Klappentext
Im Alter von 32 Jahren beschloß Sisi, sich dem Älterwerden zu entziehen: Photographen ließ sie nicht mehr an sich heran, einigen Malern war es noch einige Jahre gestattet, Skizzen anzufertigen. Offiziell durfte niemand ihr Altersgesicht sehen. Die Fiktion hatte Bestand: Als Ikone ewiger Jugend ging Sisi in die Geschichte ein. Dorian Gray verpfändete seine Seele, auf daß statt seiner selbst sein Bildnis altere. Wäre Sisi eine Romanheldin gewesen - sie hätte es wohl ähnlich gehalten. Als Person des realen Lebens aber mußte sie den Spieß umdrehen: Und so blickte, als sie längst ein reiferes Alter erreicht hatte, eine ewig junge, strahlend schöne Frau den staunenden Zeitgenossen entgegen. Wie Sisi es schaffte, sich bis zu ihrem Lebensende - und weit darüber hinaus - in den Mythos immerwährender Jugend zu hüllen, davon weiß dieses Buch in spannender und unterhaltsamer Weise zu berichten. Eine der umfassendsten Photosammlungen über die Kaiserin bildet hierbei das Ausgangsmaterial. Bereits die frühesten darin enthaltenen Bilder wurden so lange manipuliert, bis die damals erst leidlich hübsche, verschüchterte Prinzessin zur strahlenden Braut mutierte. Und so ging es bis zum letzten Photo der Kaiserin weiter. Dieses entstand dreißig Jahre vor ihrem Tod, um 1868/69 - danach verweigerte sich Elisabeth jedem Photographen. War es dennoch notwendig, sie auf offiziellen Aufnahmen zu zeigen, wurde tief in die Retouchierkiste gegriffen: Von den wenigen vorhandenen Bildern nahm man - je nach Bedarf - von hier das Kleid und von dort den Kopf, ja setzte ganze Szenarien mosaikartig zusammen. Die so entstandene Sisi-Ikonographie, die nicht nur für Photographien, sondern auch für Gemälde, populäre Druckgraphiken und allerlei Kitschobjekte verbindlich wurde, wirft jede Chronologie im Leben der Kaiserin über den Haufen - während Franz Joseph zum alten Mann wird, verharrt Sisi in makelloser Jugend...