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Die Syro-Aramäische Lesart des Koran
 
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Die Syro-Aramäische Lesart des Koran (Taschenbuch)


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • ISBN-10: 3860932748
  • ISBN-13: 978-3860932742
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 897.802 in Bücher (Die Bestseller Bücher)


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53 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Meilenstein!, 4. Juni 2003
Von Ein Kunde
Bei diesem äußerlich unscheinbar aufgemachten Werk dürfte es sich um einen wichtigsten deutschen Beiträge zum Weltwissen in den letzten 10 Jahren handeln. Das Buch ist allerdings eine reine Gelehrtenschrift. Der Laie vermag dem Gedankengang Luxembergs zu folgen: Seine Argumente zu überprüfen, dürfte allerdings selbst den Kenntnisstand der meisten deutschen Semitisten und Islamwissenschaftler übersteigen. Angenehm fällt an dem Werk auf, dass es weitestgehend auf spekulative Schlussfolgerungen aus seinen philologischen Erkenntnissen verzichtet. Die naheliegenden Schlüsse haben längst andere für Luxenberg besorgt. Auch beinhaltet das Werk alles andere als eine kulturkritische Interpretation des Korans, was in einer der vorangegangenen Rezensionen missverstanden wird. Vielmehr ist der (wahrscheinlich aussichtslose) Versuch zu erkennen, die Gefühle der Strenggläubigen durch einen respektvollen Umgang mit dem Text nicht zu verletzen, ihnen die harte philologische Botschaft durch die Andeutung eines höheren Sinns des Textes schmackhaft zu machen. Dies alles erfolgt nur am Rande und stört nicht den zentralen Eindruck: Hier wird wissenschaftlich seriös gearbeitet und rational argumentiert. Am Ende der Exegese steht meist ein leicht verständlicher, den gesunden Menschenverstand ansprechender Textsinn, im Gegenteil zur traditionellen Exegese, die ihre Textschwierigkeiten durch Mystifizierung der Textbedeutung "löst". Der Erfolg des Werks in den Vereinigten Staaten wird für ein fundamental neues Textverständnis des Korans sorgen. Und davon kann nur Gutes ausgehen!
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54 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Paradiesische Begrüßung: Nicht Jungfrauen - sondern Trauben!, 13. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Ergebnisse der Koranforschung produzieren eine explosive Atmosphäre der Wahrnehmung. Ein sehr beachtenswerter Beitrag wird der Öffentlichkeit unter dem Pseudonym „Christoph Luxenberg" vorgestellt. Der Experte des Syro-Aramäischen, der Koransprache, publiziert seine Erkenntnisse anonym. Der Autor erbittet Nachsicht bezüglich einiger Mängel bei der philologischen Untersuchung, aber der in der vorliegenden Arbeit veröffentlichte Bruchteil umfangreicherer Untersuchungen ist brisant - aus engem Blickwinkel von Fundamentalisten und Extremisten.
Das Syro-Aramäische war zur Zeit der Entstehung des Korans in jenem Raum die vorherrschende Schrift- und Kultursprache. Das Arabische jener Zeit war noch nicht Schriftsprache. Die gebildeten Araber benutzten damals das Aramäische als Schriftsprache. Die heilige Schrift des Islam, der Koran, enthält nach islamischer Überlieferung die 644 bis 656 n. Chr. schriftlich aufgezeichneten „Offenbarungen des Propheten Muhammad", die jener in zwei Jahrzehnten, etwa zwischen 612 und 632, verkündet hatte. „Nach islamischer Theologie gilt dessen (des Koran) Inhalt darüber hinaus als das in arabischer Sprache offenbarte ewige Wort Gottes" (S. 1).
Einige Ergebnisse der Erforschung des koranischen Textes:
1. Der aus Ostsyrien stammende Koranforscher Alfons Mingana stellte zum fremdsprachigen Anteil des Koran wohl einigermaßen zutreffend fest: Fast 70% - von der Bemessungszahl 100 ausgehend - sind dem Syrischen (Syro-Aramäisch) zuzurechnen.
2. Die Entwicklung des koranischen Textes bis zu seiner gegenwärtigen Gestalt ist nicht befriedigend geklärt. Schon bis zur endgültigen „Fixierung der Koranlesung durch Einführung der diakritischen Punkte" waren vermutlich drei Jahrhunderte vergangen (S. 19).
3. Gabriel soll dem Propheten zunächst befohlen haben, den Koran in einer Lesart zu lesen. Die sieben Lesarten seien aufgrund von Bitten des Propheten für sein Volk und die Intervention des Engels Michael als Zugeständnis entstanden - „mit Rücksicht auf die Vielfalt der arabischen Dialekte" (S. 22).
4. Eine elementare Erkenntnis betrifft den Terminus Koran (qur-an) - von islamischen Exegeten ignoriert: „Der Koran ist entsprechend der etymologischen Bedeutung des Wortes ursprünglich und eigentlich ein zu kultischem Vortrag bestimmter und im privaten wie öffentlichen Gottesdienst auch tatsächlich verwendetere liturgischer Text. Daher liegt es nahe, daß Liturgie bzw. liturgische Dichtung, und zwar die christliche, die die jüdische miteinschließt, Mohammed maßgeblich angeregt und beeinflußt hat""(S. 55f.)
5. Zu den „himmlischen Jungfrauen", den „großäugigen Huris": Die Bezeichnung hur bedeutet „weiße" (Trauben). Sure 44,54 und 52,20 sind wohl Ausgangspunkt des Mißverständnisses: „Und wir geben ihnen großäugige Huris als Gattinnen ..." (S. 225ff.). und Sure 38,52 ist syro-aramäisch so zu verstehen: „Bei ihnen (werden) niederhängende saftige Früchte (sein)" (S. 248). Mit anderen Worten kurzgefasst: Die Gotteskrieger werden beim „Empfang im Paradies" nicht von „gleichaltrigen großäugigen Jungfrauen" erwartet, sondern von (paradiesischer) Nahrung, „weißen Trauben".
Der am Koranverständnis interessierte Leser, der allerdings Vorkenntnisse im Aramäischen/Hebräischen haben müsste, wird bei genauerer Lektüre nachvollziehen können, welch fatale Folgen sich für „Selbstmordattentäter" wie Atta ergäben, wenn sie den Koran vor textkritischem Hintergrund verstehen könnten. Höchstwertung im Blick auf eine qualifizierte Zielgruppe.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wo bleibt Band 2?, 10. April 2007
Von Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Selten habe ich ein so wichtiges Buch so schwer lesbar gefunden. Über lange Seiten wird man durch die Feinheiten verschiedener, arabischer Dialekte, der arabischen Schrift und der noch heute in Teilen Syriens und anderer Länder gesprochenen, syrisch-aramäischen Sprache geführt - ohne dass man ohne Kenntnis dieser Sprachen den dort genannten Argumenten wirklich folgen kann. Das Buch komplett zu lesen ist mühsam, trotzdem es eigentlich ein kurzes Werk ähnlich einer Dissertation ist. Die spannenden Aussagen verstecken sich dann quer über die Sprachwüste verteilt - so müssen wohl einige wesentliche Passagen des Korans eigentlich anders übersetzt oder gedeutet werden, als das in den aktuellen Koranausgaben der Fall ist. Dabei ist allerdings die theologische Implikation der Übertragungsfehler nicht immer eindeutig. Macht es wirklich einen Unterschied, ob den gläubigen Moslem im Himmel Jungfrauen oder Trauben erwarten? Paradies ist Paradies, so oder so.

