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Beim Häuten der Zwiebel
 
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Beim Häuten der Zwiebel [Illustriert] (Gebundene Ausgabe)

von Günter Grass (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 479 Seiten
  • Verlag: Steidl; Auflage: illustrated edition (August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865213308
  • ISBN-13: 978-3865213303
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (59 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 120.128 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 22 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Grass, Günter

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das im Vorfeld seiner Erinnerungen Beim Häuten der Zwiebel bekannt gewordene Bekenntnis des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter Grass, im Alter von 17 Jahren kurz bei der Waffen-SS gewesen zu sein, hat im Blätterwald der Feuilletons viel Staub aufgewirbelt. Vor allem die späte Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit machte den Kritikern offenbar zu schaffen. Jetzt, sagte Grass, sei die Zeit einfach reif dafür gewesen, dieses lang verdrängte Trauma niederzuschreiben. Wer Beim Häuten der Zwiebel aufmerksam liest, kann die Gründe hierfür -- und damit Grass -- besser verstehen.

Die Passage von der Zeit bei der Waffen-SS ist nur ein Bruchteil des fast 500 Seiten dicken Buchs. Es schildert die Kindheit und Jugend des Schriftstellers bis zum Erscheinungsjahr seines hoch gelobten und längst zum Klassiker avancierten Debütromans Die Blechtrommel. Es geht um die Liebe zu seiner Mutter, die den Wunsch, Künstler zu werden, unterstützte, seine Verwirklichung durch ihren frühen Krebstod aber nicht mehr erlebte,. Es geht um Hitlers Überfall auf Polen, der den Beginn des Zweiten Weltkriegs und das Ende von Grass’ Kindheit bedeutete. Es geht um die Zeit als ideologiegläubiger Hitlerjunge, Luftwaffenhelfer und Kriegsgefangener. Und es geht nicht zuletzt um die Pariser Jahre, in denen die Blechtrommel entstand. Vor allem aber geht es auch darum, „was alles geschehen musste, um diese Sperre vor der Sprache abzubauen, bis es dann zu den Wortkaskaden der ‚Blechtrommel’ kommt“. Dass dies auf verschiednen Zeit- und Reflexionsebenen und mit Hilfe einer überaus eigenwilligen Sprache geschieht, versteht sich bei Grass von selbst.

Grass liebt poetologische Metaphern. In der Novelle Katz und Maus war es die Katze, die mit ihren Streifzügen den „lauernden“, jederzeit die Richtung wechselnden Geschichtsverlauf symbolisch fasste. Bei Im Krebsgang diente der seitliche, mögliche Feinde täuschende Gang des Krebses als Bild für den vorsichtig abwägenden Erzählfluss. Beim Häuten der Zwiebel nun hat Grass diese Vorsicht ein Stück weit aufgegeben. Denn seine Erinnerungen sind ein ehrliches, offenes Buch, bei dem sich sogar ein Teil der Figurenwelt wie Oskar Matzerath aus der Blechtrommel selbstständig macht und Dichtung und Wahrheit ein ums andere Mal ineinander fließen. Auch wenn Grass, sprachverspielt wie er nun einmal ist, seine Biografie nicht gänzlich entblößt, sondern im permanenten Oszillieren mit der Fiktion selbst die Erinnerung wieder ein wenig als Phantasie entlarvt, bietet Beim Häuten der Zwiebel auf literarisch hohem Niveau vielfach Gelegenheit, sich mit dem Werden eines großen Autors auseinander zu setzen. Und beim langsamen Entblättern der Gedächtnisschichten wird einem plötzlich klar, wie viel Autobiografisches sich im literarischen Werk verbirgt. --Thomas Köster



Kurzbeschreibung

Günter Grass erzählt von sich selbst. Vom Ende seiner Kindheit beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Vom Knaben in Uniform, der so gern zur U-Boot-Flotte möchte und sich hungernd in einem Kriegsgefangenenlager wiederfindet. Von dem jungen Mann, der sich den Künsten verschreibt, den Frauen hingibt und in Paris an der »Blechtrommel« arbeitet. Günter Grass erzählt von der spannendsten Zeit eines Menschen: den Jahren, in denen eine Persönlichkeit entsteht, geformt wird, ihre einzigartige Gestalt annimmt.

