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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Appell an die wachsame Vernunft, zur Aufdeckung von Manipulationen vor allem durch "falsche Gurus", 24. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Guru Papers. Masken der Macht (Gebundene Ausgabe)
Das Buch legt die Tricks von vor allem westlichen Sektenführern und Gurus offen, die meist östliche Philosophien oder Religionsansätze benutzen, mit denen sie Leute anziehen, die sich auf Sinnsuche befinden. Dann werden von ihren eigenen Motivationen begründete Inhalte noch aufgesetzt, und der Sinnsuchende darüber in ein Abhängigkeitskorsett gezwungen. Das Buch richtet sich nicht generell gegen Religionen, sondern will Menschen davor bewahren, auf ihrer Sinnsuche von "falschen Gurus" zu deren Zielen ausgenutzt zu werden, anstatt selbst wachsen zu können. Hier ein Auszug aus dem Buch:
"Wir wollen das tatsächliche Auftreten und die Bedeutung transzendenter Erfahrungen, die nicht durch den Verstand erfaßt werden können in keiner Weise bestreiten. Im Grunde ist jede Erfahrung von Natur aus von den Worten verschieden, mit denen wir sie beschreiben wollen. Das betrifft die Bedeutung der Farbe Rot ebenso wie das Wesen der Liebe. Auch dass der Verstand Grenzen hat, ist wahr. Aber der Schluß, dass der Verstand deshalb bei der Integration all dieser Erfahrungen nutzlos oder sogar gefährlich ist, ist falsch.
Der Verstand ist nicht nur ein nützliches und notwendiges Werkzeug zur Unterscheidung, sondern es liegt eine heimtückische Gefahr darin, ihn auszusperren.
Die östliche Auffassung, Erleuchtung sei etwas, das jenseits der Vernunft liege, erlaubt es dem Guru, die Vernunft zu untergraben. Schon allein dieses Prinzip schützt den Guru gefährlich gut vor Überprüfungen, denn er entgeht so automatisch der Verantwortung für sein Verhalten. Wenn er unter Druck gesetzt wird, kann der Guru einfach antworten:"Du kannst garnicht verstehen, was ich wirklich tue, da Du nicht erleuchtet bist." "
Das Buch ist recht tiefgründig und steckt voller guter Hinweise und Denkansätze, um solchen Manipulationen auf die Schliche zu kommen.
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5.0 von 5 Sternen
Spannende Einblicke hinter die Kulissen spiritueller Autoritäten, 2. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Guru Papers. Masken der Macht (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch halte ich neben der "Erleuchtungsfalle" von Klaus Horn für eins der wichtigsten Werke in diesem Kontext, stammt es doch ebenfalls von selbst spirituell aktiven Personen und unterscheidet sich daher aus meiner Sicht fundamental von den Machwerken klerikal motivierter selbsternannter "Sektenjäger".
Der Verlag schrieb über das 1995 auf deutsch erschienene Buch:
"Seit Gurus im Westen für viele Menschen attraktiv wurden, lesen wir über Skandale um Geld, Sex, Machtmissbrauch in religiösen Gruppen, Guru-geleiteten Sekten und ähnlichen Organisationen. Joel Kramer und Diana Alstad untersuchen, wie es kommt, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich Gurus und spirituellen Führungspersönlichkeiten zu unterwerfen oder sogar für sie in den Tod zu gehen.
Die Autoren analysieren das Innere solcher Gruppen und die Beziehung zwischen dem Guru und den Gläubigen. Sie zeigen die fatalen Mechanismen von Glauben, Hingabe und Machtausübung. Sie decken auf, wie auch unsere westlich-christliche Gesellschaft eine Sucht nach Autorität erzeugt, die von religiösen Gruppen benutzt und manipuliert werden kann. Diana Alstad und Joel Kramer gehen den persönlichkeitsverändernden Auswirkungen nach, die autoritäre Glaubensstrukturen für die Gurus wie für die Gläubigen haben.
Das Buch entlarvt zudem autoritäre Strukturen in persönlichen Beziehungen, Selbsthilfegruppen, auch in anerkannten Religionen und etablierten Moralvorstellungen und zeigt fundamentalistische Strömungen selbst in der modernen Gesellschaft auf.
Kapitel über Sucht und Liebe bieten neue Erklärungen, warum Menschen süchtig werden und warum Intimität in unserer Zeit häufig von Konflikten belastet ist. Die Autoren zeigen, warum so viele Menschen heute auf ihren freien Willen und ihre eigene Macht verzichten, wie andere beides übernehmen und benutzen. Und warum das ein weltweites, bedrohliches Problem für das Überleben der Menschheit und des Planeten geworden ist."
Alles in allem sind hier auf 460 Seiten sehr viele interessante Gedankengänge zu unterschiedlichsten Aspekten des Autoritarismus wie sie sich längst nicht nur in "klassischen" Sekten sondern eben auch in gesellschaftlich anerkannten Strukturen wie 12-Schritte-Gruppen (am Beispiel der "Anonymen Alkoholiker") und Channelings (am Beispiel von "Ein Kurs in Wundern") zusammen getragen worden. Wenn Sie dieses Buch lesen, sehen Sie, wo Sie anfällig dafür sind, sich beim "Großen Bruder" (der oftmals auch das eigene Über-Ich sein kann!) anzulehnen.
Fazit: Außergewöhnlich wertvolles Werk spiritueller Aufklärung, das zeigt, dass wir nur allzu oft und allzu gern unsere kindlichen Sehnsüchte, die einst unseren Eltern galten, auf vermeintlich spirituelle Autoritäten richten, wenn wir auch heute noch auf die Erfüllung dieser Sehnsüchte von außen warten.
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