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Der Tote im Stall
 
 

Der Tote im Stall (Taschenbuch)

von Lisa Lercher (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 200 Seiten
  • Verlag: Milena Verlag (Oktober 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852861039
  • ISBN-13: 978-3852861036
  • Größe und/oder Gewicht: 20,7 x 12,5 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 740.348 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.at-Redaktion

Es ist gerade einmal vier Wochen her, dass Anna und ihre Freundin Mona in einen Mordfall verwickelt waren, beziehungsweise zu dessen Aufklärung beigetragen haben (Der letzte Akt). Um die verdiente Erholung zu erlangen, machen sie Urlaub auf dem Bauernhof in der steirischen Thermenregion.

Mona, stets abenteuerlustig, hält gleich einmal Ausschau nach einem jungen Mann, der ihre Erholung etwas abrunden könnte. Anna, die in Wien eine Beinahe-oder-doch-fast-ganz-Beziehung mit einem Arbeitskollegen hat, will von dieser Art Urlaubsfreuden Abstand halten. Da trifft sie ausgerechnet ihre große Jugendliebe Heinz -- und die besten Vorsätze sind schnell vergessen, denn Heinz ist nicht mehr verheiratet. Leider trifft Anna am nächsten Morgen im Stall des Gasthofes auch ihren griesgrämigen Tischnachbarn. Allerdings in einem höchst unerfreulichen Zustand: In seinem Hals steckt eine Mistgabel.

Nun muss man schon zur Polizei gehören, um auch nur ansatzweise auf den Gedanken zu kommen, der Mann könne unglücklich gestürzt sein. Anna und Mona haben da ganz andere Vorstellungen, die sie an alle möglichen und unmöglichen Orte in der Umgebung führen, nur nicht in die Therme, wo sie eigentlich entspannen wollten. Und sie geraten in durchaus prekäre Situationen, denn die ländliche Idylle ist nur bloßer Augenschein.

Lisa Lercher erzählt mit viel Tempo und Witz von den abenteuerlichen Unternehmungen zweier Frauen, die das, was sie erleben stets hinterfragen und nichts unwidersprochen hinnehmen. Ganz nebenher lässt sie ihre Protagonistinnen ihr Weltbild entwickeln, das ein zwar ziemlich realistisches, aber wenig schönes Licht auf den männlichen Teil der Menschheit wirft, allerdings ohne unversöhnlich zu sein. --Gerlinde Böhm



Lespress-Rezension

Der Kurzurlaub, den sich Anna Posch und ihre Freundin, die Journalistin Mona, in der steirischen Thermenregion, verordnet haben, sollte eigentlich der Erholung von einem Mordfall dienen. Aber manche Leute scheinen eben Morde anzuziehen wie die Motten das Licht: Kaum angekommen, findet sich ein langjähriger Gast des Joglbauern, wo die beiden Damen ebenfalls logieren, unverhofft mit einer Mistgabel im Hals wieder. Mausetot, natürlich. Bei dem Toten handelt es sich um Dr. Schreiber, einen fanatischen Tierschützer, wie es heißt. Und bekannt mit “der schönen Hanni”, einer Einheimischen, deren Ehemann kaum vor grundsätzlicher Eifersucht auf alles und jeden an sich halten kann.

Anna und Mona können es einfach nicht lassen, die Thermen kriegen sie nur selten zu Gesicht, die beiden sind zu beschäftigt, damit herauszufinden, ob Dr. Schreiber etwas wusste und mundtot gemacht werden musste. Aber auch, sich mit Vertretern des anderen Geschlechts herumzuschlagen – dies allerdings eher im übertragenen Sinne. Am Ende werden sie – natürlich sehr zum Missfallen der örtlichen Polizei – herausfinden, wer dem Schreiber die Mistgabel in den Hals gestochen hat und warum. Und mit der Erholung wird’s wieder nichts gewesen sein ...
Monika Richrath


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5.0 von 5 Sternen wellness und intrigen am lande, 18. Mai 2003
Die Wienerinnen Anna und Mona ermitteln wieder - zum zweiten Mal und auch diesmal haben mich Lisa Lerchers glaubhafte Milieuschilderungen beeindruckt. Ihre beiden Heldinnen recherchieren in der steirischen Thermenregion, nachdem Anna gleich am ersten Morgen ihres gemeinsamen Urlaubs mit Mona eine Leiche im Stall des Biobauernhofes, wo die beiden untergebracht sind, entdeckt haben. Es ist ein deutscher Urlaubsgast, dem eine Mistgabel im Hals steckt.
Treffend und mit einem Schuss Ironie beschreibt Lercher das Leben im ländlichen Raum - den wortkargen, auf Druck aber cholerischen Bauern, dessen zwar profitversprechende, aber wenig artgerechte Tierhaltung im Schweinemastbetrieb ein Mordmotiv sein könnte. Dann gibt es da noch die ehemalige Schönheitskönigin des Dorfes, mit der das Mordopfer möglicherweise ein Verhältnis gehabt hat und den dazugehörigen eifersüchtigen Ehemann, der wegen seiner Gewalttätigkeit schon vorbestraft ist. Nicht zu kurz kommt die Beschreibung des sozialen Umfeldes der Thermenregion als Fremdenverkehrsgebiet, in dem Frau Marianne im Trachtenlook und mit Kürbiskernölaufstrich ihre Gäste verwöhnt.
Neben den Recherchen nach dem Mörder gibt es auch in diesem Krimi zwischendurch immer wieder einen Schuß Romantik. Anna trifft Heinz, einen ehemaligen Studienkollegen, in den sie sich prompt und heftig verknallt. Eine vielversprechende Romanze entspinnt sich, aber wer Lercher kennt, weiß, dass sie es ihrer Heldin nicht so leicht macht - so wie es eben auch im richtigen Leben ist. Die Auseinandersetzung der beiden Frauen (Anna und Mona) über Sinn- und Unsinn von Beziehungen mit Männern, den Stress, weil die „biologische Uhr" immer lauter tickt, die Ambivalenz zwischen der Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit und dem Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit, trifft den Kern - zumindest so, wie ich's in meinem Freundes- und Bekanntenkreis häufig beobachte.
Lisa Lerchers Krimi ist keiner im herkömmlichen Sinn. Nicht der Mord und die Suche nach dem Mörder stehen im Vordergrund, sondern das „Drumherum". Lercher scheint es um die Beschreibung einer Atmosphäre zu gehen, in dem neben dem ganz normalen Alltag unter bestimmten Umständen auch ein Mord „passieren" kann. Sie schreibt ihre genauen Beobachtungen in Bildern, sodass die Handlung gewissermaßen wie ein Film vor dem inneren Auge ablaufen kann. Die Charaktere sind stimmig und mitunter überlegt man, ob man nicht den einen oder die andere der beschriebenen Akteure selber kennt.

Erfrischend fand ich ihre Lakonie - selbst im Augenblick höchster Spannung irritiert sie ihre Leser mit einem kleinen Nebensatz, der zum Lachen anregt. Das gilt auch für ihre Selbstironie, die mir persönlich ihre Protagonistinnen besonders sympathisch macht.
Zu hoffen bleibt, dass Anna und Mona in Serie gehen und gemeinsam noch vieles aus ihrem Leben und ihren gemeinsamen Unternehmungen preisgeben - es müssen ja nicht immer Mordfälle sein.

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