Zwischen den vielen Schichten der »Zwiebel Erinnerung« sind zahllose Erlebnisse verborgen. Grass legt sie frei, schreibt über den Arbeitsdienst-Kameraden, der niemals eine Waffe in die Hand nahm, schildert genüsslich einen Lager-Kochkurs, der mangels Lebensmitteln abstrakt blieb, und berichtet, wie der Kunststudent sein Geld in einer Jazzband verdiente. Zudem zeichnet er liebevolle Porträts von seiner Familie, von Freunden, Lehrern, Weggefährten. Beim Häuten der Zwiebel ist ein mit komischen und traurigen, oft ergreifenden Geschichten prall gefülltes Erinnerungsbuch, das immer wieder Brücken in die Gegenwart schlägt. Günter Grass faßt den jungen Menschen von damals nicht mit Samthandschuhen an, enthüllt seine Schwächen, legt den Finger auf manches Versagen und noch heute schmerzende Wunden. Daß er die ein oder andere Erinnerungslücke mit Hilfe seiner reichen Phantasie ausgemalt haben könnte, gesteht er offen ein.


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32 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Publicityträchtig, aber sonst nicht sehr bedeutungsschwanger, 3. September 2006
Von A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Viel ist geschrieben worden über Herrn Grass und seine kurze Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Ich bin gegen jede Art von Kollektivierungen und würde im Falle der Waffen-SS niemals rein pauschal von einem "verbrecherischen Haufen" sprechen, von daher entbehrt es jeder faktischen Grundlage, Grass nun als "Verbrecher" oder sonst wie titulieren oder stigmatisieren zu wollen.
Allerdings ist es schon bemerkenswert, dass gerade die Moralapostel, die, für alle hörbar, lauter als andere schreien, wenn es um das Gewissen unserer Nation geht, dass gerade sie nun wahrlich genug Dreck vor der eigenen Tür haben. Das war bei Walter Jens nicht anders als bei Günter Grass. Beide zu Recht angesehene, kulturelle Größen des 20. Jahrhunderts, beide mit Sicherheit keine Verbrecher, keine Nazis, aber eben leider auch die Falschen, um wirklich in der Funktion moralischer Rechtsinstanzen fungieren zu können. Ich bin liberal eingestellt - dass nun alle mit linkspolitischer Provenienz plötzlich den Halt verloren haben, da eine weitere ihrer Galionsfiguren zeigt, dass Politik und Literatur nicht gut zusammen gehen, erstaunt mich ebenso wenig wie es mich erschüttert.

Wäre "Beim Häuten der Zwiebel" ein wirklich gutes Buch, eines Nobelpreisträgers und des ganzen Wirbels würdig, dann bekäme das Werk von mir uneingeschränkt und vorbehaltlos 5 Sterne. Doch dem ist, unschwer erkennbar, nicht so.
Denn das Selbstbildnis von Günter Grass, ist keine literarische Kunstfertigkeit, sondern literarische Künstlichkeit. Metaphern wirken ähnlich wie das Häuten von Zwiebeln: Man reibt sich die Augen.
Und wie steht es mit der reinen Handlung? Herr Grass, warum haben Sie das Buch nicht zwei Jahre vorher, auf dem Höhepunkt der Kriegs-Erinnerungskultur, herausgebracht? Denn dieses "Was hätte man selbst getan, wäre man" ist eigentlich eine Frage, derer die meisten Bücherlesenden mittlerweile überdrüssig geworden sind. Es gibt zu diesem Thema weit bessere, packendere, ja, hochwertige Veröffentlichungen.

