Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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63 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Voreingenommen und schlecht recherchiert, 12. Januar 2007
Der Autor gibt eine (leider ungenügende) Zusammenfassung diverser amerikanischer Literatur zum Thema Private Military Contractor wieder. Er steht diesem Thema darüber hinaus sehr voreingenommen gegenüber, was dem Status eines "Fachbuchs" nicht gerecht wird.
Zum anderen offenbaren sich Konflikte bei der Übersetzung von engl. Fachbegriffen ins deutsche.
Magere Recherchearbeit, wenig technischer Sachverstand, kein militärisches Insiderwissen.
Auch die Argumentationsketten des Autors verstricken sich mitunter in Widersprüchen.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Menetekel im Zeitalter der Privatisierung, 23. Januar 2009
"Private Militärfirmen verdienen nicht am Frieden, sondern am Krieg und Konflikten."
(Rolf Uesseler)
Das Eingangszitat und der Untertitel "Private Militärfirmen zerstören die Demokratie" unterstreichen die Zielrichtung des kritischen Sachbuches, das im März 2008 bereits in seiner aktualisierten, um das Kapitel "Blackwater" erweiterten, 3. Auflage erschienen ist. Der freie Publizist und Wissenschaftler bringt hierbei seine Erfahrungen ein, die er schon zuvor im Zusammenhang mit den Themenfeldern Illegale Trends der Weltwirtschaft, Organisierte Kriminalität und Schattenökonomie gemacht hat.
Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts und dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde der Weltmarkt mit Waffen geradezu überschwemmt. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt sind seit über einem Jahrzehnt Private Militärfirmen (PMF) in aller Welt tätig. Neben einem Merkblatt für die Anwerbung eines Privatsoldaten (Seite 13) schildert der Autor einige typische Söldnerkarrieren. Ihre Existenz wurde kaum wahrgenommen und nur selten thematisiert. Es bedurfte erst einiger Skandale und des Irak-Krieges, damit die Öffentlichkeit auf dieses Phänomen aufmerksam wurde. So stand beipielsweise hinter dem Folterskandal im Gefängnis von Abu Ghraib mit Steve Stefanowicz ein Verhörspezialist der privaten PMF "CACI International" mit Sitz in Arlington/Virginia (S. 34). Oder wenn es z. B. Hackern gelungen war, in das Sicherheitssystem des US-Präsidenten einzudringen.
So wurde bekannt, dass die Hälfte des 40 Milliarden Dollar Budgets für die verschiedenen US-Geheimdienste mittlerweile an verschiedene PMF gezahlt wird. Im Bereich Logistik haben die PMF in den angelsächsischen Ländern nahezu eine Monopolstellung erlangt. Während der Branchenumsatz im Jahr 2005 bei ca. 200 Milliarden Euro lag, findet man die umsatzstärksten Firmen mit ihren Stammhäusern unter den ersten 100 der am höchsten notierten Aktiengesellschaften der jeweiligen Länder. Ganz klar, denn PMF gehorchen ausschließlich den Marktregeln, das heißt dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Sie verfahren nicht anders als anderen privaten Wirtschaftsbetriebe. Die wahrgenommenen Aufgaben, die auch als Dienstleistungspakete angeboten werden gliedern sich in die Bereiche Sicherheit, Ausbildung, Intelligence und Logistik. Ihre Dienstleistungen sind jedoch als schnelle und effiziente Lösungen, langfristig gesehen gewissermaßen Wegwerfprodukte. Einmal benutzt sind sie auch verbraucht. Mit "Write a cheque and end a war" , à la Präsident der IPOA, Doug Brooks, ist es nicht weit her....
