Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Durchquerung der weglosen Wüste, 2. Oktober 2007
Ibrahim al-Koni erhebt den Anspruch mit "Die Magier" das Epos der Tuareg geschrieben zu haben, ein literarisches Werk, daß die Kultur der Tuareg nach außen repräsentiert und darstellt. Ein hoher Anspruch, den er erfüllt hat - soweit ich das beurteilen kann ohne je einen Tuareg persönlich kennengelernt oder mich in der Zentralsahara aufgehalten zu haben.
Der rote Faden der sich von Anfang bis zum Ende durch das Buch zieht ist die Spannungssituation die sich aus den Gegenpolen nomadisierender und sesshafter Tuareg ergibt, aber auch generell zwischen Menschen, die sich an Besitz (symbolisiert durch Gold) klammern um Sicherheit zu erlangen aber damit ihre Freiheit verlieren und jenen, die den Besitz und die (trügerische) Sicherheit verachten und der Freiheit den Vorzug geben. Inhaltlich geht es um zwei Tuaregstämme die an dem gleichen Brunnen ihr Lager aufschlagen. Während der eine Stamm aus Nomaden besteht, die dort nur vorübergehend bleiben wollen, gründet der andere Stamm auf Betreiben ihres Scheichs eine Stadt. Das Bestreben des Scheichs ist es das "verlorene Waw", also das verlorene Paradies des alten Testament auf Erden zu errichten. Um den Handel anzukurbeln fördert der Scheich den Umgang mit Gold. Dies ist die Ausgangssituation in die hinein eine Vielzahl von Legenden, Sagen und Weisheiten aus der Wüste eingeflochten werden. Es agieren eine Handvoll Hauptfiguren die soweit stilisiert sind, daß sie typische Eigenschaften der Tuareg, aber auch der Menschen allgemein darstellen, die aber auch soweit individuell dargestellt werden, daß sie nie hölzern und unglaubwürdig erscheinen. Eine interessante Eigenschaft des Buches, die das Lesen aber auch ein wenig erschwert ist die Tatsache, das al-Koni aus der Sicht eines Wüstenbewohners erzählt, für den die gesamte Schöpfung belebt ist und nicht aus der Sicht eines aufgeklärten Bürgers der westlichen Welt. Obwohl er diesen Standpunkt wahrscheinlich auch nachvollziehen kann, hat er doch in Moskau studiert und danach in Warschau und der Schweiz gelebt und gearbeitet. Seine Figuren sind in der Wüste geboren und ihr Glaube an den Koran ist stark unterlegt von animistischer Religion und den Gesetzen der Vorfahren. Immer wieder erscheinen mehr oder weniger faßbar Dschinnen, Berge bewegen sich durch die Wüste, schließen Pakte, Bergziegen erscheinen als Vorfahren von Menschen, und so weiter. Wie es auch keine nationalen Grenzen in dem Buch gibt, so gibt es auch keine wirkliche Grenze zwischen Realität und Fantasie. Dies ist für Leser aufgeklärter, technisierter Industrieländer vielleicht ein wenig irritierend, andererseits gibt es dem Leser einen viel interessanteren Einblick in die Welt der Tuareg als eine schlichte rationalistische Beschreibung. Fünf goldene Punkte für die Magier. Ups - streichen wir lieber das Wort "goldene"...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Magie, die Geduld erfordert, 3. Dezember 2006
Die Handlung im Groben ist schnell erklärt: Ein Sultan aus Timbuktu zieht mit einer Gruppe von Gefolgsleuten gen Norden in die Wüste, um dort eine neue Stadt zu gründen. Der einzige Brunnen vor Ort muss mit einem Stamm von Nomaden geteilt werden. Diese Konstellation birgt naturgemäß einiges an Konfliktpotential in sich.
Auf der einen Seite die Nomaden, die sich nur im Freien oder maximal in Zelten aufhalten, auf der anderen Seite die Städter, die sofort damit beginnen Häuser aus Stein zu bauen. Die entscheidende Trennlinie ist jedoch das Verhältnis zum Gold: Für die Nomaden ein absolutes Tabu, weil es laut Überlieferungen ein uraltes Übereinkommen mit den Dschinnen gibt. Diese erlauben den Menschen in der Wüste zu leben, behalten sich jedoch das Recht auf den Besitz des Metalls vor. Der Reichtum der sich neu entwickelnden Stadt (ebenso wie der Timbuktus) beruht jedoch gerade auf dem Handel mit dem verbotenen Metall.
Wieso dieser Roman meines Erachtens Geduld erfordert? Gerade am Anfang springt die Handlung von der Beschreibung eines Charakters zum anderen. Auf diese Art und Weise werden zwar alle wichtigen Personen sehr detailliert eingeführt, die Handlung steht aber praktisch still und ich fragte mich schon gelegentlich, was das Ganze soll. Darüber hinaus werden Geschichten aus der Mythologie eingestreut. Diese sind für sich gesehen zwar sehr interessant, lenken aber zusätzlich von der ohnehin schon langsamen Handlung ab. Wem es jedoch gelingt sich durch den schleppenden Anfang zu kämpfen, dem eröffnet sich ein Werk ungemeiner Tiefe, welches einem (zu einem gewissen Teil) die Magie der Wüste erschließt.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Literatur par excellence, 29. Dezember 2002
Mit Witz und Weisheit hat Ibrahim al-Koni seine Hauptdarsteller in Intrigen, Eifersucht, aber auch in Treue und Freundschaft verwickelt inmitten der grenzenlosen Weite der Sahara. In seinem Werk verschmelzen Realität und Mystik zu einer Einheit. Ein großer Roman, der die persönliche Weiterentwicklung des einzelnen beschreibt, aber auch den Untergang dessen, der in Resignation verfällt und nicht in der Lage ist, die Wirklichkeit zu akzeptieren und sich ihr zu stellen. Dieses Buch wird nie an Aktualität verlieren. Lassen Sie sich inspirieren von den Mythen und Erfahrungen der Tuareg und der Anziehungskraft der Wüste.
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