nach 6 Jane Rizzoli-Thrillern gönnt Tess Gerritsen ihren Serienheldinnen Maura Isles und Jane Rizzoli eine kurze Verschnaufpause. Nur Maura kommt am Beginn von "Leichenraub" quasi in einem Gastauftritt kurz vor.
Die Lehrerin Julia Hamill ist mit ihren 38 Jahren gerade einmal ein halbes Jahr geschieden, als sie einen verhängnisvollen Impulskauf wagt. Ein 150 Jahre altes Haus, mit einem 4000 m² Grundstück und verwilderten Garten. In der Aufarbeitung des Gartens hofft Julia in den Sommerferien Ablenkung zu finden, doch schon bald macht sie eine schockierende Entdeckung, denn ein Stein entpuppt sich als Schädel und das Rechtsmedizinische Institut fördert das dazugehörende Skellett einer Frau aus dem 19. Jahrhundert zu Tage. Doch wer ist diese namenlose Frau, die einfach verscharrt wurde? Mit Hilfe des Cousins und Familienchronisten, der Vorbesitzern ihres Hauses, begibt sich Julia auf eine Reise in das Boston des Jahres 1830.
Das irische Einwanderermädchen Rose Conolly muss miterleben wie ihre Schwester an Kindbettfieber stirbt und schwört sich alles zu tun, um nun ihre neugeborene Nichte zu beschützen. Doch schon bald erschüttert eine Mordserie die Stadt und fordert das Leben der Geburtshelfer von Rose' Nichte. Dabei gerät der begabte Medizinstudent Norris Marshall in das Visier der Nachtwache, ist er doch als Farmersohn auch im Schlachterhandwerk geübt und ohne reiche oder einflussreiche Familie ein leichtes Opfer für die Justiz...
Leichenraub hat sich die Bezeichnung als historischer Thriller mehr als verdient. Wie in den Jane Rizzoli-Thrillern praktiziert verwebt Tess Gerritsen gekonnt zwei Handlungsbögen miteinander, von denen einer normalerweise "nur" die Hintergründe enthüllt, diesmal aber im Zentrum der Handlung steht. Die Handlung um Julia Hamill dient lediglich dem Zweck. Sehr plastisch und realistisch geschriebenen, versetzt Leichenraub seine Leser direkt in das Boston des 19. Jahrhunderts und berichtet nicht nur vom Alltag der Medizinstudenten, sondern auch wie diese zu ihren "Schulungsmaterial", also Leichen, kommen.
Nach 18 Büchern, davon 6 mit Jane Rizzoli, hat Tess Gerritsen einen beachtlichen Erfahrungsschatz und stilistische Reife entwickelt, dennoch wagt sie es noch nicht gänzlich auf Love-Elemente zu verzichten, vielleicht auch um ihren Stil treu zu bleiben. Vom titelgebenden Leichenraub erfährt man allerdings nur in der ersten Hälfte des Buchs etwa und auch der Originaltitel "Bone Garden" legt falsche Schlüsse zur Handlung nahe. Spannend ist das Werk dessen ungeachtet bis zur letzten Seite, viele Überraschungen und Handlungswendungen machen den Plot unvorhersehbar und lassen den Leser regelrecht süchtig danach werden, so dass man unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht.
Fazit:
Auch ohne Jane Rizzoli ein hochspannendes und faszinierendes Buch. Dichte Atmosphäre, sehr plastische Darstellungen und ein wendungsreicher, kaum vorhersehbarer Plot machen Leichenraub zu einem hervorragenden historischen Thriller, womit Tess Gerritsen einmal mehr ihr Können unter Beweis stellt.
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