Der Autor liefert eine scharfe und gründliche Analyse der Gefahren, die sich aus dem Engagement der PMF ergeben. Hierzu gibt er nicht nur abstrakte Beispiele, sondern nennt stets Ross und Reiter. Er unterscheidet zwischen sogenannten "starken" Staaten, deren transnationalen Konzerne in einer Verteidigungsschlacht um die ökonomischen Ressourcen der "schwachen, verfallenden" Staaten kämpfen. Die Grenzen zwischen wirtschaftlichem, politischen und humanitärem Gründen in der Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen, Staaten, Regierungen, Hilfs- und Friedensorganisation, sogar die UNU wird durch die PMF nicht nur verwischt. Bei einigen Ländern ist kaum noch festzustellen, wo das nationale Interesse aufhört und das Konzerninteresse anfängt. Mit Blick auf die angelsächsischen Länder muss gar der Eindruck entstehen, dass von diesen nur dort militärisch interveniert wird, wo "etwas zu holen" ist. So wurde die neue nationale Energiepolitik Georges W. Bush ungewollt oder gewollt mit dem globalen "Krieg gegen den Terror" verwoben. Eine Verflechtung zwischen staatlichen und privaten Akteure ist vornehmlich in den USA zu finden. Während sich auch Defensiv- und Offensivcharakter verwischen können, kann eine ursprünglich von politischer Ethik getragene Friedensmissionen fraglich werden.
Uesseler gibt zahlreiche Beispiele für Macht und Möglichkeiten der PMF. Während die Gesamte US-Mission im Kosovo und ihr Gelingen von den Kapazitäten der Firma KBR abhing, verfügt "Executive Outcomes" (EO) über eine komplette Armee mit einem Stammpersonal von 2000 hochspezialisierten Soldaten, Schützen- und Transportpanzern, sieben Kampfhubschrauber und acht Flugzeugen der Typen MiG 23, MiG 27 und SU 25. (Das ganze Firmenimperium wird in einer Übersicht auf Seite 80 dargestellt.) Das vom Ex-Navy Seal Eric Prince 1997 Blackwater Worlwide rekrutiert Privatsoldaten vornehmlich aus Ländern der 3. Welt. Neben Philippinos zählen hierzu auch Spezialisten aus der ehemaligen Junta Pinochets. Nachdem am 16. September 2007 am Nisour Platz in Bagdad 17 irakische Zivilisten von einem Blackwater-Spezialisten grundlos erschossen worden waren, konnte der diplomatische Konflikt konnte nur durch das persönliche Eingreifen von US-Außenministerin Rice beigelegt werden. Insgesamt gab es 63 Vorfälle bei denen Blackwater-Mitarbeiter als zuerst schossen.
Angestellte, die durch den Abschluss verbindlicher Verträge mit völkerrechtlich anerkannten Regierungen gegenüber der Justiz abgesichert sind, unterliegen keiner staatlichen Kontrolle und erzeugen daher so gut wie keine "Overhead-Kosten". Dennoch ist die Behauptung, dass ein Outsourcing für den Auftragsstaat Staat billiger sei ein gravierender Irrtum! Während für einen Sergeant 140 - 190 Dollar pro Tag zu veranschlagen sind, Ein kostet ein neuer ca.1222 Dollar. Daneben liegen Exportproduktionszonen der sog. Maquiladora Industrien in nahezu exterritorialen Produktionszonen. In diesen rechtsfreien Räumen sind nicht nur Lohndumping keine Grenzen gesetzt. Verbrecher kommen straffrei davon. Als Beispiele dienen Kolumbien (S. 139) und afrikanische Staaten (S. 166), wo es auch zu Straftaten und Menschenrechtsverletzungen gegen Arbeiter und Gewerkschafter kam.