Warum ist es dennoch wichtig? Für die westliche Welt ist es seit Beginn der Neuzeit Normalität, die Texte der christlichen und jüdischen Bibel einer Analyse zu unterziehen und dabei auch den historischen Kontext der Entstehungszeit zu betrachten. Dabei werden dann auch andere Wissenschaften als nur die Theologie in die Erforschung des Textes mit einbezogen, so zum Beispiel Sozialwissenschaften oder auch archäologische Funde. Und tatsächlich: Die Erkenntnisse bereichern oft das Verständnis, selbst für den religiös geprägten Menschen. Im Islam fällt das offenbar schwerer. Hier wird der Koran in der Regel als direktes Wort von Gott selbst verstanden, was für den Gläubigen eine kritische Auslegung des Textes auszuschließen scheint.

Ich hoffe, dass der Ansatz dieses Buches auch einmal in den islamischen und insbesondere arabischen Ländern verfolgt werden wird. Ich persönlich glaube, dass Aufklärung und Humanismus etwas Religionsübergreifendes ist, und das die Textanalyse von religiösen Schriften dazu beitragen kann, dass sich die Welt in Richtung dieser Werte weiterentwickelt. Denn das Buch von "Christoph Luxenberg" zeigt, dass die Gedankenwelten des Islams und des Christentums sich so sehr nicht unterscheiden, sondern sogar einen gemeinsamen Ursprung teilen.
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Veröffentlicht am 29. April 2003 von habakuk57

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