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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Diamanten der Küche, 3. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Trüffel (Gebundene Ausgabe)
Wer jemals wirklich frische Trüffel gekostet hat, eventuell auf Omelett, auf Risotto oder über handgemachter Pasta, der weis wo der Himmel des Genusses liegt. Das Buch TRÜFFEL von Annemie Dedulle & Toni de Coninck ehrt diesen ungewöhnlichen Vertreter der Pilzfamilie, welcher die Gabe besitzt die unterschiedlichsten Gerichte mittels einer Aromawolke zu veredeln.
Ein gut recherchiertes Buch liegt mit dem Band TRÜFFEL von Annemie Dedulle & Toni de Coninck nun vor - zudem Meisterhaft illustriert durch die schönen Photos von Kris Vlegels.
Trüffel, unscheinbar und in der Erde verborgen können bis zu 10.000 Euro das Kilo kosten, im Durchschnitt immer noch satte 3.000 Euro und dies macht sie so wertvoll wie Gold.
Trüffel, insbesondere wenn es echte (!) und frische sind, vermögen eine Wolke von Aroma um ein Gericht zu legen - unvergleichlich und betörend, dennoch sind Trüffel kein Aphrodisiakum.
Das Buch besticht durch eine sehr gute Einführung in Historie und dem Erkennen von echten wie auch falschen Trüffeln - wussten Sie, dass man falsche Trüffel auch aus China bekommt?!
Das Buch schließt zudem mit einigen sehr aromatischen und Trüffel - unterstützenden Rezepten ab. Insgesamt gesehen bietet das Buch eine Menge Wissen zum Thema Trüffel und ehrt dadurch diesen ungewöhnlichen Tuber, welcher sich vor den Augen der Menschen zu verstecken scheint.
Das Buch preist die Exotik des Trüffels, ehrt sein Geheimnis und zeigt die Schönheit, welche in der Tat im Verborgenen zu wachsen scheint.
Ob aus Italien oder Frankreich, aus Spanien oder Ungarn, Trüffel sind die geheimnisvollen Begleiter eines jeden königlichen Gerichts.
Sehr empfehlenswert!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Trüffeln enthalten ein Sexualhormon, das auch unter den Achseln von Männern anzutreffen ist., 10. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Trüffel (Gebundene Ausgabe)
Das vorliegende Buch befasst sich mit der Trüffel, dem so genannten Diamanten der Küche. Annemie Dedulle, die führende Trüffelexpertin der Benelux-Länder und Toni de Coninck , Chefredakteur des flämischen UIT-Magazins, führen textlich durch die faszinierende Welt dieses Schlauchpilzes. Die imposanten Fotos von der Suche der Knolle, über den Verkauf und die Zubereitung bis hin zu den appetitlichen Ergebnissen auf dem Teller hat Kris Vlegels abgelichtet.
Eingangs berichtet die Trüffelhändlerin Dedulle über ihre Erfahrungen mit diesem Pilz. Ihre Absicht im Buch besteht darin den Lesern zu erklären, worauf sie beim Kauf achten sollten, zudem möchte sie über den Ursprung der Trüffel informieren, von der Trüffelsuche , den Trüffelarten, den Saisonzeiten und der Verwendung in der Küche berichten. Wie die Folgeseiten zeigen gelingt es ihr ihre Pläne hervorragend in die Tat umzusetzten.
Was ist eine Trüffel? Die seltsame, schmutzige, pockennarbige, knollenförmige Frucht des Schlauchpilzes, die ein Vermögen kostet, erfährt man gleich zu Beginn und liest weiter, das Trüffeln nur unter speziellen Baumsorten wie Eicheln, Pappeln, Hainbuchen oder Haselnüssen wachsen.
3 Monate benötigt eine Trüffel durchschnittlich für die Reife. Ein mit Sporen infizierter Baum braucht zwar mindestens sieben Jahre bis möglicherweise Pilze wachsen, allerdings benötigt die Knolle von 200 Gramm oder mehr bloß drei Monate. Fast alle Trüffeln außer der Sommertrüffel wachsen im Herbst. Dass ein Kilo hervorragender Trüffeln viele Tausend Euro kostet, hat sich sicher herumgesprochen. Seltene Produkte der Natur haben ihren Preis. Das sollte man akzeptieren.