Fazit: Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber ob nun Grass in der Waffen-SS war oder nicht sollte für die Beurteilung dieses Romans herzlich wurscht sein. Es fehlt leider an vielen Ecken und Enden schlichtweg an Klasse, so dass sich viele Leser wohl oder übel darüber ärgern werden, einer - wirklich sehr gelungenen - Publicityaktion aufgesessen zu sein.
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21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Sprachlich gut, aber zu selbstgefällig, 6. Februar 2007
Das autobiographische "Häuten der Zwiebel", in dem Günter Grass seinen Lebensweg zwischen Kriegsbeginn und den ersten Zeilen der "Blechtrommel" schildert, hat viele Schlagzeilen gemacht, nicht nur wegen der bislang verschwiegenen Mitgliedschaft des Autors in der Waffen-SS. Neben dieser Enthüllung erzählt Grass seinen Weg in den Wirren des Krieges, er berichtet von den Menschen, die seinen Weg gekreuzt haben und davon, wie er seine vielen Eindrücke in den verschiedenen Romanen "abgearbeitet" hat.
Grass zeigt auch in diesem Buch, weshalb er als Autor einen hohen Unterhaltungswert hat: Durch viele Wechsel der Erzählperspektive, der Zeit- und auch der Sprachebene gewinnt er immer wieder das Interesse das Lesers und lässt ihn durch elegante oder auch besonders drastische Umschreibungen schmunzeln.
Nichtsdestotrotz fühlt man sich als Leser mit zunehmender Lesedauer abgestoßen von der Selbstgefälligkeit, mit der Grass seinen "Erfolgsweg" beschreibt. Die Darstellung der angesprochenen Entscheidung für die Waffen-SS füllt nicht viel mehr als zwei Seiten, was insbesondere dadurch zu wenig erscheint, als Grass sich jahrzentelang als Gewissen der Nation hervorzutun versuchte. Auch in anderen Zusammenhängen erscheint die zur Vergangenheit befragte Zwiebelhaut recht selektiv zu sein und der Autor eigenes Verhalten sehr geschönt darzustellen. So wäre eine differenziertere und selbstkritischere Darstellung der Soldatenzeit Grass' für den Leser sicherlich interessanter als die ständige Betonung und Darstellung der verschiedenen Liebschaften. Auch fühlt man sich zeitweilig an den eigenen Großvater erinnert, der von seinen kernigen Soldatenkollegen berichtet und der immer wieder erzählen muss, mit welch berühmten Persönlichkeiten er in einer Klasse gewesen sei. Bei Grass übernimmt der neue Papst diese unrühmliche Rolle. Insgesamt zwölf Mal erwähnt der Autor, dass er mit "dem Kumpel Joseph" im Gefangenenlager einen Abend lang Würfel gespielt hat...
Letzten Endes lässt sich sagen, dass eine neutrale Biographie über den Autoren Grass möglicherweise nicht denselben sprachlichen Unterhaltungswert aufweist, sicherlich aber den am Leben des Nobelpreisträgers interessierten Leser besser und umfangreicher informiert als die subjektiv geschönte Sicht des Autors selbst.
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78 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Beim Häuten dieser Zwiebel kommen einem die Tränen, 22. August 2006
Von Rainer Hartmann (Stuttgart, BaWü Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Dass einem beim Häuten dieser Zwiebel die Tränen kommen, das hat Grass schon selbst erkannt. "Ein schwer verdaulicher Brocken aus verhobenen Kunsteitelkeiten" sei das neue Werk von Grass, schreibt der "Spiegel". Das ist diplomatisch formuliert. Tatsächlich ist das Buch ein Ärgernis, ein Affront für 24,90 Euro. Man staunt, wie es Grass immer wieder schafft, offenbar ohne jedes Gefühl der Peinlichkeit seine Beschreibungs-Impotenz zur Schau zu stellen. Grass schreibt so, wie er glaubt, dass Literatur klingen sollte. Man liest sich durch einen Dickicht von Adjektiven und geschraubten Metaphern, die originell sein wollen. Es gibt keinen doppelten Boden, man wird auch nicht emotional berührt - kurz: Es ist keine Literatur, sondern eine Totgeburt. Der kanns nicht. Grass hat es in Wirklichkeit nur einmal gekonnt - und da zugegebenermaßen brilliant: in der "Blechtrommel". Seitdem kann einem der Autor nur leid tun, nicht persönlich, aber literarisch. Schade, dass dieser mißratenen Literatur immer wieder aufs Neue ein enormer publizistischer Raum gegeben wird. Kennen Sie jemanden, der diese "Zwiebel" oder eines der letzten Grass-Bücher mit Begeisterung gelesen oder seinen Freunden weiterempfohlen hat ? Ich nicht.

Ab sofort mit Ranicki gesprochen: "Kein Wort mehr zu Grass".
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