Ab Seite 89 gibt es einen Abriss über "Die Geschichte der Kriegswirtschaft", die beim biblischen David beginnt und über Hopliten der griechischen Poleis, den Seldschuken und Condottieri, den Landsknechten und Schweizer Garden der Ostindischen Kompanie und an England verkaufte Hessische Untertanen bis zum Eisernen Kreuz Träger Siegfried "Kongo" Müller reicht. Die Warnung vor dem beschleunigten Niedergang des Nationalstaates, einer Erosion des Gewaltmonopols, der schwindenden Souveränität und die allmähliche Auflösung des Staates dargelegt. Als eklatantes Beispiel nennt er die Privatisierung von Gefängnissen. (S. 195)
Glücklicherweise gab es bereits Reaktionen in der Politik. Im Herbst 2004 brachte die CDU/CSU Fraktion einen Antrag in den Bundestag ein, in dem es hieß, dass die Privatisierung langfristig zu einem fundamentalen Wandel zwischen Militär und Nationalstaat führen kann. Über alle Parteigrenzen hinweg war man sich einig, dass Militärfirmen zu einem Staat im Staate werden und dessen Existenz gefährden können Das EU-Parlament griff die mangelnde Kontrolle und Verantwortlichkeit auf, indem es eine Entschließung verabschiedete, die eine Finanzierung von Todesschwadronen durch die British Patrol scharf verurteilte. UNO beauftragte einen "Sonderberichterstatter für das Söldnerwesen",denn das Völkerrecht kennt für den Kriegsfall nur Kombattanten und Zivilbevölkerung. Die neuen Söldner sind jedoch weder das Eine noch das Andere.
In seinen Schlussbemerkungen stellt der Autor einen Forderungskatalog für das Engagement deutscher Firmen auf. 17 Seiten Anmerkungen (Fussnoten & Quellen) und ein Pro und Contra PMF für die Bereiche Wirtschaftlichkeit, Militär, Peacekeeping und humanitäre Einsätze, Internationale Krisen, Technologie, Politik und Recht sind abschließende Belege dafür, dass sich Uesseler durchaus differenziert mit der Thematik auseinander gesetzt hat. Das Buch ist zuerst sicherlich keine Lektüre für militärische Abenteurer, Hightechwaffen-Freaks, die gerne Einsatzberichte und technische Details wissen wollen oder Lobbyisten der Branche. Sie dennoch auf ihre Kosten, den im Anhang gibt es neben einem fünfseitigen Verzeichnis weiterführender Literatur auch eine alphabetische Auflistung der wichtigsten PMF im Internet mit deren Firmensitz und Arbeitsschwerpunkten. Den Abschluss bildet ein Personen und Filmregister.
5 Amazonsterne für ein ernst zu nehmendes Menetekel im Zeitalter der Privatisierung.
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24 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Zu allgemein gehaltene Informationen, die nur wenig in die Tiefe gehen, 25. Mai 2006
Rolf Uesseler nennt in seinem Buch viele Zahlen, die erschrecken. So sollen weltweit rund 1,5 Millionen Menschen für die privaten Militärfirmen arbeiten. Die Streitkräfte seien ohne deren Know-How teilweise gar nicht mehr in der Lage, die modernen Waffensysteme zu bedienen. Dabei ist das Spektrum der Dienstleistungen vielfältig. Das beginnt bei klassischen Kampfeinsätzen, enthält aber viel mehr noch Logistikaufgaben, das Anfertigen von Analysen, die Wartung militärischer Technik, aber auch Geheimdienstaufgaben. All dies lässt sich auf dem privaten Markt einkaufen, wobei nur zählt wer das beste Angebot macht.
Man muss ihm zugute halten, dass er mit seinem Buch (das ein breites Medienecho erzeugt hat) die Öffentlichkeit für ein Thema sensibilisiert, das nur selten auf der Tagesordnung steht. Allerdings muss man ihm vorwerfen, dass er immer sehr allgemein bleibt. Er benennt viele Beispiele und macht seine Motivation deutlich, aber man wünscht sich eine tiefergehende Analyse als die, die hier abgeliefert wird. Das mag teilweise der Tatsache geschuldet sein, dass dieser Sektor der Wirtschaft naturgemäß bestrebt ist, dass möglichst wenig bekannt wird und es kaum verlässliche Daten gibt, da für gewöhnlich die Beteiligten kein Interesse an Publicity haben. Allerdings gibt es bereits detailliertere Literatur zu diesem Thema.
"Krieg als Dienstleistung" kann als Einführung in das Thema empfohlen werden und es bleibt zu hoffen, dass es dem Buch gelingt, auf die Problematik des Söldnertums aufmerksam zu machen, damit dieses auch wieder auf die Agenda der Parlamente kommt.
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