Zum ersten Mal taucht die Trüffel bei dem griechischen Botaniker Theophratos von Ereros auf. In seiner " Historia Plantarum " beschrieb er die Trüffel als eine " unterirdische Pflanze ", die u. a. in Kyrene (im heutigen Libyen) und anderen sandigen Gebieten vorkommt. Bereits im alten Rom war man nach Trüffeln verrückt. Dort verwendete man sie in erster Linie als Geschmacksverstärker und in Salaten. Der Gastronom Apicus beschreibt in seiner Abhandlung " De re coquinaria " Rezepte in denen die Trüffel zunächst gekocht und später in süßen und salzigen Soßen weitergegart wird.
Varenne veröffentlichte 1651 in " Le Cuisinier Francois " rund 60 Trüffelrezepte. Damals betrachtete man die Trüffel als Aphrodisiakum.Die Autoren erzählen sehr spannend über das Interesse an diesem Pilz bis zum heutigen Tage, um schließlich das biologische Geheimnis der " Mykorrhiza " zu lüften.
Im Übrigen entdeckten deutsche Wissenschaftler in den 1980er Jahren, dass schwarze Trüffeln das Steroid Androstenol enthalten, ein Sexualhormon, welches auch im Schleim von Ebern und unter den Achseln von Männern anzutreffen ist. Deshalb wohl interpretiert man auch, dass die Trüffel lusterregende Eigenschaften besitzt.
König der französischen Trüffeln ist der schwarze " Tuber melanosporum ", der " Perigordtrüffel ". Die bekannteste weiße Trüffel wächst in Italien. Dieser so genannte " Tuber magnatum " genießt international hohes Ansehen und ist blutig teuer. Man liest von vielen anderem Trüffelsorten, unmöglich sie hier alle aufzuzählen, so etwa auch von dem Wüstentrüffel " Terfez ", bevor man über die Trüffelsuche näher in Kenntnis gesetzt wird. Einige Trüffelsucher schwören auf eine esoterische Methode und agieren mit Pendel oder mit Wünschelrute. Die Mehrheit arbeitet allerdings mit anderen Methoden.
Trüffeln sind saisonabhängig. Man liest Näheres über den Kauf von Trüffeln und Trüffelprodukten, lernt " Salsa Tartufata ", " fein geschnittene Sommertrüffel ", " sterilisierte Sommertrüffel, Wintertrüffel und weiße Trüffel " kennen und wird über die Verwendung von " Trüffeljus ", " Trüffelbutter ", " schwarzem Trüffelöl", " weißem Trüffelöl " und " Trüffelpastete " in Kenntnis gesetzt.
Es folgen Rezeptseiten: Annemie Dedulle stellt zunächst Rezepte für zu Hause vor. Omeletts mit schwarzen oder weißen Trüffeln können auch Anfänger problemlos auf den Teller zaubern.Die Spitzenköche Sergio Herman ( Niederlande ) Peter Goosens ( Belgien ) und Hans Stefan Steinheuer ( Deutschland ) präsentieren im Anschluss ihre Trüffelkreationen.Am interessantesten fand ich Steinhauers unendlich aufwendiges Rezept " Kalbskopf mit kandierten Kartoffeln, Trüffelgelee, glasiertem Bries, Sellerieschaum, Trüffelsauce und Salat aus Trüffel und Sellerie " an das sich zuhause nur fortgeschrittene Hobbyköche wagen sollten. Eine wirkliche Herausforderung!
Auf den letzten Seiten dann liest man welche Weine mit dem intensiven Trüffelgeschmack harmonieren. Ein gelungenes Buch über eine optisch unschöne Knolle voller Aroma , die ein Nichtkenner möglicherweise für eine faule Kartoffel halten könnte, so geschehen während der Lehrzeit von Annemie Dedulle, wo eine Putzfrau unwissend kostbare Trüffeln im Mülleimer entsorgte, weil sie die Trüffeln für verdorbene Erdäpfel hielt...
Eine Bereicherung in jeder Kochbuch-Bibliothek. Empfehlenswert.
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